Wer sucht der…
Mitten in der Kalahari, in garantiert löwensicherem Gelände, da gibt es ein Grab zu finden. Wie viele Male schon gesucht wurde, entzieht sich meinem Wissen. Aber es waren schon einige Male, das weiss ich sicher. Doch bisher waren alle Expeditionen zum Scheitern verurteilt. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wenn ich euch die ganze Geschichte von Erkert erzählen würde. Das könnt ihr aber alles bei www.bwana.de nachlesen oder wendet euch direkt an Carsten Möhle. Der ist, soweit ich weiss, immer bereit, über diese Thema zu referieren. Und ganz ehrlich, mich persönlich interessiert diesen Hauptmann Erkert auch nicht wirklich (Sorry Carsten, dass du es auf diese Weise erfahren muss
) Ich bin dabei, weil sonst alles Spass macht.
Wird es dieses Jahr anders werden? Werden wir ihn finden? Das Suchfeld wurde immerhin auf einige hundert km2 eingegrenzt. Verspricht ja geradezu einen Erfolg zu werden.
Deutlich besser vorbereitet als all die letzten Jahre, zieht die Blechkarawane in der hektischen Zivilisation Windhoek los. Doch schnell sind Strom, Computer und warme Duschen nur noch eine blasse Erinnerung und wir fahren durch die Ausläufer der Kalahari Richtung Mata Mata. Unser Ziel ist der Polentswa Wilderness Trail im KTP (Kgalagadi Transfrontier Park)
Und Strom? Wer braucht den so was. Hier gibt es ja nicht mal Handyempfang. Nach Red Dune Camp (wo Maria und Bernd zu uns stossen und die ersten mit Sanddünenfahren ihre Mühe haben) Twee Riviren (wo Erika und Heiko schon auf uns warten) Rooiputs (wo es unglaublich heiss ist) und Polentswa (wo es doch tatsächlich regnet) treffen wir in Sesatswe, unserem Basis Camp ein. Und hier braucht tatsächlich schon der erste Strom. Der Koch, um das leckere Fleisch und natürlich auch das Bier und die Savannas zu kühlen, die anderen um ihre Elektrogeräte wie Navis und Computer zu laden. Wie schon gesagt, wir sind deutlich besser ausgerüstet, denn wir haben einen eigenen Techniker und Helfer in Not dabei. Jeden Tag zaubert Tobias wieder etwas brauchbares aus seinem Toyota. Und da wir das Essen haben, bleibt uns Tobias auch immer dicht auf den Fersen. Reifen flicken, Schattendächer montieren, Feuergrube schaufeln, Buschklos bauen und eben auch Strom machen. Tobias ist ab sofort für weitere Touren gebucht
| Strom | Klo | Feuer, was braucht man mehr |
Und hier, irgendwo im Nirgendwo, sind die Gräber. Täglich fährt die Suchtruppe los um das Gefechtsfeld zu suchen. Denn wenn das Gefechtsfelg gefunden ist, dann finden wir auch die Gräber. Irgendwo da draussen liegen 20000 Gewehrhülsen rum, die müsste man doch eigentlich finden. Was ich vergessen habe zu erwähnen ist die Tatsache, dass Hauptmann Erkert vor mehr als 100 Jahren gefallen ist, und dass es in diesem Gebiet mehr als einmal heftige Buschfeuer gegeben hat.
die einen suchen im Busch nach Gräber
Die andern machen das was sie besser können, nämlich kochen und für das leibliche Wohl sorgen
Leider, und mir tut es auch wirklich leid, finden wir das Gefechtsfeld und damit die Gräber auch am vierten Tag intensiverer Suche nicht. Es macht sich nun doch eine etwas gedrückte Stimmung breit. Etwas geknickt räumen wir das Camp und ziehen weiter. Einen kleinen Erfolg haben wir aber doch zu verbuchen. Wir haben noch mehr Konservendosen gefunden, wir haben wieder ein grosses Gebiet ausgeschlossen und wir haben sehr lecker gegessen.
| so viel Müll, sorry | Carsten, | wertvolle Dosen |
Zusammenfassend können wir sagen, 10 Menschen brauchen im Busch weniger als 10 Rollen Klopapier, essen dafür mehr als 30 Schnitzel an einem Abend, Nutella ist für manche ein Grundnahrungsmittel, was man von Gemüse und Früchten nicht sagen kann, ausser sie kommen aus der Dose. Im Ricoffe hat es überhaupt keine einzige Spur von Koffein drin, Spiegeleier sind weniger beliebt als Rühreier und Geschirrspülen ist die unbeliebteste Tätigkeit im Camp.
Wir hatten fast täglich ein Verletzungsopfer zu beklagen (zweimal verstauchte Knöchel, Brandwunden 1-2 Grades durch übermässige Sonneneinstrahlung, zwei Stichverletzungen verursacht durch Bienen, eine tiefe Schnittwunde wegen Übermüdung des Kochs, eine akute Vergiftungen durch den Genuss von Old Brown Sherry und einen Totalausfall des Kochs, Ursache unbekannt .
Ausserdem habe wir gelernt, Luft ablassen hilft ungemein um eine Sanddüne hoch zu fahren, kurze Hosen sind trotz brütender Hitze unangebracht um durch den dichten Busch zu wandern und zum Abschluss: wir hatten Oryx und Eland sowie Hyäne und Koch in der Pfanne.
Doch alle sind sich einige, bei der nächsten Suche im Jahr 2013 sind wir wieder mit dabei
Herzliche Grüsse aus Swakopmund senden euch
Mirella und Chrigu, der Koch
Endlich geht’s weiter Teil 2
Nachdem wir wunderbare Tage in Swakopmund verbracht haben, zog es uns dann doch wieder weiter. Schliesslich wollten unsere Gäste ja noch mehr von Namibia sehen als nur Strand, Dünen und fliessende Wasser. Obwohl, ein fliessender Fluss in Swakopmund, das ist schon etwas, was viele so noch nie gesehen haben. Und es ist ein faszinierendes Ereignis. Die Reise führte uns zur Spitzkoppe und dann in die Etosha. Hier einige Eindrücke, die wir mit den Kameras festgehalten haben.
Der Swakop läuft
Heute ist es endlich wieder soweit, der Swakop läuft bis ins Meer
Was mit Worten nicht zu beschreiben ist, könnt ihr euch einfach auf den Bildern anschauen
Herzliche Grüsse aus dem sonnigen Swakopmund
Mirella und Chrigu
@Home
Plötzlich hatten wir das Reissen, nach Hause zu fahren. Und nun sind wir schon fast wieder eine Woche daheim.
Im Schnellzugstempo sind wir über das Phalabowra Gate ausgereist und ziemlich unsanft wieder in der realen Welt gelandet. Menschen, Autos, Lärm.
Nach einem kurzen Besuch in der Amarulaverarbeitungsfabrik, wo zwischen Januar und März die reifen Marulafrüchte meist von Frauen angeliefert werden, fuhren wir weiter Richtung Bela Bela.
| Anlieferung | Wasch- und sortiervorgang | reife Marulafrüchte |
Da traf uns der pure Campinghorror :twistet: Eingepfercht auf einem zugewiesenen 4×4m Stellplatz verbrachten wir als einzige Touristen unter alle den weekendhungrigen Johannisburgern, den Samstagabend. Chrigu wird wohl nie wieder auf einen Campingplatz in einem Ressort fahren. Das einzig wirklich gute daran war der Pool mit gut 28° Grad warmen Quellwasser.
Nach einem sehr anstrengenden Fahrtag, stundenlang fahren wir durch Sonnenblumen und Maisfelder, über kilometerlange Baustellen auf grottenschlechten Teerstrassen und durch heftige Gewitter immer nur gerade aus, übernachten in Delareyville, auf der Pigmy Lodge. Es giesst wie aus Eimern und freundlicherweise dürfen wir in der Lapa unsere besten Frikadellen die wir jemals gemacht haben, brutzeln.
Jetzt nur noch durch und ab in den Kalaghadi.
Auch heute war der Tag im Auto lang und heiss (also manchmal, nur manchmal wäre so eine Klimaanlage doch eine feine Sache
) aber auch landschaftlich sehr schön. Erst hier können wir eigentlich erfahren, wie grün es zurzeit wirklich ist.
Im Park selber sind wir sprachlos, diese Gegend kennen wir nur als staubtrockene, rote Wüste. Jetzt ist einfach alles grün. Selbst die Sanddünen sind mit einem saftig grünen Flaum bedeckt. Im Flusstal steht das Gras an manchen stellen fast einen Meter hoch und einige Wasserstellen kann man, wie auch schon im Krüger, gar nicht mehr sehen.
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Mit den Tieren haben wir allerdings weniger Erfolg. Wir sehen im unteren Auobtal zwar grosse Oryx, Gnu und Springbockherden, aber die Löwen glänzen mit Abwesenheit. Aber wir sind ja sowieso nur der Landschaft wegen hier
Ein Highlight gab es aber trotzdem
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Fasziniert reisen wir weiter, es sind ja nur noch ca. 900 Kilometer bis nach Hause. Das Auobrivier fliesst in Namibia tatsächlich. Leider gingen irgendwie die Fotos vergessen, denn kaum auf heimischen Strassen bockt das Büssli wieder. Und zwar fast an der gleichen Stelle, wo wir schon mal stundenlang auf Hilfe gewartet haben. Die schrecklichen Pisten im Kalaghadi haben ihm nicht gut getan, wir haben ein Kühlerproblem. Chrigu ist nun aber ein Jahr Büsslipannen weiter und so schnell lassen wir uns nicht mehr aus der Ruhe bringen. Irgendwo leckt das Kühlerwasser und wir müssen alle 50 Kilometer anhalten um Wasser nach zu füllen. Kein gutes Zeichen, aber wir können den Schaden erst am Abend finden und beheben.
Es zieht uns immer weiter und so fahren wir direkt bis Sesriem und hoffen dort einen Platzt zu bekommen. Über Maltahöhe, wo ein gewaltige schwarze Wand auf uns wartet und die Strasse innerhalb von Minuten in einen See verwandelt, fahren wir anschliessend über den Tsaris Hoogte Pass wo uns die Schönheit der Landschaft den Atem raubt.
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Im Sesriem bekommen wir für schlappe 250 Doller einen Stellplatz bei NWR und zur Belohnung leisten wir uns das Wildbuffet in der Lodge. Die waren allerdings auch schon besser und auch schon mal günstiger (aktueller Preis pP 220 Dollar). Tief und fest schlummern wir in der wohl wärmsten Nacht der Reise friedlich bis der Wecker schon um 4.30 wieder klingelt.
Schaft der „neue HoBo“ die Sandpiste ins Vlei? Mit einem etwas mulmigen Gefühl schalten wir den hinteren Diff zu und ab durch die Mitte. Nach 5 herzklopfenden Kilometer stehen wir im Soussusvlei und sind einerseits glücklich, es geschafft zu haben und anderseits enttäusch, dass das Wasser schon wieder weg ist. Schön war es trotzdem und das ganze Ausmass, was der Regen angestellt hat, haben wir erst im rausfahren gesehen.
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Leider haben wir auch das Problem im Kühlsystem gefunden. Ein Schlauch hat ein Leck und dadurch verliert das Büssli Wasser. Ein erster Flickversuch am Abend zuvor ist leider gescheitert und nun müssen wir einen neuen Plan machen. Aber wie immer, einerseits gibt’s sehr hilfsbereite Menschen und anderseits macht Chrigu das wirklich richtig gut. So gut, dass der Flick noch heute hält.
Der Sesriemcanyon hat zwar Wasser aber nicht so wie wir das erwartet hätten, dennoch hat sich auch hier ein Blick darauf gelohnt.
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Nun hält uns nichts mehr, ab nach Hause. Doch sind wir da wirklich schon mal durchgefahren, es sieht so anders aus
Irgendwann fallen mir die Augen dann doch noch zu und als ich wieder aufwache fahren wir durch die staubige Namibwüste direkt auf eine dicke und zähe Nebelwand zu. Wir sind also fast zu Hause.
Herzliche Grüsse aus Swakopmund
Mirella und Chrigu
Schau mal…
Zur Abwechslung mal ein Video
Im Reich der Elefanten
Manchmal ist man einfach zu falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Wir suchen nun schon seit Tagen Leoparden und Wild Dogs. Und finden sie einfach nicht
Wahrscheinlich wählen wir einfach immer die falsche Strasse. Denn wenn wir ins Camp zurückkommen, können wir immer sehr schön auf der Stecktafel sehen, wo die anderen die Tiere gesichtet haben. Aber wir geben die Hoffnung noch nicht auf. Ein bisschen Zeit bleibt uns auf jeden Fall noch
Aber manchmal ist man auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Herzliche Grüsse aus dem Krüger
Mirella und Chrigu
Und das Büssli hat es doch geschafft
Das Büssli und wir haben es also tatsächlich geschafft, wir sind im Krüger
Nach allem was wir nun mit ihn erlebt haben, wir hätten das nie gedacht. Wir haben uns schon Pläne gemacht, wie wir das Büssli von Richards Bay am besten nach Swakopmund schaffen. Da Richards Bay den drittgrössten Hafen von Süd Afrika hat, dachten wir jedenfalls, wäre das eine Möglichkeit. Und einen Flugplatz hätte es auch gegeben. Nun ist das aber ja nicht mehr nötig
Eine grosse Hiobsbotschaft haben wir allerdings noch in der VW Garage erhalten. Das Büssli ist nochmals zwei Jahre älter als angenommen. Das heisst, es hat jetzt stolze 22 Jahre auf dem Buckel. Und somit auch zwei Jahre mehr Rost unter der Karosserie. Da wird wohl noch einiges auf uns zukommen. Der Elektriker, ein Südwester, teilt uns mit, dass der Anlasser kaputt ist und er auf Ersatzteile warten muss. Haben wir den nicht erst machen lassen? Auch sonst sind diverse Kabel lose und brüchig. Die Reparatur konnte leider nicht so ausgeführt werden wie gedacht. Er musste irgendetwas basteln, das aber bis Swakopmund halten soll. Wir hoffen darauf.
In der Werkstatt suchen dann Chrigu und ein Techniker noch das andere Problem. Schon lange war uns eine stakte Vibration aufgefallen und Chrigu konnte den Ganghebel gar nicht mehr loslassen. Nach langer Suche wurden sie fündig. Es ist simpel und einfach die Kardanwelle die locker sitzt. Sie müsste ausgewuchtet werden oder gar eine neue gekauft werden. Mir reicht es langsam, immer neu Teile für das Büssli zu kaufen und deshalb entschliessen wir uns, die Kardanwelle einfach auszubauen. Und siehe da, „alle“ Probleme sind gelöst
Nun wurde also aus dem 4×4 Sinchro, ein Hobo (hohe Bodenfreiheit). Dann musste nur noch das Ölleck gedichtet werden und wir können ganz entspannt weiterfahren. Die ganze Geschichte hat uns vier Tage Zwangsaufenthalt in Richards Bay beschert. In dieser Zeit hat es mehrmals richtig heftig geschüttet und wir waren froh, dass wir eine nette Wohnung hatten. Es war aber die ganze Zeit sehr schwülheiss und wir waren glücklich als wir dann doch wieder losfahren konnten.
Zur Belohnung schenkten wir uns zwei Tage Hluhluwe- iMfolozi wo wir auf viele Nashörner hofften. Leider hat der Park keinen Campingplatz und wir schlugen deshalb unser Zelt in der Bushbaby Lodge auf. Die war sehr nett, aber leider zu weit vom Park entfernt. Den ersten Tag waren wir im Hluhluwe. Da wurden wir sehr unfreundlich empfangen und haben leider auch nicht so viele Tiere gesehen. Das einzige Highlight waren acht Breitmaulnashörer an einem Wasserloch.
Es war im ganzen Park sehr grün, sehr buschig und hatte überall meterhohes Gras. Das hat natürlich die Sicht sehr eingeschränkt. Im Hilltop Restaurant haben wir uns mit einem Milkshake verwöhnt. Auch hier wirkte das Personal recht mürrisch und zum Teil sehr unbeholfen. Wir hatten das ganz anders in Erinnerung.
Am nächsten Tag fuhren wir in den iMfolozi. Da es Sonntag war begegneten wir auf der langen Anfahrt unzählige Kirchengänger, alle in weisser Kleidung. Die Strasse führt durch viele Dörfer mit einer geschätzten Million an Verkehrsbehinderungen in Form von heftigen Hubbeln. Das sind auf die Strasse betonierte Wälle, die ein schnelles fahren nicht erlauben. Und wenn es keine Hubbel hatte, waren Ziegen und Rinder auf der Strasse. Als wir endlich das Gate erreichten, war natürlich das beste Licht schon weg. Trotzdem, wir hatten einen sehr schönen Tag. Der iMfolozi ist viel offener und hat weniger Gebüsch. So sahen wir deutlich mehr Tiere. Ausserdem erzählt uns ein Einheimischer, dass um diese Jahreszeit eh die meisten Tiere in diesem Teil des Parks sind. Und wie wahr das ist, seht ihr auf den Bildern.
Fazit Hluhluwe-iMfolozi: Infrastruktur stark renovationsbedürftig, Personal hätte eine Schulung nötig, aber die Nashörner sind noch immer da.
Da ich unbedingt nochmals an den Strand wollte und Chrigu einiges aufzuarbeiten hatte, entschlossen wir uns nach Sodwana Bay zu fahren. Da sollt das Meer angenehme 25-28° haben und ein Taucherparadies sein. Die etwas mehr als hundert Kilometer zogen sich erstaunlich lange. Wir fahren durch viel Zuludörfer, wo immer mal wieder Ziegen und Rinder die Fahrbahn kreuzen. In Mbazwana wollen wir nur kurz einkaufen. Leider haben wir schon wieder vergessen, dass man das an einem letzten des Monats nicht tun sollte. Vor dem Spar standen sie Schlange. Vor allem Frauen warteten geduldig bis sie eingelassen wurden. Warum sie warten mussten, war uns nicht ganz klar. Drinnen herrschte ein totales Gewusel, dass wir so auch noch nie erlebet haben. Es war praktisch kein Durchkommen möglich, da sich überall Frauen und Einkaufswagen stauten. Milipap, Hühnerbeine und –Innereien waren heute wohl in Aktion. Jedenfalls stürzten sich alle darauf und erzählten sich nebenbei den neusten Tratsch aus dem Dorf. An der Kasse dann das erstaunliche. Alle bekamen viel hundert Randschein in die Hand gedrückt. Nur ich natürlich nicht. Später fanden wir heraus, dass alle sehr geduldig und zufrieden auf einen Zettel mit einer Art von Gehalt warteten. Es war sehr spannend und für uns ein neues Erlebnis.
Nun sind es nur noch dreizehn Kilometer bis zum Strand. Dann die grosse Enttäuschung. Sehr hohe bewachsene Dünen versperrten überall die Sicht auf das Meer. An der Rezeption ist kein Mensch und auf den grössten Campingplatz der südlichen Hemisphäre finden wir uns nicht zu Recht. Es ist zwar alles da, Klohäuschen und Strom, aber der ganze Platz ist verwildert und verwahrlost. Ich bin sprachlos. Einen Zugang zum Meer, obwohl es sehr schön zu hören ist, gibt es auch nicht. Man muss also mit dem Auto ca. fünf Minuten fahren. Für Süd Afrikaner kein Problem, die fahren ihre Frauen sogar zum Klo. Aber für uns Europäer eher unnötig, da wir ja gerne mal auch etwas laufen. Doch für Chrigu das allerschlimmste, es gibt kein brauchbares Handysignal, von Internet ganz zu schweigen. Als wir auf unseren, uns zu gewiesenen Platz fahren, sitzen auch schon die Affen da und warten, was es heute wohl wieder feines zum Essen gibt. Und sie werden nicht enttäuscht, denn wir waren vorher auf einem Markt einkaufen und haben einen ganzen Korb voller leckeren, frischen und reifen Früchte dabei. Schwupp und schon ist die grösste und beste Ananas im Baum verschwunden. Die Affen werden uns die zwei Tage in Atem halten. Wir können es nicht wirklich geniessen. Trotzdem fahren wir noch an den Strand und baden im wirklich sauberen und sehr warmen Wasser. Wir sehnen sogar ohne Taucherbrille sehr viel Fische.
Fazit Sodwana Bay: Das erste und das letzte Mal. Ist wohl wirklich nur was für Süd Afrikaner, Taucher und Angler aber nicht für verwöhnte Schweizer :-l
Wir entschliessen uns jetzt doch sobald als möglich in den Krüger zu fahren und lassen Ithala aus. Wir nehmen den direktesten Weg und der führt uns durch Swaziland. Wieder ist es nur ein Transitland. Eigentlich schade den wir fühlen uns sehr wohl und empfinden die Menschen als sehr freundlich und aufgestellt. Wir glauben, dass es sich wirklich lohnen würde, da mal etwas länger zu bleiben.
Kurz vor unserem Ziel, werden wir leider noch gezwungen, eine Detour durch eine richtige afrikanische Stadt zu nehmen. Das zehrt nach einem langen Fahrtag an den Nerven, es ist sehr lebhaft ist und es gibt viel zu sehen gibt.
Gegen Abend erreichen wir dann unser erstes Camp im Krüger, Crocodile Bridge.
Liebe Grüsse aus dem Krüger NP
Mirella und Chrigu
Es könnte noch viel schlimmer sein
Das Büssli hat es nicht geschafft. Wir konnten nicht mal 100 km fahren, als es plötzlich einen Ruck gab und wir mitten auf einer Baustelle stehen blieben. Mit aller letzten Kraft konnten wir das Büssli in eine schlammige Ausfahrt lenken. Nichts ging mehr. Der Motor gab nur noch ein jämmerliches Röcheln von sich. Trotzdem versuchen wir mit Hilfe des Buches“ jetzt helfe ich mir selber“ das Problem zu finden. Und Chrigu hat den Fehler ziemlich schnell auch gefunden
Mindestens ein Kabel ist nicht mehr da wo es hingehört und mit grosser Wahrscheinlichkeit liegt das ganze Problem am Anlasser. Mir kommen ganz spontan Bilder in den Sinn ( Aussenkehr, Rosh Spinas, war das nicht erst gerade
)
Aus eigener Kraft kommen wir hier nicht mehr weg. Uns beleibt also nichts anderes übrig, als Hilfe zu organisieren. 20 Minuten müssen wir warten, hiess es am Telefon. Wie viele afrikanische Minuten es tatsächlich waren können wir nicht mehr sagen. Trotzdem müssen wir aber auch sagen, es könnte noch viel schlimmer sein, es könnte nämlich in Strömen regnen
Da uns immer noch die Worte fehlen, lassen wir Bilder für uns sprechen
In der VW Garage werden wir sehr freundlich aufgenommen und viele Menschen kümmern sich um uns und um unser Büssli. Diagnose: Nichts für die mechanische Werkstatt, es muss wieder zum Elektriker. Leider hat der heute aber keine Zeit mehr, so müssen wir bis morgen warten. Die VW Garage wird das Büssli gleich am frühen Morgen hinbringen und wir müssen dann nur noch warten. Warten wir langsam aber sicher zur Passion. Warten bekommt eine neue Bedeutung. Wo wir jetzt nicht schon überall gewartet haben. Nur da nicht, wo wir eigentlich wollen, nämlich an einem Wasserloch, wo es Tiere zu beobachten gibt. Wir versuchen, auch in diesen schweren Stunden, den Humor zu bewahren und über uns selber zu lachen. Dann träumen wir von einem ganz tollen Auto, mit einem ganz tollen Motor der ganz tollen Schublanden und ein ganz tolles Regendach hat und, und, und………
Manchmal sinkt die Moral aber trotzdem auf den Nullpunkt. Kann es sein, dass wir es nicht mal in der Krüger schaffen? Haben wir jetzt nicht alles machen lassen? Oder stimmt es vielleicht wirklich, dass bei einem Syncro immer etwas kaputt ist. Hätten wir vielleicht doch lieber einen Landy kaufen sollen. Da hätten wir jedenfalls gewusst, auf was wir uns einlassen
In der Zwischenzeit wird uns geholfen ein Mietfahrzeug zu organisieren und wir suchen einen Ort zum bleiben. Da nicht gerade Hochsaison ist, finden wir auch schnell ein Selfcatringflat wo wir bleiben können solange wir wollen in unserem Fall natürlich so lange wir müssen. Auch hier ist die Vermieterin sehr freundlich und zeigt grosses Mitleid mit uns. Genau das was wir jetzt brauchen
Da wir immer noch total verschlammt sind, müssen wir erst einmal unter die Dusche um wieder wie Menschen auszusehen. Ein kleines bisschen lässt die rote Farbe an Namibia und an die Himbas denken. Leider geht der Schlamm auch nach mehrmaligen waschen nicht ab und unsere Füsse werden uns wohl noch lange an diesen Tag erinnern.
Zu müde um selber zu kochen machen wir uns mit dem schicken Toyota Carolla auf die Suche nach ein Restaurant. Nach einigem umherirren finden wir ein herziges Lokal, direkt an einem kleinen See. Es giesst wie aus Eimern, das Essen muss nochmals einen Umweg durch die Küche machen und die Moskitos finden uns zum Fressen toll. Dafür schmeckt der Wein ausgezeichnet und der Kellner, wohl ein Lehrling, gibt sich grosse Mühe. Total erledigt fallen wir in die Betten und werden weiterhin als Blutbar von den Moskitos missbraucht.
Herzliche Grüsse aus Richards Bay wo mittlerweilen die Sonne scheint
Mirella und Chrigu
Über Berg und Tal in der ehemaligen Transkei
Nachdem wir die Tage in East London genossen haben und lange am Strand spazieren waren, geht es nun weiter. Uns erwartet eine lange Strecke. Wir fahren weiter Richtung Osten auf der N2 quer durch die ehemalige Transkei. Noch immer wird dieses Gebiet von den weissen Süd-Afrikanern wenn möglich gemieden. Die Transkei war das erste Homeland, das 1963 unter der offiziellen Herrschaft von Kaizer Matanzima, entstand. 1975 akzeptierten die politischen Führer, gegen den Wunsch der Bevölkerung, die nominelle Unabhängigkeit. Die Transkei war ein Produkt der Apartheid-Politik, deren Folgen sich bis heute katastrophal auswirken. Die Region zählt zu den dichtbesiedelten Süd Afrikas und auch zu den ärmsten.
Wir merken das relativ schnell. Es hat kaum noch Weisse und bis auf ein Auto mit Dachzelt begegnen wir keinen anderen Touristen. Für einmal bin ich sehr froh um unser Büssli. Viele Menschen am Strassenrand versuchen uns anzuhalten und hoffen, dass wir sie mitnehmen. Etwas erstaunt sehen sie dann aber, dass wir wohl doch kein Taxi sind. Unzählige Minibusse, meist Toyota Quantums (auch bekannt als HummelDumm Fahrzeug) rauschen an uns vorbei. Die Strasse ist fast durchwegs in einem sehr gutem Zustand. Drei Fahrspuren erleichtern einem das Fahren. Immer da wo es bergauf geht, hat es einen Überholspur. Trotzdem gibt es immer wieder gefährliche Momente. Immer dann nämlich, wenn die Geduld eines Fahrers durch ein langsam fahrendes Vehikel auf die Probe gestellt wird. Und das passiert öfters mal.
Die Landschaft hat trotz des trüben Wetters ihren speziellen Reitz. Grüne Hügel wechseln sich mit fruchtbaren Tälern ab. Weit verstreut stehen bunte Häuser, fast jede Familie hat einen grösseren Garten, wo Mais und Kartoffeln angebaut werden. Friedlich grasen Rinder, Schafe und Ziegen auf den saftigen Weiden. Trotz der üppigen Vegetation ist nicht zu übersehen, dass hier ganze Wälder gerodet wurden. Ausserdem leidet die ganze Region an Überweidung. Die Folge davon sind tiefe Erosionen.
Wir passieren mehrere grössere Ortschaften. Und da ist es plötzlich, das Afrika, wie man es sich vorstellt. Man kann es sehen, man kann es hören und man kann es riechen.
Das Büssli muss schwer arbeiten. Rauf und wieder runter, rauf und wieder runter. Wir machen fast 1600 Höhenmeter. Dafür läuft das Büssli erstaunlich gut. Nur beim Bergauffahren sind wir fast so langsam wie die Lorrys (Lastwagen) runter geht’s dafür ums schneller. Jedoch fallen uns zwei Dinge auf. Wir müssen viel zu viel Tanken und irgendetwas stimmt mit dem Gas immer noch nicht. Das Standgas ist viel zu hoch. Ausserdem haben wir schon wieder ein Loch im Auspuff. Zurzeit tönt das Büssli wie ein aufgemotzter Käfer.
Bei Nieselregen kommen wir zur Oribi Schlucht und suchen verzweifelt das Restcamp des Parks. Auch nach längerem umherirren finden wir es nicht und steuern nun den Lake Eland an. Dieses entpuppt sich als Tagesausflugsziel für Großstädter. Es hat einen kleinen Gamepark, einen Fischerteich und einen langen Hängebrücke. Es hätte so gar ein Restaurant. Nur leider ist alles fest verschlossen. Es ist erst kurz nach fünf. Die Arbeitszeiten werden aber auch hier sehr gründlich eingehalten. Wir stellen uns einfach auf einen freien Platz und bauen das Zelt auf. Nun muss sich Chrigu mal wieder um das Innenleben des Büsslis kümmern. Das Problem ist schnell gefunden. Die Feder des Gaszuges ist gebrochen, wird geflickt und schon läuft das Büssli wieder einwandfrei.
Nach einer regnerischen Nacht steht Durban auf dem Plan. Ein dumpfes Brummen begleitet uns die ganze Fahrt. Das Wetter ist etwas besser, ab und zu scheint sogar die Sonnen, aber es ist ziemlich schwül und feucht.
Durban ist eine riesige Stadt die wohl auf hunderten von Hügeln erbaut wurde. Auf den einen Hügeln stehen richtig luxuriös Häuser mit Alarmanlagen und Stacheldraht rundherum, auf anderen gleich nebenan, einfache Hütten und gleich dahinter das ganz Elend der Wellblechhüttensiedlungen. Dazwischen dampfen riesige Schornsteine oder stehen gigantisch grosse Industrieanlagen. Eigentlich wollen wir Durban nur umfahren. Auf mehrspurigen Autobahnen passieren wir schon einen Grossteil der Stadt. Trotzdem brauchen wir noch einige Sachen aus einem Outdoorladen und müssen uns wohl oder übel doch hinein wagen. Das war allerding nur Wunschdenken. Nach unserem ersten Einkauf sehen wir unter dem Auto, dass überall Ölspuren sind. Gar nicht gut, das sieht sogar richtig übel aus
Und zu allem Überfluss muss Chrigu für einen energischen Kunden sofort und jetzt gleich ein Problem am Computer lösen. Das verbraucht uns eine Menge kostbarer Zeit. Kostbar deshalb (wir haben ja eigentlich alle Zeit der Welt) weil heute dummerweise Freitag ist. Dank der Erfindung des Androidphone ist eine Werkstatt schnell gefunden. Das Navi leitet uns mitten in die pulsierender Stadt. Und das an einem Freitagabend
Mit allerletzter Kraft schaffen wir es zur VW Garage. Da geht es zu und her wie in einem Bienenhaus. Trotzdem hat ein Mechaniker kurz Zeit uns behilflich zu sein. Vernichtende Worte treffen unsere Ohren. Getriebeöl
Kommt das dumpfe Brummen von Morgen daher? Das kann er uns allerdings auch nicht sagen. Und leider haben sie auch keine Zeit das Büssli genauer zu untersuchen. Wir können aber langsam weiterfahren, in Richardsbay 160 km von Durban weg, wäre eine andere VW Garage. Bloss schafft das das Büssli noch? Was ist wenn es wirklich das Getriebe ist? Wir sind zu deprimiert um uns jetzt darüber Gedanken zu machen. Wir müssen erst einmal ein Platz zum Übernachten finden. Ausserdem passiert vor Montag ja sowieso nichts mehr. Im Dolphin Resort in Ballito finden wir einen schönen Platz zum Bleiben. Fast direkt am indischen Ozean.
Fürs erste werden wir mit einem wunderschönen und schwül, heissen Tag belohnt. Haushalten und Arbeiten ist angesagt und am Nachmittag stürzen wir uns in die grossen Wellen, des herrlichen warmen Meers.
Mittlerweilen giesst es vom Himmel und an das Büssli denken wir erst morgen wieder.
Verregnete Grüsse aus Ballito
Mirella und Chrigu

