Archiv für Oktober 2009

Wieder in Namibia

 

In Mata Mata haben wir die Grenzformalitäten ohne Probleme hinter uns gebracht. Wir haben sogar die beantragten 90 Tage Holiday bekommen. Was sind wir nun erst glücklich und zufrieden. Können es gar nicht glauben :-P Immer wieder schaue ich in unseren Pässen nach, ob das auch wirklich stimmt oder ob ich das nur geträumt haben. Aber nein, ich habe nicht geträumt, es steht geschrieben, Schwarz auf Weiss.

Somit sehen unsere Pläne (wir machen ja so gerne neue Pläne) wieder anders aus. Wir brauchen keine Zwischenlösung, wie Central Kalahari, Tulli Block, Krüger Park, Strandferien oder ähnliches. Nein, nun können wir in aller Ruhe organisieren. Firma registrieren, Konto eröffnen, Motivationsbriefe sammeln, Land anschauen, Etosha sehen, Elefanten suchen, Häuser angucken usw.

Zufrieden fahren wir also weiter, endlich mal wieder auf einer perfekten Gravelstrasse. Doch nicht all zu lange. Ein schriller Signalton lässt uns abrupt wieder stehen. Was ist jetzt wieder kaputt?

Der Hauptkeilriemen :twisted: Es ist Mittag, es ist heiss, wieder alles auspacken, ihr wisst ja, der Motor ist hinten unter dem Bett. Keilriemen suchen, die natürlich zu unterst sind, Werkzeug hervorholen, das auch immer noch zu unterst ist. Ist aber alles kein Problem, wir haben ja Zeit. Jetzt nur noch das passende Werkzeug suchen. Ich ich aber lange suchen, denn wir haben es aber nicht. Denn genau der richtige Inbusschlüssel fehlt. So was gibt’s doch gar nicht :twisted:

Also Plan C in Angriff nehmen. Warten bis ein Auto kommt der vielleicht genau den richtigen Imbussschlüssel hat. Wir würden wahrscheinlich immer noch dort warten wenn Chrigu nicht wieder mal sein Buch studiert hätte. Denn das einzige Fahrzeug das gekommen ist (Urlauber mit zwei Dachzelten) ist in hohen Tempo vorbeigefahren und hat nicht angehalten.

Tief im Innern des Büsslis finden wir noch einen Notkeilriemen. Gute Erfindung, denn den kann man auf die richtige Länge kürzen und dann zusammen stecken. Mit vereinten Kräften fixen wir das auch, doch aus der Weiterfahrt wird nichts. Der Notkeilriemen hält gerade mal fünf Meter und dann hat er sich auch schon selber zerfetzt.

Also weiter überlegen, wieder alles auspacken. Es gibt im Motorraum einen Teil das wir noch nicht identifiziert haben. Es ist auch in keinem Buch beschrieben oder irgendwo abgebildet. Was das wohl sein könnte? Irgendwann kommt aber Chrigu auf die Idee, dass das die Klimaanlage sein könnte. Und die brauchen wir ja nicht wirklich um weiterfahren zu können. Dieser Keilriemen würde auch passen, sodass der Alternator wieder betrieben werden könnte. Irgendwie klappt es dann irgendwann auch, ohne passenden Inbusschlüssel. Die Sonne hat sich in der Zwischenzeit verabschiedet und es ziehen dunkle Wolken auf. Kaum wieder auf der Pad, beginnt es auch zu Regnen. So wird es auch ohne Klimaanlage nicht all zu heiss und wir geniessen die weitere Fahrt im grünen Aoubrevier.

Lapalange ist heute unser letztes Ziel vor Windhoek. Sie macht von aussen auch einen sehr guten und gepflegten Eindruck und wird sicher auch mit viel Herzblut geführt. Doch leider gefällt es uns beim zweiten Anblick nicht mehr so gut, da zu viele Dinge für uns Camper nicht stimmen. Nach einem typisch namibischem Essen (Fleisch tot gegrillt, Gemüse aus der Dose und leckerem Dessert) ziehen wir uns ans Wasserloch, was eigentlich einen See ist, zurück und lassen den Tag bei vielen Elandantilopen ausklingen. Leider werden wir in dieser Nacht von einer Million Mücken gepiesackt.

Liebe Grüsse aus Mariental

Mirella und Chrigu

Zwei Tage KTP, Belegfotos folgen

 

Schon kurz nach sechs Uhr sind wir munter auf dem ersten Game Drive. Wir waren im April schon mal da und waren damals sehr enttäuscht, weil alles gelb war und das Gras sehr hoch stand. Wo es doch nur Wochen vorher so viel geregnet hat. Damals haben wir auch wenig Tiere gesehen. Nun sind wir sehr überrascht, dass alles so grün ist. Muss wohl verkehrte Welt sein. So wie es jetzt hier aussieht, hat es schon kräftig geregnet.

Noch keine zehn Minuten unterwegs, sehen wir schon den ersten wunderschönen Kalahari Löwen. Welch ein Glück wir doch haben. Und wie eindrucksvoll die prächtige, schwarze Mähne ist. Allerdings kommt es uns ein wenig so vor, wie im Film, wo zig Autos einem Löwen folgen. Genau so ist es nämlich gerade. Trotzdem, wir sind hoch erfreut, auch wenn die grosse Katze auf der fotografisch falschen Seite steht, nämlich im besten Gegenlicht. Jetzt wäre also der richtige Zeitpunkt gekommen um weitere Wünsche auszusprechen. Was wollten wir immer schon mal sehen noch? Erdmännchen :-D Das wäre schön. Kaum um die nächste Kurve gebogen, stehen sie da. Aufmerksam schauen sie sich nach allen Seiten um. Und tatsächlich, wir sehen den Feind, oben im Baum sitzen, ein Raubvogel. Leider sind die Suricats etwas weit weg, haben aber trotzdem Belegfotos gemacht. Es macht grossen Spass, sie zu beobachten und ihr hektisches Tun zu verfolgen. Auf einmal sind alle verschwunden und wir fahren weiter.

Können wir jetzt weiter wünschen? Wie wäre es mit Geparden, oder jungen Löwen, oder Hyänen? Hier soll es auch braune Hyänen geben und die haben wir nun wirklich noch nie gesehen. Oder Leoparden, das wäre auch mal schön. Chrigu gibt sich mit Elandantilopen zufrieden. Mal sehen was der Park noch so alles für uns breit hält.

Weiter oben, im immer noch sehr grüne Auobrevier sammeln sich riesige Herden von Springböcken. Ich glaube, ich habe noch nie eine so grosse Masse an Springböcke gesehen. Es müssen tausende sein. Friedlich grasen sie das frische Gras ab und lassen sich durch vorbeifahrende Autos nicht stören. Grossartig!

Noch hat es aber nicht überall geregnet und langsam verwandelt sich das Grün wieder in Gelb. Wir nehmen die zweit Überquerung ins Nossobtal. Nichts wirklich Spektakuläres, rote Düne rauf, rote Düne wieder runter und ausser zwei Straussen und zwei Oryxe auch nichts gesehen.

Hier ist es nicht mehr ganz so grün und hat auch nicht mehr so viele Tiere. Aber was wirklich jedes mal schlimm ist, ist die schreckliche Wellblechpiste. Werde mich wohl nie daran gewöhnen. Ich finde es immer wieder grauenhaft (weil jedes mal die Hoffnung da ist, dass die Strasse besser sein wird, dies Hoffnung aber jedes mal wieder aufs neue zerstört wird)

Im Nossob Camp machen wir eine ausgiebige Pause. Chrigu bäckt ein fast perfektes Brot, leider unten etwas angebrannt, aber schmeckt es trotzdem sehr gut und ich versuche mal wieder was zu schrieben, was mir aber in der grossen Hitze nicht gelingt.

Später als das Licht wieder besser wird, machen wir uns den Weg Richtung Polenzwa. Wir freuen uns auf das Botswana Camp ohne Zäune und ohne Luxus. Auch in der Hoffnung Löwen und Schakale zu hören und zu sehen. An den verschiedenen Wasserstellen ist nicht viel los, bis auf eine grösser Herde Gnus. Wir fahren etwas enttäuscht weiter, biegen um eine Kurve und müssen abrupt anhalten. Gemächlich trottet ein Löwenmännchen direkt auf uns zu. Königlich, selbstbewusst und von uns überhaupt nicht beeindruckt. Bin jedes mal wider sehr beeindruckt wie gross eigentlich so ein ausgewachsener Löwe ist. Schnell das Büssli wenden und Verfolgung aufnehmen. Der geht bestimmt zum Wasserloch. Da stehen immer noch die Gnus und die werden kurz in ihrer stoischen Ruhe gestört. Gegenseitig warnen sie sich vor den nahenden Gefahr und nehmen eine grossen Sicherheitsabstand zum Löwen ein. Das Foto im richtigen Licht haben wir verschossen, darum gibt es auch da nur Belegfotos. In aller Gemütsruhe trinkt der Löwe Wasser und legt sich nach dieser grossen Anstrengung nahe beim Wasserloch in den Schatten. Da werden sich die Gnus wohl oder übel länger gedulden müssen.

In diesem nördlichen Teil sind die Wasserstellen etwas schöne angelegt, aber Tiere sehen wir weiterhin kaum. Wahrscheinlich auch deswegen, weil eine grosse Fläche abgebrannt ist und das Gras noch nicht nachgewachsen ist weil der benötigte Regen hier noch nicht fiel. Etwas müde erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang das Camp. Wunderschön, genau so wie wir uns das vorgestellt hatten, mit Blick auf das hier sehr weite Flussrevier. Erstaunlicherweise sind wir auch die einzigen. So geniessen wir unseren Sundowner noch mehr. Das erste mal seit wir in Afrika sind, müssen wir auch keine Jacke anziehen. Das heisst, es ist warm! So haben wir uns das vorgestellt :-P

Nachdem die Geckos ihr Konzert eingestellt haben wird’s ruhig, ganz ruhig. Absolut nichts ist mehr zu hören. Daran müssen sich unsere Ohren erst wieder gewöhnen und so dröhnt der Alltag noch nach. Die Stille herrscht die ganze Nacht, kein Löwengebrüll, nicht mal ein Schakal ist zu hören.

Ohne Kaffee geht’s kurz nach Tagesanbruch wieder los. Das muss so sein, ihr wisst ja, frühmorgens und abends in der Dämmerung gehen die Katzen auf leisen Sohlen zum Trinken. Da lässt Chrigu nicht mit sich reden. Noch etwas verschlafen schaue ich aus dem Fenster und entdecke sogleich die ersten Löwenspuren. Ganz kleine Tatzen sind auch dabei. Die sind ganz frisch, da bin ich mir auch ganz sicher. Chrigu hat sie schon längst entdeckt. Denn sie laufen direkt vor uns auf der Strasse. Ich höre sie erst nur. Drei winzig kleine Löwenbabys mit einer stolzen Mutter. Noch nie haben wir so Kleine gesehen. Die sind so was von „putzig“ so verspielt und tapsig. Wir denken, dass sie erst vor wenigen Wochen geboren wurden und noch nicht ins Rudel eingeführt wurden. Die ganzen Strapazen von gestern und die, die heute noch folgen haben sich somit gelohnt. Die Mutter trinkt ausgiebig, lässt sich durch uns nicht stören und verschwindet wieder im Busch. Einen kurzen Blick können wir noch ergattern, als sie mit ihrer Jungmannschaft die Strasse überquert. Die Kleine rutschen die Sandböschung herunter und klettern mühselig auf der anderen Seite wieder hoch. Und weg waren sie. Belegfoto folgt :lol:

Der Rest des Morgens verläuft ohne nennenswerte Sichtungen. Da wir die Passkontrolle noch nicht gemacht haben, müssen wir zwangsläufig wieder nach Twee Rivieren zurück. Schon haben wir die Hoffnung auf Tiere aufgegeben, obwohl es wieder viel grüner ist. In flottem Tempo fahren wir die Ruckel Piste weiter und sehen es beide gleichzeitig :lol: Drei Geparden sitzen unter einem Baum und stehen just in dem Moment auf, als wir vorbeifahren. Vollbremse, Rückwerksgang rein und langsam zurückfahren. Gemächlich laufen die zwei Jungen hinter der Mutter her. Direkt neben der Strasse! Weiter vorne sehen wir auch das Gepardenfutter, Springböcke. Was tun? Abwarten und auf einen Kill hoffen? Ja abwarten, was anderes käme auch gar nicht in frage. Doch leider zerstören die drei nach nur wenigen Minuten unsere Hoffnung, weil sie sich nämlich gleich beim nächsten Baum wieder in den Schatten legen um weiter zu dösen. Schade, Aber so ist es halt. Wir können unser grosses Glück noch kaum fassen. Wie selten sind doch diese schönen Katzen zu sehen.

Schon wartet eine weitere Entdeckung auf, uns die wir nicht erwartet hätten. Da liegt auch direkt neben der Strasse ein ganzes Rudel Tüpfelhyänen faul im Schatten herum. Wir können insgesamt 7 Tiere zählen, darunter auch Jüngere. Sogar der Gravelmacher (ein Unimog mit sechs Reifen an einer Kette) bleibt stehen und schaut sich die Tiere an.

Nun wird’s aber Zeit weiter zu fahren, die Uhr tickt. Dafür nehmen wir unerlaubter weise die Detour nach Rooiputs. Es erspart uns eine Stunde die uns viel wert ist. Kurz bevor wir in Twee Rivieren ankommen entdecken wir zum glück noch eine Fahrspur zurück auf die Hauptpiste und so wird wohl keiner merken, dass wir die Abkürzung genommen haben.

Strom am Kühlschrank anschliessen, die Solarpanelbatterie hat sich nämlich auch noch verabschiedet und unter eine erfrischend Dusche springen.

Bei der Passkontrolle läuft alles reibungslos. Natürlich können wir hier die namibischen Formalitäten nicht erledigen. Hab ich doch gleich gedacht, denke ich mir. Dann sollten wir uns auch nochmals registrieren, diesmal bei den Südafrikanern, was wir aber nicht machen, weil wir das ja gestern schon gemacht hatten. Hätten wir aber sollen, wie wir später noch erfahren werden.

Jetzt nur noch tanken und los. Wir sind schon eingestiegen, da kommt ein Polizeifahrzeug und will wissen warum wir uns vorhin nicht registriert haben. Wir sollen doch bitte wieder zurück kommen, sie fahren hinter uns her. Also was lernen wir daraus. Immer registrieren, wenn irgendjemand das will. Kennen ja nun auch Pass- und Autonummern schon auswendig. Wäre als eine kurze Sache gewesen. Damit nicht genug. Sie wollen wirklich alles sehen. Motorennummer, dafür müssen wir mal wieder alles auspacken, Kühlschrank, Laptops, Küchenkisten, Handschuhfach, Papiere, Banjo einfach alles. Und immer schön freundlich sein. Dummerweise steht nämlich deren Chef daneben und so müssen sie es auch ganz genau nach Vorschrift machen, trotz brütender Hitze. Warum die botswanischer Registrierung nicht reicht, kann uns allerdings keiner sagen. Kostenpunkt: ca. ½ halbe Stunde, selber schuld :-x

Todmüde kommen wir in Mata Mata an, es war heute zu viel.

Trotzdem kosten wir den letzten Morgen noch mit einem Game Drive aus und sehen nochmals drei Geparden, eine Wildkatze, einen sehr imposanten Löwen und etliche Antilopen. Belegfotos folgen. Nur Giraffen sehen wir keine mehr.

Resümee: KTP muss man mögen, haben viele Tiere gesehen die wir noch nie gesehen haben, Strassen sind absolut schlimm, werden aber wieder kommen.

Liebe Grüsse aus Mata Mata

Mirella und Chrigu

Belegfotos vom Kgalagadi NP

Der Weg von Südafrika nach Namibia führt und endlich in die Wildnis des Kgalagadi NP.

 

Ohrengeier

Adler

Kalahari Löwe Erdmännchen und Erdhörnchen
Junge Löwen die Löwen Mutter
Geparden der wachsame Springbock
Tüpfelhyänen Fuchsmanguste

Löwe

Milchuhu

Springböcke im Schatten Tauben am Wasserloch
Gnus mit Löwe Gnus
Kapkobra Oryx - Gemsbock

 

Endlich war es auch warm. Der Rest unserer Toblerone ist geschmolzen und gab ein leckeres Brötchen ab.

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Einige Fotos aus Südafrika

 

Aus Südafrika haben wir noch ein paar Bilder mitgebracht die wir zeigen möchten.

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Unten an der Küste gab es einiges zu sehen. Speziell die Wale vor der Küste von Hermanus waren sehr eindrücklich. Natürlich waren wir auch am Kap der guten Hoffnung.

 

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Auf der Kap Halbinsel haben wir auch noch Brigitta und Paul kennen gelernt. Sie sind seit drei Jahren unterwegs. Der Pavian hat Ihnen die Büchse mit den Rusks geklaut. Einige Minuten später schlägt der Dieb bei einer anderen Gruppe wieder zu.

 

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Eindrücklich waren auch die berühmten Cango Caves.

 

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Auf dem Weg in den Norden sind wir beim Karoo Nationalpark vorbeigekommen. Einer Gegend die vor allem auch zum Wandern einlädt. Im Park gibt es unter anderem auch 5 verschiedene Schildkrötenarten. Die grösste davon kommt gerne zum frischen Grün auf dem Campingplatz.

808 Kilometer, ja das schaffen auch Schweizer :-D

 

Ich kann es selbst noch nicht ganz glauben, aber wir haben es geschafft.

So haben wir das natürlich nicht geplant. Wir wussten schon, dass wir für unsere Verhältnisse sehr weit fahren müssen. Ziel war Upington und das war schon weit (ca. 600 Kilometer), noch weiter zu fahren, das würden wir auch allen anderen abraten. Viel zu weit. Doch wir waren um zwei Uhr schon da. Und was hat Upington schon zu biete? Nichts, rein gar nichts, was uns interessieren würde. Also weiter, es fährt sich ja fast schon von alleine. Und der Kgalagadi Transfrontier Park (KTP) wäre doch so nahe.

Bis dahin hatten wir auch eine sehr schöne und gute Fahrt gehabt. Wir haben uns entschlossen auf Nebenstrassen zu fahren, was sich sehr bewährt hat. Die Gravelstrasse war auch für südafrikanische Verhältnisse sehr gut. Nochmals ging es über zwei Pässe, vorbei an vielen Tafelberge. Wir sind mitten in der grossen Karoo. Immer wieder fahren wir durch Flussläufe, wo es erstaunlicherweise noch oder schon wieder Wasser hat und die Landschaft mit einen satten, grünen Band durchzieht. Langsam verschwinden die Tafelberge und machen einer schier endlosen Weite Platz. Fast nahtlos wechselt die Karoo zur Kalahari. Und schon tauchen auch die ersten roten Sanddünen auf. Wir begegnen kaum einem Auto, das Büssli und wir haben die Strasse ganz für uns alleine. Schafe und einige Vögle säumen den Wegrand, in der Ferne flimmert die Sonne. Und das Büssli läuft ;-)

Urplötzlich taucht vor uns, auf beiden Strassenseiten, ein Köcherbaumwald auf, wie wir ihn noch nie gesehen haben :mrgreen: Da stehen hunderte, wunderschöne Bäume in allen Grössen und in ihrer ganzen Pracht da. Einige haben sogar grüne Blätter oder was auch immer das Grüne ist. Überwältigend! Das Thermometer zeigt nun schon bald 35° an. Es wird heiss.

Nach Upington wird’s dann doch noch anstrengend. Denn nach 600 Kilometern sind 200 doch noch weit. Ein bisschen haben wir uns jetzt schon übernommen. Düne rauf, Düne runter, Düne wieder rauf und Düne wieder runter. Das alles auf einer super guten Teerstrasse und bei fast 40°. Es ist zum einschlafen langweilig. Und die Klimaanlage will einfach nicht recht kühlen. Wir sind dann sehr erleichtert als wir Twee Rivieren endlich erreichen.

Wir staunen nicht schlecht, was die in einem halben Jahr gebaut haben. Wir stehen in einem neuen grosse Willkommenszentrum, wo gleichzeitig die Park- und Grenzformalitäten erledigt werden können. Und das auch gleich für zwei Länder. Also nichts mehr mit herum fahren und suchen wo, was erledigt werden muss. Alles was wir wollen, können wir vor Ort buchen und bezahlen. Wir werden sehr freundlich und zuvorkommen behandelt und informiert. Auch für Botswana klappt alles und wir können dort den Polentswa Campsite buchen. Leider hat der Borderpost schon geschlossen und macht erst morgen um halb acht wieder auf. Dafür versichert uns die Lady, dass wir die namibischen Formalitäten auch da erledigen können. Ich bezweifle das zwar, aber sie wird das ja schon wissen. Noch schnell das Auto registrieren. Und nun haben wir uns einen Sundowner wirklich verdient.

Liebe Grüsse aus dem KTP

Mirella und Chrigu

Cango Cave und Karoo NP

 

Endlich ist alles im Büssli verstaut, wir verabschieden uns von Esther und fahren Richtung Outshorn. Noch ist es bewölkt, aber je mehr Pässe wir fahren, desto besser wird das Wetter, auch etwas wärmer. Ich habe ja auch immer behauptet, dass es hinter den Bergen besser wird. Wir werden aber noch ganz schön weiter frieren. Gut dass ich das jetzt aber noch nicht weiss. Denn wir haben uns leider vergebens auf ein bisschen Wärme gefreut.

Unser heutiges Ziel ist der Karoo NP wo es eine sehr schöne Camp Site geben soll. Da freuen wir uns sehr darauf, endlich mal wieder ein bisschen Busch und sind auch sonst sehr gespannt, was der Park so alles zu bieten hat.

Vorher sind aber noch Strausse angesagt. Outshorn ist ja die sogenannte Straussenhochburg von Süd Afrika und da wollen wir uns für die nächsten Tage mit Fleisch versorgen. Doch wiedermal kommt es anders als gedacht. Denn in Outshorn gibt es ausser vielleicht im Supermarkt, nämlich nirgends frisches Straussenfleisch zu kaufen. Wir haben gedacht, da sind überall Verkaufsstellen oder Farmen wo das angeboten wird. Man kann aber sonst alles, was ein Strauss hergibt, kaufen. Eier in allen Variationen und Farben, Federn, sonstige Souvenirs und Lederartikel. Aber eben kein Fleisch Das ist äusserst schade und wir müssen etwas missmutig weiter ziehen. Dafür ist die Landschaft um so eindrücklicher. Wir haben uns das allerdings viel flacher und ebener vorgestellt, sind also ein wenig überrascht, wie bergig es hier hier ist.

Das heutiges Highlight sind aber sicher die Cango Caves. Wir in der Schweiz haben auch einige grossen Höhlen. Aber das stellt irgendwie alles in den Schatten. Es hat Jahrmillionen alte und riesige Stalagmiten und Stalgtiten sowie unglaublich grossen Grotten. Wir haben einen sehr guten Führer, der uns auch viel Zeit zum Fotografieren lässt und offensichtlich wirklich auch Freude daran hat Touristen herum zu führen. Es ist sehr beeindruckend und wunderschön,wie alles ausgeleuchtet wird.

Aus Zeitgründen machen wir nur die normale Tour. Es gibt nämlich auch noch eine mit Abenteurer Charakter. Da muss man durch 21 cm schmale Spalten kriechen und durch sehr enge Tunnels robben. Einige die anschliessen herauskommen, sehen etwas mitgenommen aus. Es ist jedenfalls nichts, für Menschen, die Platzangst haben. Davor wird auch immer wieder gewarnt. Ich würde es aber auf jeden Fall nochmal machen. Denn es hat ausserordentlich viel Spass gemacht und war auch wirklich ein Abendteuer. Wir kommen aber bestimmt wieder einmal und werden das dann nachholen.

Weiter geht’s über den Swartbergpass. Auch den bin ich schon mal gefahren. Da war ich aber auch noch etwas mutiger. Denn heute kommt mir der Pass viel steiler und schmal vor als damals. Aber trotzdem, er ist immer wieder sehr schön. Wir klettern mit dem Büssli bis über 1500 M.ü.M. und anschliessend sehr steil wieder herunter. Und das alles auf einer unbefestigten Strasse. Für all diejenigen, die nicht ganz schwindelfrei sind, eine Herausforderung. Und frisch ist es übrigens immer noch.

Endlich haben wir es auch zum Karoo NP geschafft. Leider ist der Campingplatz aber „fully bookt“, wir nicht ganz verstehen können. Die Enttäuschung ist gross. Was nun? Nach Überprüfung der Dinge und Konsultation des Notis, finden wir aber ganz in der Nähe noch eine privates Game Resort (Steernbocki) wo wir dann auch hinfahren. Und die Überraschung ist gross. Kommen wir mit dem Büssli angefahren, stehen da einige Elandantilopen auf dem Platz. Sie sind nicht gerade zahm, aber offensichtlich sehr an Menschen gewöhnt. Auch sonst hat es einige aussergewöhnliche Tiere, die da auf dem Rasen das frische Grün weg fressen. Wir wären eigentlich fast zufrieden, wenn es nur nicht so kalt wäre. Es geht ein eisiger Wind und das Thermometer zeigt nur noch 11° Grad an. Muss wohl wieder so eine Kältefront vom Cap sein. Am Morgen ist es dann nur noch 9° und wir waren mal wieder sehr froh um unsere Winterkleider und die dicken Schlafsäcke.

Da wir aber schon in der Gegend sind, fahren wir trotzdem am anderen Tag noch in den Karoo NP um einen Eindruck zu bekommen. Er ist Landschaftlich sehr schön, vor allem auch für Wanderer. Es gibt sehr viele gut angelegt Wanderwege und die ganze „Anlage“ sieht sehr gepflegt aus. Wir schauen uns auch den Campingplatz an und entdecken da mehrere sehr grosse Schildkröten. Unglaublich und sehr, sehr beeindruckend. Chrigu muss sich echt beeilen, damit er den schnell laufenden Tieren ein gutes Foto entlocken zu kann. Ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell sie laufen können. Auch hier ist alles sehr gepflegt und sehr sauber. Alle Achtung :-P Schade, dass wir hier nicht bleiben können.

Auf der anschliessenden Rundtour sehen wir leider nur wenig Tiere, dafür entschädigt uns die Landschaft. Tiefe Schluchten, zig Tafelberge und immer wieder weite Ebenen und grüne Gürtel in den trockenen Flussläufen. Wird sicher nicht unser Lieblingspark, aber einen Tag lohnt sich sicher und wer gerne wandert findet hier ein kleines Paradies.

Liebe Grüsse aus Beaufort West

Mirella und Chrigu

Hilf dir selbst….

 

Andreno hat das besagte Teil also geflickt und das andere angeschaut. Es gibt nämlich zwei von den. Das andere war aber noch soweit in Ordnung, hoffentlich auch noch länger und wir können endlich wieder fahren. Ohne Geräusche und ohne Geklapper.

Wir werden es heute wohl noch bis Swellendam schaffen und da auf den Caravanplatz gehen, da gibt es nämlich auch immer Self Catering Häuschen. Zum Campen ist es uns nämlich viel zu kalt. Kurz bevor wir Swellendam erreichen, da regnet es im übrigen immer, ich war da schon vor dreizehn Jahren und da war das gleiche Wetter, bricht Panik aus. Das Gaspedal hat sich selbständig gemacht und auf Vollgas eingestellt. Was jetzt wohl wieder kaputt ist?

Mit Müh und Not kommen wir auf dem Caravanplatz an und bekommen auch das letzte freie Häuschen. Der Standard sinkt allerdings von mal zu mal, obwohl die Preise in etwas gleich bleiben.

Jetzt erst mal alles ausräumen, obwohl wir das nicht vor hatten. Das ist der grosse Nachteil bei unserem Büssli. Da ist halt der Motor hinten, wo unser Bett und all das gekauft Zeug ist.

Chrigu nimmt mal wieder sein schlaues Buch, „VW Bus, jetzt helfe ich mir selber“ hervor und schaut nach, was es den sein könnte. Für mich immer noch ein etwas gewöhnungsbedürftigen Anblick. Chrigu der sich über einen Motor beugt und mit Werkzeug drinnen herumfuchtelt. Ich sollte mich aber noch wundern, was der alles kann. :-P Jedenfalls findet er den Fehler (es war ein Kabel das zum Tempomat gehört), kappt das Teil und schon ist alles behoben. Ausserdem sieht er auf den ersten Blick, dass sich einen Keilriemen verdreht hat und fixt das auch gleich. Gut gemacht, Chrigu:

Es regnet noch immer, es ist eiskalt (20°), wir rennen dauernd mit dem Faserpelz herum und ich habe jetzt bald die Geduld mit dem Büssli verloren. Was wartet noch alles auf uns?

Strahlender Sonnenschein am nächsten Morgen, wer hätte das nach dem gestrigen Tag gedacht. Da sieht die Welt doch gleich wieder anders aus. Kurz bei der Tanke anhalten um Benzin und vor allem Öl nachfüllen. Ein neuer Motor braucht am Anfang viel Öl, hat uns Andreno noch erklärt, also immer gut schauen, Mirella und Chrigu :?:

Die Fahrt führt uns weiter auf der N2 Richtung Osten, vorbei an unzähligen Feldern mit Korn und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Ausserdem sehen wir riesige Straussen-, Rinder- und Schafherden.

In Mossel Bay freuen wir uns auf leckeren Fisch. In den engen Kurven bricht wieder Panik aus, warum kann Chrigu nicht mehr steuern 8-0 die Servolenkung ist ausgefallen, Keilriemen kaputt, lautet die selbst erstellte Diagnose. Aber erst mal Mittag essen und den Motor ein bisschen abkühlen lassen. Sollte ja schnell gehen, bei den frischen Temperaturen die hier am Meer herrschen. Und ausserdem muss man ja wieso immer sehr lange auf das Essen warten. Der Fisch war sehr fein, hab gar nicht gewusst, dass ich so gerne Fisch esse. Wir schauen noch lange den Surfern zu, die es wirklich im Griff haben und machen uns dann ans Werk. Also ganzes Auto auspacken, ihr wisst ja, wir reisen mit viel Gepäck und der Motor ist im Kofferraum. Tatsächlich, der Keilriemen ist an mehreren Stellen gebrochen. Das schlaue Buch sagt, wie das gewechselt werden muss, allerdings nicht, dass der Motor GANZ kalt sein muss (erfahren wir erst später von Heino) und deswegen spritzt auch Kühlerflüssigkeit in der Gegend herum. Aber nichts desto trotz, Chrigu bekommt das sehr gut hin und bald läuft das Büssli wieder einwandfrei. Jetzt nur so schnell wie möglich zu Heino, damit das Büssli endlich seinen wohlverdienten Service bekommt.

Wir werden herzlich bei Walters Frau Esther willkommen geheisen und beziehen unser neues Heim. Leider erreichen wir Heino heute nicht mehr.

Am anderen Tag kommt Heino vorbei und es tut mal wieder gut, die ganze Geschichte rund um das Büssli auf deutsch (mit bayerischen Antworten) erklären zu können. Wir sollen ihn morgen früh in seine Werkstatt bringen, dann kann er sich das kurz anschauen.

Heute ist wohl der schönste und wärmste Tag den wir an der Küste erwischt haben. Darum entschliessen wir uns eine Ausflug an Meer zu machen. Grandios und traumhaft, wir sind an einem der schönsten Sandstrände die wir je gesehen haben und haben ihn fast für uns alleine. Nur ein paar Menschen und ausgelassene Hunde begegnen uns. Das Wasser ist aber eiskalt und deswegen wird mit schwimmen natürlich nichts. Wie es hier wohl aussehen mag, wenn’s Sommer ist und alle Urlauber da sind? Leider war der Fisch heute nicht so gut, dafür hat Chrigu mal wieder ausgezeichnet gekocht.

Pünktlich um acht stehen wir bei Heinos Werkstatt. Routinier prüft er unser Büssli. Eigentlich ist soweit alles iO und das Büssli in einem sehr guten Zustand (hab ich das nicht schon öfters gehört?) Nur die Stossdämpfer und ein Kugelgelenk müsste mal ersetzt werden. Chris in Swakopmund kann das machen. Gut dass wir wieder eine neue Adresse haben und nach Swakopmund müssen wir ja sowieso, Container auslösen. Hoffentlich will das Büssli auch ganz von selbst und ohne Probleme nach Namibia zurückfahren. Wir unterhalten uns noch lange mit Heino. Ich kann euch sagen, das war echt spannend, was der schon alles erlebt und gemacht hat. Er ist immer noch sehr regelmässig auf Tour und scheint wohl Afrika sehr gut zu kennen. Nächstes Jahr begleitet er eine Gruppe Irländer, die mit 2×4 durch Afrika reisen möchten. Er selber hat übrigens eine Afrika Durchquerung mit dem VW Käfer gemacht. Von Europa nach Kapstadt :lol: Ich glaube, dem könnte ich noch lange zuhören. Nach der letzten grossen Shoppingtour in Süd Afrika machen wir uns ans Packen.

Nun haben wir also noch gut eine Woche Zeit, bis wir Gisela, Peter und Kurt vom Flughafen abholen dürfen. Wir freuen uns sehr darauf.

Liebe Grüsse aus George

Mirella und Chrigu

Büssli fährt wieder, oder?

 

Endlich fährt das Büssli wieder und wir sind auf der Strasse.

Doch was ist jetzt schon wieder los? Wieso macht sich das Lenkrad so selbständig? Chrigu wird ordentlich durchgeschüttelt. Sollen wir gleich wieder umdrehen, hätten es ja nicht so weit? Nein, nein, da ist nur die Differenzialsperre, die nicht richtig ausgeschaltet wurde. Rückwerksgang rein und das Problem ist behoben.

Wir fahren über den Frashoeckpass zurück nach Stellenbosch. Der Pass ist sehr steil, aber es gibt nichts zu meckern. Das Büssli läuft gut und die Strasse ist in einwandfreiem Zustand, die Schweizer hätten das nicht besser machen können. Ausser vielleicht, die hätten da wohl schon längst ein Tunnel gegraben.

Am Samstag machen wir uns dann endlich mal auf, ein Weingut zu besichtigen. Wir Dummen hätten das nur schon viel früher machen müssen. Denn nach einem Gut ist man schon leicht beschwipst, sodass man spätestes beim zweiten nicht mehr gut unterscheiden kann, was man getrunken hat und nach welchen Beeren nun der Wein wirklich schmeckt. Aber es war auf jeden Fall ein sehr schöner Ausflug, wir haben ausgezeichnet gegessen und uns durch 8 Weine probiert. Sehr lecker war das. Gekauft haben wir auch einige Flaschen, aber der Wein ist im Verhältnis teuer, was uns eher erstaunte. Wir hätten gedacht, dass er direkt vom Weingut günstiger zu erstehen ist. Schade, aber auf der anderen Seite hätten wir ja gar keinen Platz mehr im Büssli. Da ist nämlich noch so einiges dazugekommen, wie z.B eine Schaufel, einen anständigen Wagenheber, einen Drucker mit Kopiermöglichkeit und sonstigen Kleinkram. In Sommerset West gibt es eine so grosse Shopping Mall wie man sie eigentlich nur von Amerika her kennt. Jedenfalls gibt es so was in der Schweiz nicht. Da kann man wirklich alles Kaufen. Nur Schuhe für Mirella nicht, aber das ist ein anderes Problem.

Und weil das Büssli so gut läuft, starten wir am Sonntag zur Kaphalbinsel. Blöde Idee, denn das tun Tausend andere auch, obwohl das Wetter schon wieder bewölkt und der Regen im Anzug ist. Da braut sich was zusammen, so dunkelgrau wie es jetzt ist.

Mit den Pinguinen in Simons Town haben wir insofern Glück, dass wir die seltenen Waldpinguine antreffen. Waldpinguine deshalb, weil sie jetzt in der Mauser sind und ihr Federkleid wechseln. Das dauert etwa drei Wochen. In dieser Zeit können sie nicht ins Wasser weil ihnen der Fettschutz fehlt, was auch bedeutet, dass sie nicht fischen können. Darum sind auch alle ein bisschen dicklich, haben also ein sogenannten Waschbärbauch. Und stehen eben im Wald, besser gesagt im Busch. Wir werden also wieder kommen müssen um die Pinguine in Action und am wunderschönen, weissen Sandstrand zu sehen.

Weiter gehts zum Nationalpark. Überall hat es Schilder, auf denen vor Paviane gewarnt wir. Bis jetzt habe ich aber noch keine gesehen. Wo die wohl laueren? Ist es ihnen noch zu kalt und sie sind alle noch im Moremi auf Urlaub? Nein, sie sind alle noch da, wie wir kurz darauf beim Mittagessen sehen. Wir alten Hasen wissen ja wie das funktioniert, also auf alles aufpassen und immer alle Türen schliessen. Schon wird die erste Familie überfallen. Ich nehme auch sofort die neu gekaufte Steinschleuder in die Hand und weg war der Pavian. So schnell dass Chrigu nicht mal ein Foto machen konnte. Wobei ich es eigentlich schon tragisch finde, dass sich die Tiere so an den Mensch gewöhnt haben, dass sie keinerlei Scheu mehr vor ihm haben. Und schon gehts weiter, obwohl permanent ein Wächter da ist, der die Paviane weg scheucht. Diesmal sind es zwei Schweizer mit dem eigenen Auto. Es geht blitzschnell und einer hat ihnen eine Box mit Keksen gestohlen. Wir können uns dein Lächeln nicht verkneifen ;-) Chrigu hat es zufälligerweise fotografisch dokumentiert. Ob das ihre erste Affenattacke sei, beginne ich das Gespräch. Nein, sie hätten das ja auch besser wissen müssen, seien ja schon lange genug unterwegs. Es stellt sich dann heraus, dass das die beiden sind, von denen wir ursprünglich ein Auto kaufen wollten. Ach, was ist die Welt doch klein. Wir unterhalten uns einige Zeit und werden schon wieder Zeuge wie ahnungslose Touristen überfallen werden. Wie wird das erst sein wenn der Braiiplatz voll Süd Afrikaner ist? Dann verabschieden wir uns von Brigitta und Paul und fahren weiter Richtung Cape Point. Was wir da sehen, kommt uns vor, wie auf dem Jungfraujoch. Es stehen unzählige Autos und grosse Reisecars da und es hat sicher über 50 verschiedene Nationalitäten. Aber die Aussicht ist grandios und das Wetter hält sich noch erstaunlich gut. Am Kap der guten Hoffnung tummeln sich nicht mehr so viele Leute wir können sogar das obligate Selbstauslösefoto schiessen. Es wird aber jetzt doch langsam Zeit, wieder in den Busch zu kommen. So viele Menschen und so viel Luxus wie wir jetzt haben, würde eigentlich fürs erste reichen. Gut dass wir morgen endlich weiter können, mit dem fahrenden Büssli, der einen neuen Motor hat. Und er läuft ja auch einwandfrei. Wir können sogar im dritten Gang den Berg herauf fahren, was vorher nicht möglich war. Da krochen wir im Zeiten Gang, ganz langsam. Ach, ist das nicht super. Hat sich doch gelohnt das viele Geld auszugeben :-)

Am nächsten Morgen regnet es sintflutartig und so beschliessen wir, den direkten Weg über die N2 nach George zu nehmen und die Scenic Route ein anderes mal zu fahren. Nach ca. zwanzig Kilometer meldet sich die Differenzialsperre wieder. Chrigu wird durchgeschüttelt, anhalten, Rückwerksgang rein, anfahren. Schon ist auch das Rütteln wieder weg und wir kommen gut mit dem Verkehr mit. Doch schon nach weiteren zehn Kilometer das selbe Problem. So kann das doch nicht weitergehen. Jetzt wäre noch eine gute Möglichkeit abzudrehen und ins Synchro Hospital zu fahren. Chrigu weiss nicht recht, will lieber bis George fahren, da wäre Heino, der Bayer, auch ein Synchrodoc. Also weiter versuchen. Bei der letztmöglichen Abzweigung nach Villiersdorp läuft das Büssli einwandfrei. Leider nicht sehr lange. Auf einmal macht es einen lauten Knall, so als hätten wir was verloren oder ein Perlhuhn überfahren, da waren nämlich gerade welche auf der Strasse. Wir können nichts finden und fahren also weiter. Nach weiteren zehn Kilometern ist von vorne ein andauerndes klappern zu hören, so wie wenn man in einer Fahrradspeichen etwas einstecken würden. Tönt gar nicht gut, gar nicht gut! Gibt den dieses Auto nie ruhe!

Es regnet immer noch in Strömen und es ist kalt. Was nun? Wir telefonieren nochmals mit Andreno und fragen was es sein könnte. Der lacht nur, meint es wäre der Constant Velocity Joint und wir sollen doch einfach herkommen, dann könne er das fixen. Keine Ahnung was das besagte Ding ist und ob wir überhaupt noch die vierzig Kilometer schaffen. Also fahren wir doch zuerst nochmals in eine Garage. Ev. können die das gleich machen. Bei der zweiten meint der Werkstattbesitzer, das ist das Constant Velocity Joint , er höre das, habe aber keine Ersatzteile. Wir könnten aber gut, einfach nicht zu schnell, bis Villiersdorp fahren. Nein George wäre zu weit, sagt er uns auch gleich, als wir danach fragen. Also umkehren und wieder zurück. Nach Villiersdorp.

Nun sitzen wir also mal wieder in einer Werkstatt. Wir wissen aber nun auch ganz genau was kaputt ist, das Gleichlaufgelenk (Constant Velocity Joint). Es kommt folgendermassen zu diesem Problem. Zuerst wird der Faltenbalg spröde, dann dringt Sand in dieses Gelenk und wirkt dort wie Schmirgelpapier. Dadurch gab es irgendwo einen Bruch wo ein Teil abbrach und das Geräusch verursacht hat. Weil wir aber einen permanenten Vierradantrieb habe, konnten wir dennoch weiterfahren. Einfach nur als Hinterradantrieb. Es werde mindestens drei Stunden dauern. Also wird heute nicht mehr mit gross weiter fahren. Es wären ja auch nur dreihundertachzig Kilometer gewesen, eigentlich nicht so weit. Selbst für uns Schweizer nicht. Aber eben, ersten……

Liebe Grüsse aus Villiersdorp, Fortsetzung folgt bestimmt.

Mirella und Chrigu

Wäsche waschen

 

Einige von euch wissen, dass ich voller Stolz und Freude eine Waschmaschine mit nach Namibia genommen haben. Einige haben sich sehr darüber amüsiert, andere waren etwas erstaunt. Und wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich nämlich auch nicht so recht an den Erfolg geglaubt.

Aber ich kann euch sagen, es war alle Mühe, Diskussionen und Kosten (35€, gekauft bei Globetrotter Köln) wert. Nun kann ich euch berichten, dass es ein voller Erfolg ist.

Gleich auf einer der ersten Fahrten mussten wir das Ding natürlich ausprobiert.

Darum für alle eine Anleitung. Also, man packt die zu waschenden Kleider in das Fass (es muss eine weiten Hals und einen absolut dichten Schraubverschluss haben), gibt Waschmittel und Wasser dazu und bindet es anschliessend aufs Autodach. Gemütlich fährt man dann, am besten über eine ordentliche Gravel- oder Wellblechpiste und geniesst den Tag. Und schon ist die Wäsche fertig. Und das Ergebnis liess sich sehen. Das Wasser stand vor Dreck, die Kleider aber, waren sauber. Nur das mit dem 2 und dritten Gang klappt noch nicht optimal. Dazu müssten wir nämlich am Mittag, nach dem ersten Gang, neues Wasser einfüllen damit das Waschmittel ausgespült würde. Das geht aber nicht immer. Einerseits, weil keine Möglichkeit besteht, anderseits, weil oft kein Wasser zur Verfügung steht oder weil wir es einfach vergessen. Das andere Problem mit der Maschine hat Rebeccas Jürgen schon richtig bemängelt, ist der Schleudergang. Den gibt es schlicht und einfach nicht, für 35€ kann auch nicht alles erwartet werden. Oder? Da ist dann wieder Frauenpower angesagt. Wie beim Spülen übrigens auch.

Ausserdem kann die Waschmaschine auch manuell gebraucht werden. Es braucht also nicht unbedingt ein Auto dazu. Einfach mit dem Fuss durch die Gegend rollen. Etwas mühsam und langweilig, aber es funktioniert. Wird wirklich sauber ;-)

So, das war wieder einmal einen Einblick in unseren Alltag. Büssli News gibst auch gleich.

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu

Warten auf das Büssli

 

Die Party mit den Studenten ging am Samstagabend natürlich weiter, sogar noch länger und noch lauter. Aber wir waren ja auch einmal jung…….

Unser Büssli ist noch immer im Synchro Hospital. Heute haben wir erfahren, dass es doch einen neuen Motor braucht. Einen etwas stärkeren, damit wir auch besser im Gelände herum fahren können. Das ist schon gut so, denn irgendwann musste es ja soweit kommen. Wolfgang könnte nun doch recht haben, indem er sagte, dass mit jährlichen Kosten von 100`000 N$ (10`000 Euro) gerechnet werden muss. Wir hoffen aber immer noch, dass das nicht jedes Jahr so ist. Das einzig gute daran ist, dass wir das hier bezahlen können. In Europa wären das Kosten, die jenseits wären. Arbeit kostet hier immer noch erstaunlich wenig Geld. Etwas positives müssen wir dem Ganzen ja auch abgewinnen. Nun warten wir also, bis es am Freitag hoffentlich fertig ist und wir wieder weiter ziehen können. Wohin, das wissen wir aber noch nicht. Kommt ganz darauf an, wie Chrigu mit T4A arbeiten kann und was dabei herauskommt.

Leider müssen wir unsere schöne Wohnung am Donnerstag wieder verlassen. Das ist wirklich schade, denn wir fühlen uns hier sehr wohl, trotz lärmenden Studenten. Die Wohnung liegt mitten im Studentenviertel und es hat hier etwa so viele „Schwarze“ wie in Zürich oder Berlin. Also gar nicht afrikanisch. Auch das Klima ist so wie in Europa, es nieselt seit zwei Tagen und es ist immer noch sehr frisch. Am Abend können wir schon lange nicht mehr gemütlich draussen sitzen und tagsüber brauchen wir Fleecejacken.

Netterweise durften wir das Auto von Johann ausleihen solange er in Johannesburg war. Endlich mal mit einem Landi fahren und erst noch mit einem Automat. So haben wir uns gleich aufgemacht, Neues zu erkunden.

Chrigus Ziel: endlich Tiere sehen. Was liegt da näher, als Pinguine und Wale zu suchen. Bei wolkenlosem Himmel sind wir losgefahren und haben die wunderschöne Strecke entlang der False Bay, Richtung Hermanus unter die Räder genommen.

In Bettys Bay faden wir dann auch eine kleine Kolonie Brillenpinguine. Und die sind wirklich allerliebst. Wie sie so in ihrem Frack schwerfällig durch die Gegend watscheln, aber sich im Wasser  so gelenkig bewegen. Einige tragen immer noch das Jugendgefieder, andere haben  schon die Sommerkleider an. Es gibt viel zu zanken und zu quatschen. Uns unterhalten sie damit aber grossartig. Wir vergessen darüber sogar ein wenig die Zeit. Was aber halb so wild ist. Denn Zeit haben wir immer noch genügend.

Weiter fahren wir, immer noch der Küste entlang, nach Hermanus. Da hat man um diese Jahreszeit Walgarantie, direkt vom Ufer aus, also keine Bootsfahrt, wo einem immer übel wird. Steht so jedenfalls im Reisebuch.

Und tatsächlich, schon vom Auto aus können wir die ersten Grauwale sehen. Nun müssen wir in diesem überfüllten Hermanus nur noch einen Parkplatz finden. Das klappt aber ganz gut und wir laufen der Steilküste entlang und sehen überall Wale an die Oberfläche tauchen. Es ist sehr faszinierend, dass diese Riesen jedes Jahr herkommen um ihre Jungen zu gebären und dass  bis in unsere Zeit überlebt haben. Obwohl wir immer nur kurze Sequenzen sehen, ist es aufregend bei diesem Schauspiel dabei zu sein. So nebenbei paddelt auch noch ein Unermüdlicher mit dem Kanu durch die Wale. Der kommt zügig voran und scheint das nicht zum erstem mal zu machen.

Wir können uns kaum satt sehen, genehmigen uns aber vor einbrechender Dunkelheit einen leckeren Drink. Vom EL Cubano aus haben wir auch weiterhin einen guten Blick auf die Bucht, die Wale und den Paddler. Doch was ist denn mit dem los. Der paddelt ja gar nicht mehr, das Boot treibt ohne Mann an Bord im Meer. Etwas beunruhigt melden wir das auch gleich dem Manager. Nachdem er sich selber davon überzeugt hat, ruft er die Küstenwache und meldet den Vorfall. Etwas erstaunt und immer noch besorgt, warten wir bis die Hilfe kommt. Doch die kommt nicht. Herrenlos treibt das Kanu auf die Küste zu und verschwindet irgendwann aus unserem Blickfeld. Wir entscheiden uns zu gehen da wir von hier aus sowieso nichts unternehmenes können. Zudem wurde ziemlich kalt. Dann taucht das Rettungsboot doch noch auf. Sie finden das leere Boot erstaunlich schnell, halten aber weder an, noch nehmen sie jemanden an Bord. Schon bald fahren sie auch wieder davon. Wir wissen nun leider auch nicht, was aus dem Mann geworden ist. Hoffen aber, dass er überlebt hat. Etwas schwermütig treten wir die dann die Rückfahrt an, begleitet von der untergehenden Sonne und den ersten Wolken.

Am nächsten Morgen kann ich es kaum glauben, aber es ist stark bewölkt und von Sonne und afrikanischer Wärme weit und breit nichts zu sehen oder zu spüren. Nichts desto trotz starten wir auf nach Kapstadt. Leider verhüllte sich der verflixte Tafelberg, wie so oft, im Nebel. Also keine Stadtrundfahrt und keine Besteigung des Tafelberges. Übrigens, wir würden sowieso nicht laufen, sondern uns mit der drehbare Seilbahn hinauf gleiten lassen.

Dafür haben wir ausgiebig eingekauft. Es machte richtig Spass, all die Fülle von Geschäften zu durchstöbern. Ich konnte meine schlammfarbigen Outdoorklamotten nicht mehr sehen. Wir sind in einer Weltstadt und nicht mehr im Busch. Da darf es auch etwas bunter sein. Uns so habe ich mich für den Sommer eingedeckt. Chrigu hatte da allerdings nicht so viel Geduld und verzog sich irgendwann ins Aquarium.

Müde machten wir uns auf dem Heimweg und gerieten mitten die die Rush Houer von Kapstadt. Feierabendverkehr.

Liebe Grüsse

Mirella und Chrigu