Archiv für September 2009

Süd Afrika, wir kommen

 

Nun haben wir es doch noch geschafft. Wir sind ohne Probleme über die Grenze gekommen. Schon wieder haben wir vergessen, dass man zur Einreise in Süd Afrika keine Zettel ausfüllen müssen. Vom Büro 2 durchlaufen wir eine Parcours bis zum Büro 4 um irgendwelche Stempel abzuholen, die auf ein Papier kommen, das wir anschliessend in einen Briefkasten werfen müssen. Keiner fragt uns was wir haben und was wir wollen. Oder wie lange wir bleiben möchten. 90 Tage in den Pass geklebt und das war’s auch schon. Wir haben es geschafft. Was erwartet uns wohl in diesem schönen Land alles.

Die Landschaft ist abwechslungsreich und es wird immer grüner. Das tut den Augen richtig gut, nach all dem Staub in Namibia. Nur leider sind die Blumen verblüht. Schade, es wäre ein grossartiges Jahr gewesen. Nur noch wenige stehen am Strassenrand und fristen ihr da sein.

Heute ist es sehr windig und frisch. Das Fahren macht keine Spass, weil man dauern schauen muss, dass man nicht von der Strasse geweht wird. Ausserdem hat es recht viel Verkehr, was es auch nicht angenehmer macht. Aber was solls, wir wollen ja vor allem vorwärts kommen.

Ziel ist Clanwilliam. Da wird unser Ausgangspunkt für Lamberts Bay sein, wo es eine grosse Kolonie Kap Tölpel gibt.

Kurz bevor wir ankommen machen wir noch eine Detour durch die ersten Weinberge. Die Strecke ist wunderschön, obwohl mir Chrigu etwas zu schnell über die Gravelroude donnert. Leider sind wir auch etwas spät dran, denn die Sonne steht schon tief und wirft im Tal und am Damm auch schon die ersten Schatten.

Der lokale Caravan Platz in Clanwilliam wäre eigentlich sehr schön. Wäre es nur nicht so furchtbar kalt. Wir ziehen alles an, was die Taschen hergeben und frieren immer noch. So machen wir aus unserem Büssli ein Speisebüssli. Sogar die extrem warmen Schlafsäcke müssen von Dachträger genommen werden.

Drinnen ist es aber kuschelig warm und gemütlich. Müde fallen wir dann auch bald schon ins Bett. Heute sind wir wirklich sehr froh um unser Büssli und dass wir nicht im Zelt schlafen müssen.

Frühmorgens, es ist etwas wärmer, da es nicht mehr so stark windet, starten wir auf zu Küste. Vorher möchten wir aber noch eine SIM Karte kaufen, damit wir auch in Süd Afrika wieder aufs Internet können. Das ist allerdings gar nicht so einfach. Nach den ersten Erkundigungen die Chrigu eingezogen hat, muss er in diesem diesen Ort zu PEP (ein Billigkleidergeschäft) um die SIM Karte zu holen. So einfach wie in Namibia geht das also hier nicht. In Süd Afrika muss man sich nämlich auch für die Prepaidkarte registrieren lassen und einen Ausweis zeigen. Als alles erledigt ist, gönnen wir uns noch einen leckeren Espresso, bevor wir gemütlich die wunderschöne Strecke nach Lamberts Bay hinaus, in Angriff nehmen. Endlich wieder einmal das Meer sehen. Und wie klar die Sicht ist. Kein Staubkorn in der Luft, überall blühen Blumen und läuft Wasser in den Bächen. Vorbei geht’s an Rooibusch Plantagen und friedlich grasenden Pferden. Es ist wirklich schön, rau, aber doch irgendwie lieblich.

Alles wäre perfekt, wenn sich unser Büssli nur nicht wie ein VW Käfer anhören würde. Das gefällt uns gar nicht und wir beschliessen, in Kapstadt einen Service machen zu lassen. Da gibt es sicher eine gute VW Garage. In dieser Weltstadt sollte das kein Problem sein.

Die Kap Tölpel Kolonie ist nicht so gross wie wir gedacht haben, aber trotzdem sehr beeindruckend. Dem ganzen weissgelbe Gewusel zuzuschauen und zuzuhören ist sehr spannend. Gerade fangen die Tölpel an, Eier zu legen um sie dann aus zu brühten. Die Jungen schlüpfen im November und um die Küken am besten zu sehen, wäre Januar der beste Zeitpunkt. Einzig das Licht zum fotografieren ist nicht optimal. Die Sonne kommt mal wieder von der falschen Seite. Darum bleiben wir eine Nacht hier auf der Camp Site, damit wir am Morgen nochmals zur Bird Island raus laufen können.

Übrigens schmeckt der Fisch bei Isabells Restaurant ausgezeichnet. Durchgefroren kuscheln wir uns nach langem Schreiben am PC ins Bett.

Noch immer sehr kalt, wieder rein in die Winterkleider und ab zu den Vögeln. Das Licht ist natürlich viel besser und ein oder zwei Fotos werden es wohl unter die Kategorie „ja ganz gelungen“ dazu gesellen (von etwas zweihundert).

Nach einer warmen Dusche fahren wir wieder zurück nach Clanwilliam und weiter nach Citrusdal. Und da fangen die Probleme mit dem Büssli erst richtig an. Diese Geschichte könnte jedoch etwas länger dauern. Darum……

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu

Gestrandet in Aussenkehr

 

Wisst ihr wo Aussenkehr ist, nein, wir wussten es auch nicht. Aber es hat ein schönes Ressort (Norotshama) dort, direkt am Oragne. Da mussten wir gezwungenermassen drei Nächte bleiben. Obwohl wir eigentlich schon lange in Süd Afrika sein wollten.

Frohen Mutes sind wir von Hobas, wo wir auch schon gezwungenermassen übernachten mussten, weil das Roadhouse fully boocked war, zu Fish River Canyon gefahren, um dem nochmals eine Chance zu geben (es war diesmal auch wirklich viel eindrücklicher als bei ersten mal). Weiter sind wir bis nach Ai Ais getucker, weil wir uns unbedingt das neue Bad anschauen wollten. Und es lässt sich sehen. Die haben das wirklich toll gemacht. Wir mussten nicht mal Eintritt bezahlen, um das herrlich warme Wasser zu benutzen, was uns ehrlich gesagt ziemlich verwundert hat. Niemand wollte das Permit sehen, dass ich für viel Geld am Morgen noch gekauft hatte. Gegen Mittag fuhren wir dann endlich los, frisch gewaschen und gestärkt. Kurz vor Nordoewer geschah dann das Unglück. Wir konnten das Büssli nicht mehr starten. Gut waren wir da auf einer Strasse die abwärts ging. So konnte Chrigu im Anrollen das Ding wieder starten. Was nun? Gute Frage! Aber in Nordoewer wird es wohl eine Garage geben, haben wir uns gedacht. Da können wir uns dann auch eine neue Batterie kaufen, denn wir dachten, dass die Autobatterie wohl nicht mehr gut war, resp. durch war. Doch leider gab es in Nordoewer keine Werkstatt, die nächste wäre in Aussenkehr. Also sind wir da hin gefahren, es sind ja auch nur 50 Kilometer, um dann zu erfahren, dass es hier auch keine Garage gibt. Und Aussenkehr ist jetzt wirklich ein Kaff! Obwohl, es hat auch einen Spar. Ansonsten besteht der Ort aus Strohhütten, wie man sie sonst nur im Ovamboland kennt. Da wohnen die ganzen Arbeiter mit ihren Familien die auf den Plantagen arbeiten. Beim Vorbeifahren haben wir aus dem Augenwinkel noch gesehen, dass kurz vorher eine Abzweigung zu einem Ressort war. Wir steuerten also drauflos, nur nicht den Motor abwürgen und landen auf eine Baustelle, zusammen mit zig Südafrikanern. Da muss ja mächtig was los sein. Es sind kurze Frühlingsferien ins süd Afrika. Schon wieder, denke ich, die haben wohl immer Freien wenn wir auch unterwegs sind. Es kommt auch gleich einer fragen, was wir wollen und ich schildere ihm das Problem. No Problem, höre ich in solchen Situation natürlich immer gerne. Kaum hat Chrigu den Motor abgestellt., geht er auch nicht mehr an. Und zwar für länger Zeit. Das wussten wir allerdings da noch nicht. War auch besser so. Wir wurden sehr freundlich empfangen und sollen uns doch erst mal in die Bar setzten und etwas trinken. Der Manager werde uns dann jemanden organisieren, der auf der Farm arbeite auch ein Mechaniker sei. Wir genossen trotz allem unser Rock Shandy auf der Terrasse und bewunderten den Blick auf den Oragne. Endlich mal wieder Wasser und Grün sehen. Das ist da unten im Süden, wo es nur Steine gibt schon sehr faszinieren.

Nach kurzer Zeit kam Erich um sich unser Problem anzuschauen. Er überbrückt den Motor und schon läuft er wieder. Morgen können wir im Agrimark eine neue Batterie kaufen und dann weiter fahren. So einfach löst man Probleme in Namibia.

Zur Feier des Tages, gönnten wir uns das Essen im Restaurant. Leider mussten wir sehr lange warten, fast zwei Stunden und das hat uns gar nicht gefallen. Dafür war der Wein sehr gut.

Am nächsten Morgen, pünktlich um acht, stand auch schon die neue Batterie bei unserem Auto, nur schnell einbauen und los geht’s. Doch warum will jetzt das Büssli nicht starten? Ratlosigkeit macht sich bei Chrigu und Erich breit. Alles würgen und machen bringt nichts. Zufälligerweise ist gerade auch ein Autoelektriker da, der kann uns bestimmt helfen, es liegt sicher an der Elektrik. Ich habe ja immer schon gesagt, dass zu viel Elektrik an einem Auto in Namibia nicht gut ist. Siehe auch den Eintrag zur elektrischen Scheibe.

Es dauert nicht lange bis Andre und ein Freund kommt. Auch die versuchen alles mögliche. Chrigu telefoniert allen möglichen, Himba Uwe der Büssli Spezialist, Uwe der Retter in der Not, sogar der Vorbesitzer wird kontaktiert weil es sein könnte, dass irgendetwas mit der Wegfahrsperre nicht mehr geht. Denn an der Batterie kann es ja nicht liegen. Übrigens, die alte war noch gut.

Irgendwann, so etwa nach vier Stunden, geben die Elektriker auch auf.

Nochmals rufen wir Uwe an, der meint dann, dass es vielleicht der Anlasser sein könnte und für das müssten wir auf jeden Fall in eine Werkstatt. Die nächste wäre in Keetmanshoop oder in Rosh Pinah. Wir entscheiden uns für Rosh Pinah. Uwe ruft schon kurze Zeit später wieder an und teil uns mit, dass er eine Werkstatt gefunden hat und dass uns William in den nächsten paar Minuten anrufen wird. Und das tut besagter William auch. Er werde gleich vorbeikommen. Super funktioniert das ja, habe ich nie gedacht. Ein bisschen zu früh gefreut, denn nach eine Stunde warten ruft er an und sagt, dass er es heute doch nicht mehr schaffen wird. Also bleiben wir eine zweite Nacht auf der Campsite. Doch leider müssen wir unseren schönen Grasplatz räumen, weil er schon ausgebucht ist. Also muss ein Auto her, dass uns anziehen kann. Ein Backie zieht das Büssli von dannen und gleich darauf kommt es angefahren, ganz ohne fremde Hilfe.

Da es heute nicht mehr so windig ist wie am Vortrag (Kaltfront von Kapstadt) sitzen wir für den Sundowner auf dem Bootssteg und geniessen eine unglaublich schönen Sonnenuntergang.

Frühmorgens, nachdem der Backie uns wieder angezogen hat, fahren wir nach Rosh Pinah. Für alle die, die diese Strecke noch nie gefahren sind, es ist eine der schönsten in Namibia. Immer wieder fährt man am Fluss entlang, mal durch ein Steinschlucht und über den Fish River, wirklich sehr empfehlenswert. Nur leider konnten wir die schöne Fahrt im besten Fotografenlicht nicht geniessen. Ihr wisst schon. Nur nicht den Motor abwürgen. Denn hier kommt bestimmt nicht so schnell einer vorbei, der uns helfen kann. Werden wir später noch erfahren.

In Rohs Pinah irren wir noch etwas herum bis uns William von selber findet und uns den Weg zur Werkstatt zeigt.

Nachdem wir das Büssli ausgeräumt haben und man so gut zu Motor kommt, ist denen gleich klar was kaputt ist. Der Anlasser, genauer die Kohlenbürsten im Anlasser. Es werde etwas eineinhalb Stunden Dauer. Das geht ja noch. Doch daraus werden vier und bis wird endlich los können, ist es auch schon zwei. Das sollten wir aber locker noch bis Springbock schaffen. Doch so einfach lässt uns Namibia nicht los.

Kaum 20 Kilometer gefahren, haben wir einen Platten. Das muss doch jetzt wirklich nicht sein, oder. Aber kein Problem, Reifen haben wir schon zig mal gewechselt.

Dummerweise ist der das Loch, um den speziellen VW Bus Wagenheber anzusetzen, vermurkst und wir können ihn nicht gebrauchen. Und eine anderen haben wir nicht. Schöne Sch…..

Also heisst es warten und warten und warten. Da kommt endlich ein Fahrzeug, ein PKW, aber die Brasilianer sind gerne beriet zu helfen, haben auch so etwas wie eine brauchbaren Wagenheber. Doch der reicht nicht und alles mögliche hilft nicht. Chrigu will unbedingt den Reifen flicken, hat ja von Ute und Werner ein tollte Set bekommen. Doch es geht nicht ohne das Rad richtig zu heben. Also fahren die Brasilianer weiter. Die Südafrikaner haben nichts dabei gehabt und die Einheimischen hatten zwar einen Heber, aber der war so instabil, dass ich mich wehement geweigert habe, das Rad weg zu nehmen. Nun blieb uns nicht anderes übrig, als William wieder anzurufen und um Hilfe zu bitte. Der macht einen Plan uns schickt uns einen Tire repair vorbei, in den nächsten 15 Minuten. Als nach einer Stunde immer noch niemand aufgetaucht ist, kommt zufälligerweise eine anders Auto vorbei. Es steigen drei junge Männer aus, die den Reifen in Null Komma nichts wechseln. Wären die doch nur früher gekommen. Kurz bevor wir losfahren wollen kommen dann endlich auch die bestellten Helfer. Wir bedanken uns und entschädigen sie für die Fahrt die sie umsonst gemacht haben.

Endlich kann’s wieder weitergehen. Eine Stunde vor Sonnenuntergang. Wieder im besten Fotografenlicht. Wir werden es wohl doch nicht mehr bis Springbock schaffen und fahren wieder zurück zum Norotshama River Camp.

Die freuen sich sehr uns wieder zu sehen und unsere Geschichte ist für kurze Zeit Gesprächsstoff Nummer eins an der Bar.

Das Essen im Restaurant war heute ausgezeichnet und es ging sehr schnell.

Unsere Einkaufsliste ist wieder gewachsen. Also wir brauchen einen Wagenheber und ein Überbrückungskabel. Das werden wir dann in Süd Afrika kaufen, wenn wir es dann mal schaffen…..

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu

Brukkaroskrater, volles Programm

 

Heutiges Ziel ist der Brukkaroskrater. Gemütlich tuckern wir auf der Teerstrasse B1 Richtung Süden. Viel gibt es da nicht zu sehen und viel Verkehr hat es auch nicht. Darüber sind wir natürlich nicht unglücklich. Zwischenstopp ist erst mal Marientahl. Da wollte Chrigu unbedingt in den Spar, weiss auch nicht warum, denn alle Spars sehen mehr oder weniger gleich aus. Doch Chrigu wollte unbedingt wissen, was wir (Monika, Judith und ich) im April sooo lange da drinnen gemacht haben. Und da sehe ich es, endlich mal, das rote Rollhotel, unglaublich, aber es gibt sie wirklich. Schon immer wollte ich so eines sehen. Schade nur, dass wir denen heute Abend nicht beim Aufbau zuschauen können. Denn die wollen sicher nicht zum Brukkaroskrater.

Das Essen an der Theke macht uns nicht gerade an, deshalb fahren wir wieder weiter und machen auf einem Rastplatz Pause. Crackers mit Thunfisch. War gut, aber auch nicht mehr.

So langsam taucht der Krater am Horizont auf. Schon von weitem kann man ihr sehen. Ist auch der einzige Berg weit und breit. Es dauert dann aber nochmals 150 km bis wir den Fuss erreicht dann endlich haben.

Wir werden sehr nett empfangen und mit dem Hinweis weitergeschick, dass wir nur mit 4×4 ganz rauffahren können. Natürlich, haben wir doch. Von unten sieht es gar nicht so steil aus, denke ich mir, also muss ich mir auch keine Sorgen machen, denke mir. Schon geht’s los, doch so direkt unten am Berg sieht die Strecke dann doch sehr steil aus. Augen zu und durch. Chrigu kommt auch sehr gut vorwärts und muss erst in der Mitte, da wo auch geteert wurde, den Donkeygang einlegen. Nun geht’s im Kriech- oder Gelendegang weiter und das alles wirklich ohne Probleme, auch wenn ich das nicht für möglich gehalten haben.

Oben angekommen werden wir mit einem schönen Camp und einer einmaligen Aussicht belohnt. Nur sehr windig ist es hier oben. Aber das gehört wohl irgendwie zu Namibia.

Heute beschliessen wir, nicht mehr zum Kratergrund zu laufen, obwohl es, laut Buch, nur eine halbe Stunde wäre. Wir laufen stattdessen nur auf den Kamm um von da aus den Rundumbilck zu sehen. Über Stock und Stein, durch Dornenbüsche marschieren wir zielstrebig zum vermeintlichen Aussichtspunkt. Doch leider haben wir uns mit dem Licht verrechnet, denn die Schlucht ist schon im Schatten und die Fernsicht ist sehr getrübt. Gut finde ich wenigstens einen wunderschönen Stein. Es könnte irgendwas sein, aber es glitzert wie Citrin. Mitnehmen, er muss ja nicht mehr geflogen werden und wenn der Container kommt, ist auch mein Steinbuch dabei.

Langsam geht die Sonne unter und taucht die Steine in wunderschöne Farben. Nur windig ist es immer noch und wir müssen hinter dem Büssli essen. Tandorichicken und Reis, war sehr lecker.

Ausgeschlafen treten wir am Morgen die Wanderung an. Wie schon gesagt, es ist nur eine halbe Stunde. Am Anfang sind wir auch noch dieser Hoffnung, denn Chrigu schleppt seine gesamte Fotoausrüstung mit. Doch die Dame, die dieses Buch geschrieben hat, war wohl nie da oben. Denn irgendwann hat sich der Fussweg in einen Hochalpinen Klettersteig verwandelt. Irgendwann nach ca. 45 Min. entscheiden wir uns dafür, dass ich die Strecke alleine weiterlaufe und Chrigu Bescheid gebe, wenn es sich wirklich lohnt da rauf zu klettern. Es geht weiter teil bergauf und oben angekommen wieder nach unten, nur damit ich kurze Zeit später wieder alles hoch laufen kann. Und als ich endlich am Kraterrand stehe, sehe ich nicht wirklich was atemberaubendes. Was sicher ist, ist dass es sich für Chrigu nicht gelohnt hätte. Denn um wirklich gute Fotos zu machen, hatten wir in den Krater laufen müssen, was bedeutet hätte, alles wieder bergab und später wieder bergauf. Und irgendwie sieht es aus wie im Engadin. Nur dass es dort keine Köcherbäume gibt.

Für mich hat es sich aber schon gelohnt, nur des Erzgeizes wegen. Und etwas Sport tut allen gut.

Zurück zum Auto geht’s dann wieder gemeinsam.

Wäsche waschen ist heute angesagt und wie das herauskommt, werdet ihr demnächst hier lesen können.

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu

Endlich unterwegs

 

Endlich unterwegs. Auch wenn wir es heute nur bis zum Lake Oanob geschafft haben. Aber wir sind glücklich und zufrieden. Chrigu spielt Banjo und ich erzähle euch wieder einmal etwas. Wobei ja Banjo nicht gerade zu meinen Lieblingsinstrumenten gehört, aber eben, jedem das seine.

Am Wochenende machten wir uns mit Carsten auf zu Spitzkoppe. Kurzerhand haben wir am Freitagabend beschlossen aus dem Büssli, ein Girlibüssli zu machen und haben Carstens Studentinnen mitgenommen, weil die sonst wohl nie aus der Stadt herausgekommen wären.

Neuen Uhr wäre geplant gewesen. Wir sind auch pünktlich um halb neun zum Frühstück aufgetaucht und haben frische Brötchen mitgebracht. Doch bis drei junge Mädels dann auch alles gepackt hatten, das dauerte eben. Schon um halb zehn konnten wir aber los fahren und hatten leider eine recht mühselige Fahrt. Nein, nicht wegen den Mädchen, denen hat es gefallen, sondern weil wir fast die ganze Strecke über eine Schnecke von Autofahrer vor uns hatten. Wir sind ja mit dem Büssli schon recht flott unterwegs. Doch das was die Namibier können, das kann einfach das Büssli nicht. So werden wir laufen von allen möglichen Fahrzeugen überholt, sogar von solchen, die einen Anhänger hinter sicher her ziehen. Als uns dann auch ein Lastwagen überholen will, geben wir noch mehr Stoff. Die Schnecken, es waren nämlich zwei, die konnte man auch wirklich nicht gut überholen bei dem Gegenverkehr, begleiteten uns bis Okahandja. So mussten wir uns alle gedulden. Der nächste Strassenabschnitt zeigt sich von einer sehr interessanten Seite. Wir konnten mal wieder Zeuge werden, wie in Afrika Strassen gebaut werden. Das ist allerdings ein Thema, dass ich gerne ein anders mal ausführen möchte. Es würde heute den Rahmen sprengen.

Der Rest war das übliche Wellblechgeholpere. Was für uns aber einmalig war, ist die gute Fernsicht die wir an diesem Tag hatten. Schon von weitem konnten wir die Spitzkoppe sehen. So gut wie selten zuvor. Das Gras ist immer noch goldgelb und die Steine leuchten orange-rot obwohl es erst Mittag ist. Es ist ein ganz magischer Augenblick.

Einige der Mädchen haben sich entschieden ein Bodypaintig zu machen, dafür ist die Spitzkoppe auch wirklich sehr geeignet. Das bemalen dauerte über zweieinhalb Stunden. Aber das Ergebnis ist sehr sehr schon. Zeigen darf ich natürlich keine Bilder, ist ja auch verständlich . Nur soviel, eine war eine Giraffe und eine ein Zebra.

Werner hat sich heute wohl selber übertroffen und natürlich auch Steffi, die hat viele Streifen gemalt.

Am Abend dürften wir unser erstes Buschmannfondue geniessen. Jörg hat das gemacht. Und es war lecker. Werden wir bestimmt wieder einmal machen. Von Carsten ist übrigens weit und breit nichts zu sehen. Der arme Kerl musste noch eine Stadtrundfahrt machen. Er kam dann irgendwann doch noch, wir waren jedenfalls schon lange in unserem Büssli am Schlafen.

Am nächsten Morgen haben wir uns nochmals alle Campsites angeschaut und fotografiert. Wir haben vor, die mal alle zu dokumentieren. Dann, wenn wir mal richtig viel Zeit haben. Da es sehr heiss ist, schenken wir uns den kraftraubenden Aufstieg zu Buschmanns Paradies. Vor allem auch deshalb, weil um diese Jahreszeit wohl kaum mehr mit Wasser zu rechnen ist.

Gemütlich fahren wir im klimatisierten Büssli wieder nach Windhoek zurück.

Am Abend treffen wir uns noch mit Siggi, Heinz und deren Freunden sowie mit Maxi und Carsten in Joes Beerhous. Übrigens das erste male seit wir in Namibia sind. Es war ein gelungener Abend und wir fallen dann spät abends müde ins Bett.

Und nun sind wir also unterwegs.

Liebe Grüsse und bis bald von big5 on tour.

Mirella und Chrigu

Schlange stehen

Nun haben wir uns doch eben erst häuslich eingerichtet und schon geht’s wieder weiter. Eigentlich wollten wir für mindestens zwei Wochen hier in Windhoek bleibe, weil wir gedacht haben, dass das mit der Firmengründung so lange dauert. Doch wir sind ja hier in Afrika. Und da läuft vieles anders als in Europa. Das wurde uns heute mal wieder so richtig bewusst.

Also, erstens wird hier noch alles von Hand geschrieben. Das heisst, Chrigu der Informatiker der schon seit Jahren kaum mehr was von Hand geschrieben hat, muss also Formulare ausfüllen, von Hand. Und das auch noch alles in Großbuchstaben, denn sonst können sie es nicht lesen und ausserdem muss der Kugelschreiben schwarz sein. Die offiziellen Formulare bekommt man aber nicht da, wo die Firma gegründet werden kann, sondern die muss man in einem Schreibwarengeschäft am anderen Ende der Stadt kaufen. Und dann, eben von Hand ausfüllen. Weiter geht es zu Post, wo für besagtes Formular eine Wertmarke gekauft werden muss. Das bedeutet übrigens, in einer Schlange anstehen. Sogleich muss von dem Papier eine Kopie gemacht werden, und das bedeutet, wieder in der Schlange anstehen. Dann geht’s weiter in das Ministerium für Wirtschaft und Industrie. Zuerst muss man sich an der Pforte einschreiben und dann, ja genau, wieder in einer Schlange anstehen.

Wir fragen nach, wie lange es dauert, den Firmennamen zu überprüfen. Das muss zuerst gemacht werden, nicht dass es am Schluss zwei gleiche Firmen gibt. Ist irgendwie logisch, oder. Leider müssen nun erfahren, dass das Überprüfen mindestens drei Wochen dauern wird. Ach du Schreck, damit haben wir nicht gerechnet. Was sollen wir nun machen?

Am besten wieder in einer Schlange anstehen, so kommen wir einerseits nicht aus der Übung und anderseits brauchen wir noch ein weiteres Papier um überhaupt ausreisen zu dürfen. Das wäre eigentlich ganz flott gegangen, denn Mitte Monat haben die Leute weniger Geld und können sich deshalb solche Sachen nicht leisten. Es kommt, wies kommen muss, für die besagte Policeclearens braucht es auch eine Kopie. Genau die haben wir aber nicht.

Kurze Ausführung wie man zur Policeclearens kommt. Also man fährt mit dem Auto zu einer speziellen Einrichtung der Polizei, dort wir der Motor angeschaut und überprüft ob die Papiere , die Motoren- und Chassienummern übereinstimmen. Nachher muss man in ein Büro gehen und sich in die Schlange stellen. Irgendwann wird ein Formular ausgefüllt und auf die Originalpapiere in Stempel gemacht. Dann dauert es mindestens drei bis vier Tage bis das ausgefüllte Formular ins

Büro 1, der Phase 2 geht.

Genau da sind wir nun auch, ohne Kopie vom richtigen Formular.

Chrigu mit seinem geschulten Auge sieht aber sofort, dass der Polizist in seinem Büro auch einen Kopierer hat und fragt ganz nett, ob er denn nicht gleich hier eine Kopie machen könnte. Nein, erhält er schroff zu Antwort und wird wieder weggeschickt. Mittlerweile steht Chrigu kurz vor dem überkochen und sucht in der Gegend nach eine Kopiermöglichkeit. Fündig wird er bei einer Chinesin, die das prompt erledigt und er bezahlt auch noch weniger als vorhin auf der Post. Also wieder zurück und wieder in der Schlange anstehen. Leider hat sich der überarbeitet Polizist just in dem Moment eine Pause gegönnt, als wir wieder mit der Kopie ankommen. Die Schlange hat sich zwischenzeitlich auch etwas verlängert, das bedeutet, wieder anstehen. Irgendwann kommt er endlich wieder zurück und es geht wieder weiter. Nun geht’s zum Büro zwei, der Phase 2. Hier sind zwei nette Ladys beschäftigt. Die eine kassiert das Geld, die andere schreibt wieder ein neues Formular. Chrigu hat nun endgültig die Schnauze voll und stürmt sogleich mit dem Geld zur zweiten Frau. Doch so läuft das hier nicht. Also wieder zurück zur ersten und Formulare ausfüllen. Als dann endlich alles geschafft ist, ist auch der Tag vorbei und Chrigu, der ja sonst eine sehr geduldiger Mensch ist, ist am Rande eines Schreikrampfes.

Fazit: Immer Geduld, Geld, ein Buch oder das Handy mit spielen ausrüsten, etwas zu trinken und zu essen mitnehmen und nicht vergessen, von allem eine Kopie machen.

Chrigu hätte da allerdings eine bessere Methode. Wir suchen uns einen Einheimischen der das für uns macht. Die kommen nämlich schon mit der Geduld, eine Leben lang in eine Schlange abzustehen, auf die Welt. Und das stimmt wirklich. Noch nie haben wir Schwarze gesehen die vordrücken, unfreundlich sind oder gestresst in der Schlange stehen. Zeit ist das, was sie wirklich im Überfluss haben und wir nicht. Und wenn’s heute nicht klappt, dann kommen sie einfach morgen wieder.

So beschliessen wir kurzerhand, noch am Wochenende Namibia zu verlassen und endlich nach Süd Afrika zu fahren. Die Zeit können wir da wirklich besser nutzen.

Wir fahren nochmals kurz (was meistens aber immer länger dauert) zu Carsten (da hatten wir am Morgen Joli und Allikana getroffen) und fragen bei ihm nach, ob er denn gelegentlich im Ministerium nachfragen kann, was der Firmennamen denn so macht. Natürlich kann er, hat ja sonst nicht zu tun, der Gute.

Spontan folgen wir der Einladung von Carsten, am Wochenende zur Spitzkoppe zu fahren. Wir hätten da auch Gelegenheit, die neue Siedlung der San anschauen zu dürfen, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen. So dauert unser Aufbruch nach Süd Afrika doch noch etwas länger.

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu

Probewohnen in Windhoek

Probewohnen in Windhoek

Nachdem wir ein durchzogenes Wochenende auf der Kulala Desert Lodge verbracht haben (das ist eine andere Geschichte), sind wir nun heute umgezogen. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge haben wir die Airport Farm mit fast allem Sack und Pack verlassen. Wir haben uns sehr an die Farm, an die Menschen, an das Landleben und das Umsorgt sein gewöhnt. Doch für uns wurde es nun Zeit, uns abzunabeln und was Neues zu beginnen. Einige Dinge blieben allerdings da, weil wir das Gefühl haben, dass es da sicherer sei oder weil wir es einfach aus Platzgründen nicht mitnehmen konnten.
Nun sind wir also in der recht grosszügigen Ferienwohnung angekommen und haben uns häuslich eingerichtet. Wir mussten aber sogleich schon etwas umbauen, denn einen Esstisch gibt es hier nicht. Gut, dass wir unseren eigenen mitgebracht haben, sowie auch die Stühle.
Die Wohnung hat eine offene, recht grosse Wohnküche mit einem Schreibtisch, einem etwas lädiertem Sofa und einem TV. Der gibt aber ausser SAT 1 nicht viel her aber bis jetzt haben wir den Fernseher auch noch nicht vermisst. Dann hat es ein grosses Schlafzimmer mit vielen Einbauschränken aber leider nur eine kleines Doppelbett. Daneben ist das Badezimmer, dass so gross ist, wie das, dass wir in Faulensee hatten. Aber logischerweise nicht sooooo schön. Zur Wohnung gehört ausserdem auch eine kleine Terrasse und in der Anlage eine Braiiplatz und ein Swimmingpool. Da drinnen kann man aber nicht baden, weil er viel zu kalt ist, obwohl es seit einigen Tagen schon sehr viel wärmer geworden ist. Die Vermieterin ist sehr nett und lässt uns machen was wir wollen. Das passt also.
Auf der Einkauftour sind wir mal wieder auf die Welt gekommen. Die Lebensmittel sind in den letzten Jahren ganz schön teuer geworden und wir machen jetzt das, was wir vorher noch kaum gemacht haben, Preise vergleichen.
Dafür können wir jetzt unseren Speiseplan wieder so gestalten wie wir das gewohnt waren, wie wir das mögen und vor allen wann. Das hat halt auch seine Vorteile und wir werden das bestimmt geniessen.
Obwohl, für uns ist das schon eine neue Welt. Da bist du in „deinen vier Wänden“ hast aber vor dir schwedische Gardinen und um dich herum eine hohe Mauer mit einem Elektrozaun. Da wird man schon nachdenklich. Viele sagen zwar, dass man sich daran gewöhnt und dass das halt hier so ist. Eigentlich wussten wir das ja auch, aber wenn es dann soweit ist, ist es doch nochmals anders. Die Vermieterin hat uns aber versichert, dass bei ihr noch nie eingebrochen wurde. Wir sind aber für den Anfang noch etwas skeptisch. So etwa, sind denn alle Festplatten und die Notis hier gut aufgehoben? Kann denn wirklich nichts wegkommen? Wird denn hier wirklich nicht eingebrochen? Müssen wir den Pfefferspray doch noch aus dem Auto holen und uns den neben das Bett legen?
Wir werden sehen, denn für uns ist es ja ein gutes Probewohnen, jedenfalls bis wir hier weg kommen und uns dann entscheiden, was wir in Zukunft machen werden und wohin wir gehen (hier heisst das fahren, denn kein weisser Mensch geht hier).
PS habe ich fast vergessen, hier gibt es ja zwei Wachhunde. Sie haben etwa die Grösse meiner beiden Katzen.
Liebe Grüsse
Mirella und Chrigu

Vollmond

Vollmond

Nun ist er schon einige Tag vorbei, aber wir haben es sehr genossen, mal
wieder in unserem Büssli zu schlafen. Voll bepackt sind wir ins Revier
gefahren. Da unten ist es aber leider auch immer recht frisch und wir
machten daher ein grosses Feuer, damit wir uns ein wenig wärmen konnten. Es
gab leckeres Rinderfillet und die allerletzten schweizer Teigwaren. Wir
werden uns wohl nie an die namibischen Teigwaren gewöhnen. Die sind innen
ganz weich gekocht und aussen noch all dente. Ausserdem haben sie auch
einen komischen Geschmack. Also wenn uns jemand was mitbringen will, wir
sind sicher dankbare Abnehmer für richtig gute italienische oder schweizer
Spaghetti. Barilla gib die hier zwar auch zu kaufen, im Superspar, aber die
sind unheimlich teuer und die werden wir uns in Zukunft nur noch zu
besonderen Gelegenheiten leisten können.
Sowieso, es gibt hier eigentlich alles zu kaufen, nur gewisse Dinge, die
aus Europa importiert werden, haben ihren Preis. So kostet zB Lindt
Schokolade 100g etwas 10 Franken oder Rahma flüssig 250 ml ca. 8 Franken.
Aber das teuerste ist wohl der Kaffee. Da kostet 500g Espressocafe,
gemahlen, 16 Franken. Ich verstehe nun auch langsam, warum hier alle
Ricoffy trinken. Das ist eine einheimischer Pulverkaffee der mit Chicory
gestreckt wird. Nur ist der aber leider auch ziemlich scheusslich und hat
mit Kaffee nicht viel gemeinsam.
Und dann ging er auf, der Vollmond. Leuchtend rot, am schwarzen
Nachthimmel. Es ist schon faszinierend zuzuschauen wie er dann in kurzer
Zeit seine Farbe von orange über gelb zu einer hell erleuchteten Kugel
verändert hat. Wir haben auch versucht das Schauspiel zu fotografieren,
sind aber noch nicht sicher, ob das auch wirklich geklappt hat. Aber anders
als andere Jahre, sind wir sicher, dass das nicht der letzte Vollmond war
den wir aufgehen sahen und wir schon in einem Monat wieder das grandiose
Farbspiel am Himmel bewundern können.
Die Nacht war wieder bitterkalt, sodass wir all unsere Decken und
Schlafsäcke brauchten und uns am Morgen erstmal von der Sonne wärmen lassen
mussten. Still marschierten noch einige Oryxe an unserem Nachtlager vorbei.
Es ist schön hier zu sein.

Liebe Grüsse
Mirella und Chrigu

Bazi, danke für das Brätzelirezept, ich werde es schon bald ausprobieren
und mitteilen wie es geworden ist.

Vollmond

Vollmond

Nun ist er schon einige Tag vorbei, aber wir haben es sehr genossen, mal
wieder in unserem Büssli zu schlafen. Voll bepackt sind wir ins Revier
gefahren. Da unten ist es aber leider auch immer recht frisch und wir
machten daher ein grosses Feuer, damit wir uns ein wenig wärmen konnten. Es
gab leckeres Rinderfillet und die allerletzten schweizer Teigwaren. Wir
werden uns wohl nie an die namibischen Teigwaren gewöhnen. Die sind innen
ganz weich gekocht und aussen noch all dente. Ausserdem haben sie auch
einen komischen Geschmack. Also wenn uns jemand was mitbringen will, wir
sind sicher dankbare Abnehmer für richtig gute italienische oder schweizer
Spaghetti. Barilla gib die hier zwar auch zu kaufen, im Superspar, aber die
sind unheimlich teuer und die werden wir uns in Zukunft nur noch zu
besonderen Gelegenheiten leisten können.
Sowieso, es gibt hier eigentlich alles zu kaufen, nur gewisse Dinge, die
aus Europa importiert werden, haben ihren Preis. So kostet zB Lindt
Schokolade 100g etwas 10 Franken oder Rahma flüssig 250 ml ca. 8 Franken.
Aber das teuerste ist wohl der Kaffee. Da kostet 500g Espressocafe,
gemahlen, 16 Franken. Ich verstehe nun auch langsam, warum hier alle
Ricoffy trinken. Das ist eine einheimischer Pulverkaffee der mit Chicory
gestreckt wird. Nur ist der aber leider auch ziemlich scheusslich und hat
mit Kaffee nicht viel gemeinsam.
Und dann ging er auf, der Vollmond. Leuchtend rot, am schwarzen
Nachthimmel. Es ist schon faszinierend zuzuschauen wie er dann in kurzer
Zeit seine Farbe von orange über gelb zu einer hell erleuchteten Kugel
verändert hat. Wir haben auch versucht das Schauspiel zu fotografieren,
sind aber noch nicht sicher, ob das auch wirklich geklappt hat. Aber anders
als andere Jahre, sind wir sicher, dass das nicht der letzte Vollmond war
den wir aufgehen sahen und wir schon in einem Monat wieder das grandiose
Farbspiel am Himmel bewundern können.
Die Nacht war wieder bitterkalt, sodass wir all unsere Decken und
Schlafsäcke brauchten und uns am Morgen erstmal von der Sonne wärmen lassen
mussten. Still marschierten noch einige Oryxe an unserem Nachtlager vorbei.
Es ist schön hier zu sein.

Liebe Grüsse
Mirella und Chrigu

Bazi, danke für das Brätzelirezept, ich werde es schon bald ausprobieren
und mitteilen wie es geworden ist.

Bräzelitag

Bräzelitag

So, nun können wir schon bald sagen, dass der Alltag uns eingeholt hat.

Heute ist Arbeiten angesagt. Chrigu fährt schon früh los um Gäste an den
Flughafen zu bringen und neue abzuholen. Alle andern sind mit ihren Arbeiten
beschäftigt. Uwe, mit Jägern, Rotraut mit Einkaufen und Max fährt einen
uralten Ländi in die Stadt zur Werkstatt. Von unterwegs ruft er aber
plötzlich an, weil kein Benzin mehr im Tank ist und somit muss auch Irmela
ausrücken. Und ich halte die Stellung auf der Farm.

Als Chrigu mit den Gästen wiederkommt dürfen wir diese unterhalten und ich
brühe ihnen, mit so einer richtig alten Filtermaschine, Kaffee. Habe gar
nicht mehr gewusst, dass ich das noch kann. Und der Kaffee wird richtig gut,
denn sogar Chrigu lobt mich dafür.

Nach dem Brunch beschliesse ich, heute endlich unser Hochzeitsgeschenk, das
Bräzeliise (Brezeleisen) auszuprobieren. Gut, dass in der Küche alles
vorhanden ist und so kann ich mich an das erste Rezept wagen. Es scheint mit
ganz einfach und simpel. Es soll ein dickflüssiger Teig werden. Nur dumm,
dass hier die Eier etwas kleiner sind als in der Schweiz und so wir das
nicht so recht mit dem Teig. Aber irgendwann mal habe ich ja gelernt, was
dickflüssig ist und so versuche ich es mit ein wenig Milch. Jetzt bin ich
auch mit der Konsistenz zufrieden. Nun 2 Stunden ruhen lassen. Da kann ich
ja prima ein Mittagsschläfchen machen.

Endlich kann ich das Wunderding nun ausprobieren. Tatsächlich, es klappt
alles hervorragend. Nur mit der Form habe ich noch ein wenig Mühe. Denn
eigentlich sollten sie schön rund sein, jedenfalls können das die anderen.
Meine sehen dreieckig oder viereckig aus. Aber Übung wird wohl die Meisterin
machen.

Nun bin ich sehr gespannt, was Chrigu dazu meint. Dazu müsst ihr wissen,
dass er ein richtiger Bräzelifeinschmecker ist und lange nicht alles gut
findet was er bekommt. Und überhaupt, die Oma konnte sowieso die besten
machen. Doch siehe da, sie schmecken ihm richtig gut. Trotzdem muss er in
der Küche herumstolpern und mir gute Tipps geben. Energisch kann ich ihn
davon überzeugen, dass er sich doch lieber wieder an den PC setzten soll.

Quintessenz: 1. ich bin gespannt wie lange die haltbar sind (wenn sie nicht
vorher alle gegessen werden) 2. das nächste mal mache ich viel mehr, denn es
ist schon ein grosser Aufwand und 3. muss ich mir Kecksdosen besorgen. Denn
die gibt es hier nicht. Aber es hat sich auf alle fälle gelohnt, denn sie
schmecken lecker.

Danke an Monika, Aschi, Cornelia, Domenico und Therese. Wir denken heute an
euch.

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu