Archiv für November 2009
Beim Zoll
Endlich ist der grosse Tag gekommen, wo wir zum Zoll fahren um unsere Ware abzuholen. Aber ihr ahnt es sicher schon, so einfach geht das nicht.
Noch als wir in Windhoek sind, bekommen wir einen Anruf der Spedition, dass der Zoll nun endlich Zeit hat, sich unsere Kisten anzuschauen. Gut denken wir, endlich geht es vorwärts. Kurz darauf erhalten wir aber schon wieder eine Anruf, dass sie das richtige Werkzeug, um die Holzkisten auf zuschrauben, nicht hätten. Sie würden jetzt einfach die Kisten nach afrikanischer Art aufmachen, mit einer Brechstange 8-0
Intervention!!! Das geht natürlich gar nicht. Wieder anrufen, dass sie das auf gar keinen Fall machen dürfen. Wir kämen so schnell als möglich nach Walvis Bay und bringen das Werkzeug mit. Also ab zu Pupkewitz, der hat alles und kann alles, um einen Torkscharaubendrehen zu organisieren.
In der Zwischenzeit nehme ich Kontakt mit Gut Richthofen auf und frage, ob wir nicht doch schon früher in unser Turmhaus ziehen können. Klar können wir, die Wohnung steht ja leer.
Also wieder alles zusammenpacken, jetzt hoffentlich für längere Zeit das letzte mal und abfahren. Vorher schauen wir aber noch in Bwanapolis vorbei um das Megakunstwerk zu betrachten, dass die Jungs gemacht haben. Und wir müssen sagen, alle Achtung. Da sieht es richtig cool aus. Die triste Wand ist einem genialen Wandbild gewichen und demnächst wird es auch eine Weihnachtsbeleuchtung in Form von Old Brown Sherry Flaschen geben. Sieht echt klasse aus.
Und warum rünnt eigentlich das Büssli schon wieder? Irgend woher tropft es wiedereinmal, Arne und Uwe schauen sich das an und befinden den Schaden aber als klein, es sei nur Servoflüssigkeit. Im schlimmsten Fall können wir einfach nicht mehr so gut lenken. Das macht aber nichts, wir haben ja nur zwei Kurven zu bewältigen, eine in Usakos, wo die Strasse mitten im Dorf eine 90° Kurve macht und eine, kurz vor Gut Richthofen.
Wieder fahren wir auf der Teerstrasse Richtung Küste, es ist heiss und die Klimaanlage muss richtig arbeiten. Die neue Strasse macht tatsächlich von mal zu mal Fortschritte, aber es wird noch dauern bis sie fertig gebaut ist. Die lange Strecke wird nur durch ein mächtiges Gewitter unterbrochen, sonst ist sie langweilig wie immer.
Im Turmhaus ist Mina noch mit den letzten Putzarbeiten beschäftigt, aber gleich, nach einem Savanna, können wir endlich in unsere eigenen vier Wände ziehen. Es ist ein schönes Gefühl, endlich wieder ein Zuhause zu haben. Auch wenn wir vorerst nur mit der Campingausrüstung einziehen können. Aber Morgen geht’s zu Zoll und wenn alles klappt, haben wir am Freitag unsere Sachen.
Die erste Nacht war nicht so bequem, Chrigu schläft auf zwei Mätteli, ich auf den Polster vom Büssli, das eigentlich viel zu kurz ist, aber es muss halt gehen. Ausserdem war es sehr hell im Zimmer, da Michael alle Lampen neu verkabelt hat und es hier in Namibia üblich ist, dass die Aussenlampen über Nacht alle brennen. Und die Kaffeemaschine steht noch immer in Walvis Bay. Aber es wird schon, heute bekommen wir sicher unsere Ware.
Um zehn Uhr haben wir den Termin mit dem Zoll. Schon etwas spät dran fahren wir frohen Mutes los. Und was macht das Büssli, es versetzt uns so richtig. Zehn Kilometer nach Swakopmund schreit es wieder einmal nach Wasser 8-0 Aber wir haben keines. Gestern hatten wir nämlich das Büssli komplett ausgeräumt, damit wir heute für die wichtigsten Dinge Platz haben. Nun stehen wir also mal wieder am Strassenrand, haben wohl einen der wichtigsten Termine seit wir in Namibia sind und das Büssli streikt zwanzig Kilometer vor dem Ziel. Zwanzig Kilometer vor der Kaffeemaschine, dem Bett und all den anderen Sachen die wir ein wenig vermisst haben. Das kann doch gar nicht sein
Im System wäre eigentlich genug Wasser, aber es scheint so zu sein, dass irgend wo etwas verstopft ist und das Wasser nicht vom einen in den anderen Tankt fliesst. Die Nerven liegen blank und zu allem Überfluss spritzt mir die ganze Sauce auch noch ins Gesicht. In dem Moment haben wir wirklich genug vom Büssli. Wenn jetzt jemand gekommen wäre, der es haben wollte, wir hätten es sofort hergegeben.
Da Max und Rotraud noch in der Stadt sind, rufen wir sie an und bitten um Hilfe. Sie kommen auch gleich und Max schaut sich die Sache an. Aber auch für ihn ist das Problem nicht wirklich ersichtlich. Jedenfalls können die beiden es soweit fixen, dass wir wenigsten wieder weiter fahren können. Der Termin mit dem Zoll ist aber flöten gegangen. So eine Sch….. Trotzdem haben wir Glück im Unglück und bekommen heute um halb drei noch eine zweite Chance.
Überpünklich sind wir beim zweiten Anlauf da, müssen aber zur Strafe fast eine Stunde warten.
Dann kommt die Lady endlich (hätte nicht eine Lady sein müssen, denn von anderen Erfahrungen wissen wir, dass Frauen es besonders genau nehmen und recht sollten wir behalten) denn sie will wirklich alle 12 Kisten sehen. Das sind dann 132 Torks von Hand auf drehen und 132 Torks von Hand zudrehen. Die vier, der leeren Kiste elf, nicht mit eingerechnet. Macht dann also 140 mal 2 gleich 280 Schrauben
Wir sind dankbar, dass wir das nicht alleine machen müssen, sondern Unterstützung der Arbeiter haben. Trotzdem dauert es sehr lange, weil wir ja nur einen Dreher haben. Gut machen wir wenigsten die Kiste zehn zuerst auf, denn da ist die Werkzeugbox drin, wo sich noch ein zweiter, in schweizerdeutsch „Schraubenzieher“ befindet. So geht etwas schneller. In jeder Kiste möchte die Lady von Zoll auch noch einzelne Kartons anschauen. Die müssen von Chrigu mit dem Messer aufgeschlitzt werden, wurden ja von Mirella sehr gut zugeklebt, was einige Schweissperlen kostet.
Ganz besonders war sie an einer Kiste von mir interessiert. Da waren vor allem so alternative Heilmittel drin. Dieser Karton hat viele Nerven gekostet. Die sündhaft teuren und reinen ätherischen Öle hat sie als air refresher abgetan (was wir natürlich so stehen liessen) mit den Ohrenkerzen konnte sie gar nicht anfangen (wir haben natürlich versucht es ihr zu erklären) und bei den Schüsslersalze haben wir uns nach langen Verhandlungen und Diskussionen, auf Vitamine und Mineralien geeinigt. Denn Tabletten dürften eigentlich nicht eingeführt werden.
Bei den leeren Flaschen und Dosen war es schwieriger. Da hatten wir auch richtig Herzklopfen. Was passiert nun? will sie die haben? Sehr genau hat sie alle angeschaut und auch nachgefragt für was wir die brauchen. Und so auf die schnelle kam uns gerade auch nichts schlaues in den Sinn. Ich konnte ihr schlecht sagen, dass ich das vielleicht mal zum Schnaps abfüllen brauchen. Da sie aber auch etwas unter Zeitdruck stand, es war schon bald fünf und Arbeitsschluss, liess die dann die Flaschen, Flaschen sein. Wir konnte dann endlich alles Kisten wieder zuschrauben. Alles dürfen wir behalten. Ausser die Schuhe, die ich mit Spende angeschrieben hatte. Die hat sie beschlagnahmt. Warum, wollten wir wissen? Wegen den Bakterien, war die Antwort
Sie müsse nur noch den Rapport schreiben, dann könnten wir die Sachen haben
JAWs Kiste haben wir übrigens irgendwie schmuggeln müssen. Die hat nämlich die Zolldame übersehen. Wir hätten auch keinen Schlüssel gehabt um sie zu öffnen. So haben wir die Kiste kurzerhand, als die Lady vom Zoll weg war, in die Kiste elf umgepackt. Dieser Vorschlag kam übrigens nicht von uns sondern von den Angestellten.
Und ihr wisst es sicher auch schon, so schnell geht’s dann doch nicht. Wir haben die Ware bis heute jedenfalls noch nicht. Es wir sicher 2-3 Arbeitstage gehen bis alle Papiere durch sind. Und am Freitag arbeitet die vom Zoll nicht. Und wahrscheinlich am Montag auch nicht. Also heisst es für uns mal wieder, warten
Alles in allem ist es aber gut gelaufen. Jedoch würden wir das nächste mal einiges anders machen.
Liebe Grüsse aus dem heute sonnigen (gestern hat es geregnet) Swakopmund
Mirella und Chrigu
Stadtleben
Nun leben wir also schon wieder zwei Wochen in der Stadt. Und wir müssen es immer wieder sagen. Das ist einfach nichts für uns. Trotz all den Annehmlichkeiten die es hier gibt. Grosse, super gut ausgestattete Einkaufszentren wo wir wirklich alles kaufen können was das Herz begehrt. Autowerkstätten wo man einfach hinfahren kann, einen Termin bekommt der dann auch eingehalten wird (das Büssli leckt jetzt kein Öl mehr). Kinos und Theater (wo wir aber auch noch nie waren). Jede Menge Restaurants die alles mögliche anbieten und wo man hingehen kann ohne zu reservieren.
Und es ist warm
Wir würden schon sagen, heiss, denn wir kämpfen regelrecht mit der Hitze. Das erste mal seit Monaten müssen wir am Abend keine Jacke oder Pullover anziehen und können lange draussen sitzen. Da wir aber nicht zu unserem Vergnügen da sind, ist die Hitze viel schwerer zu ertragen. Vor allem am Nachmittag, wenn sich auch die ganze Stadt aufgeheizt hat und es windstill ist, ist es kaum zu ertragen.
Wir haben viele Termine und langsam kommt Bewegung in die ganze Sache. Mit Hilfe eines Büros, wurden nun endlich alle Formulare für die definitive Registrierung der Firma erledigt, eingereicht und wir haben sogar ein heiliges Papier mit einem heiligen Stempel bekommen. Müssen jetzt nur noch WARTEN bis unsere Firma regelrecht registriert ist. Ohne das geht nämlich überhaupt nichts. Wirklich nichts. Wir können kein Permit beantragen, wir können kein Konto eröffnen, wir können hier auch niemandem behilflich sein, denn das wäre illegal gearbeitet. Gut hat Chrigu noch sein Hobby, das Namibia Forum, das ihn zurzeit sehr beschäftigt.
Schön ist auch, dass wir hier schon einige Freunde gefunden haben, sodass es uns nicht langweilig wird.
Leider sind wir mit dem Hausrat aber immer noch nicht weiter. Unser Spediteur war auch keine Hilfe, weil er nämlich selber nicht weiss, wie das funktioniert. Wir sind sehr enttäuscht darüber, denn es hat uns bis jetzt schon viel Geld und viele Nerven gekostet. Ein Importpermit für den Hausrat gibt es auch nicht, weil wir keine Firma haben (dieses Papier hängt ja bekanntlich in irgend einem anderen Ministerium herum). Von anderen Einwanderer wissen wir aber, dass es möglich ist, den Hausrat einzuführen, wenn man Zollgebühren bezahlt. Wir wussten das ja auch. Aber der Spediteur offensichtlich nicht. So haben wir ihn mit dem fehlenden Wissen konfrontiert und siehe da, jetzt geht es doch plötzlich. Warum auch immer. Wobei, wir haben das Zeugs noch nicht, also freuen wir uns auch noch nicht all zu fest. Wahrscheinlich haben wir die Ware, die in der Schweiz liegen geblieben ist, schneller. Die soll nämlich am 9. Dezember eintreffen. Wir werden sehen……..
Was wir leider auch feststellen mussten, es ist unmöglich das Workpermit alleine zu bekommen. Es geht einfach nicht. So haben wir uns jetzt entschlossen, eine Anwalt zu nehmen. Wir hatten nach dem Gespräch einen guten Eindruck, denn er hat uns klar den Weg aufgezeigt und uns auch klar gesagt, was geht und was nicht. Wir hatten auch das Gefühl, dass er die richtigen Leute am richtigen Ort persönlich kennt. Ausserdem hat er uns grosse Hoffnungen gemacht, dass wenn die Firma einmal registriert ist, auch das Workpermit kein Problem mehr sein sollte. Auch hier, wir werden warten und sehen……
Morgen ziehen wir um, hoffentlich das letzten mal für längere Zeit. Unser Vormieter überlässt uns die Wohnung schon früher und so kann ich mich dann richtig kreativ betätigen.
Hier in Windhoek haben wir eine Woche sehr schön gewohnt mit allem erdenklichen Luxus und wohnen jetzt mehr oder weniger in einem „Gefängnis“. Rund um uns sind Mauern mit Elektrozaun, es hat keine Fee, keinen Pool und wir bezahlen deutlich mehr für weniger Leistung. Jetzt ist einfach der Zeitpunkt gekommen, ein eigenes Heim zu haben. Und darauf freuen wir uns sehr.
Liebe Grüsse aus dem heissen Windhoek
Mirella und Chrigu
Ein Turmhaus in der Wüste
So packen wir mal wieder unsere sieben Sachen zusammen und machen uns auf den Weg nach Windhoek. Da wir ja schon alte Füchse sind, können wir auch die Abkürzung durch das Revier nehmen. Es ist ein schöne Strecke und hier zeigt sich mal wieder, warum wir uns entschlossen haben, nach Namibia um zu siedeln. Es ist einfach traumhaft schön, durch diese Einsamkeit zu fahren. Wobei, so einsam sind wir nun auch wieder nicht. Vor uns fährt ein Tourist, hinter uns klebt ein Einheimischer an der Stossstange und ab und an tauchen in dieser surrealen Welt Häuser und Farmen auf. Aber trotzdem, schöne Landschaft hier im Swakop.
Die nächste Strasse macht aber überhaupt keinen Spass, weil sie üble Wellblechpiste ist. Die C 28 ist dann aber wieder sehr schön zu fahren. Wir reisen alleine durch den Namib Nautkluft Park. Kein Auto begegnet uns. Dafür zickt das Büssli mal wieder. Es verliert irgendwo Wasser. Alle halbe Stunde leuchtet eine Warnlampe auf und verlangt nach neuem Kühlerwasser. Und wir füllen das auch immer brav wieder nach. Letztes mal haben wir ja teures Lehrgeld dafür bezahlt, dass wir die Warnlampe zu spät beachtet haben. Damals kostete es uns einen neuen Motor. Irgendwann, zwischen Zebras, Straussen und Springböcke steht dann das Auto zufälligerweise mal richtig. Es würde hier zu weit führen, euch das ganz genau zu erklären. Heino hat es uns damals genau gesagt wie das Büssli stehen muss. Haben wir aber in der Zwischenzeit schon wieder vergessen. Jedenfalls gelingt es uns mit vereinten Kräften, das ganze System zu entlüften und ab dann haben wir endlich Ruhe. Wir werden wirklich noch zu Synchro Spezialisten
Der Bosua Pass hat es in sich. So schön wie er auch ist, von Westen nach Osten werden wir ihn wohl nie mehr fahren. Er ist alles in allem einfach zu steil und vor allem auch zu lang. Es dauert einfach zu lange bis Windhoek endlich in der Ferne auftaucht.
Da wir erst Morgen unsere neue Wohnung beziehen können, entschliessen wir uns, in Aerbbusch zu übernachten. Und eigentlich ist dieser Platz gar nicht so schlimm wie immer beschrieben wird. Wir bekommen einen schönen Stellplatz zugewiesen, die san. Anlagen sind sehr sauber und zweckmässig und es ist auch gar nicht so laut wie am Anfang angenommen. Auch macht es grossen Spass, den Neuankömmlingen beim Aufstellen des Dachzeltes zuzuschauen. Ausserdem sind da noch Holländer, die mit ihrem Wohnmobil aufkreuzen. Und das was die machen, haben wir noch nie erlebt. Alles was die hervorholen, wird zuerst mit dem Besen vom Staub befreit. Im Teamwork. Sie beselt, er hält alles hin. Und zum Schluss füllt er einen Eimer mit Spüliwasser und schrubbt das ganze Mobil mit einem langen Besen, bis in die kleinste Ritze. Da sind wir platt 8-0 Müssten eigentlich laut heraus lachen, trauen wir uns aber dann doch nicht.
Es ist heiss, die Hitze und die Höhe machen uns zu schaffen. Und da träumen wir von unserem Haus. Ein Turmhaus in der Wüste. Und es ist gar kein Traum. Denn wir haben es gemietet und werden am ersten Dezember dort einziehen. Ein bisschen müssen wir uns das schon noch schön reden. Denn nie im Leben wollten wir nach Swakomund ziehen. Genau das haben wir aber sehr kurzentschlossen gemacht. Noch vor wenigen Tagen haben wir gesagt, überallhin, nur nicht da hin. Viel zu kalt und viel zu windig. Und überhaupt, was soll man den da auch den ganzen Tag machen, so weit weg von allem und jedem. Und dann erst der Nebel. Aber erstens kommt es anders…….
Es wurde just zu diesem Zeitpunkt, als wir auf Gut Richthofen waren, einen Wohnung, besser gesagt, das Turmhaus, frei. Wir haben uns das angeschaut und sofort beschlossen, hier bleiben wir. Auch wenn es überhaupt nicht afrikanisch ist, es hat Charme und ist aussergewöhnlich. Und es hat genügen Platz, für unseren bescheiden Hausrat, der immer noch im Zollfreilager ist
Aber wir sind ja jetzt in Windhoek und werden das wohl regeln können!
Also dann, bis demnächst auf Gut Richthofen.
Liebe Grüsse aus Windhoek
Mirella und Chrigu
Ganz so einfach geht’s dann doch nicht
So schnell wie das Crazy Zebra kommen unsere Kisten nicht in Freiheit. Wäre auch viel zu schön gewesen. Stellt euch vor, wie herrliches wäre, hier zu sitzen und einen feinen Nespresso zu trinke. Aber nein, es gibt noch immer nur Filterkaffee. Dabei ist die Kaffeemaschine sooooo nahe.
Wir bekommen von unseren Agenten einen Anruf, dass wir jetzt doch ein Workvisa brauchen um die Sachen aus den Zoll heraus zu bekommen. Und das wir nicht so einfach sein. Denn unsere Firma ist immer noch nicht registriert. Diesmal fehlt es am staatlich geprüften Buchmacher. Als wir dieser Sache nachgehen, stellt sich heraus, dass er zwar unser Mail erhalten hat, aber so überlastet ist mit Arbeit!!! dass er uns gar nicht übernehmen kann. Hätte er ja auch schon vor zwei Wochen sagen können. Dann hätten wir nicht so lange warten müssen. Der Hals wird schon langsam dick
Das Wochenende steht auch schon wieder vor der Türe und ihr wisst ja, dann geschieht hier nichts mehr. In Namibia fängt bei den meisten das Wochenende auch schon am Freitagmittag an und dauert manchmal bis am Montagmittag. Schönes Leben, was die Beamten hier haben
So bereiten wir alles vor, damit wir am Montag in Walvis Bay beim Home Affairs Büro (die sind für sämtliche Einwanderer- und Aufenthaltsbewilligungen zuständig) einen Versuch starten können, ob wir da ein Workvisa erhalten. Das wäre Plan A und das wäre auch das Beste. So müssten wir dann nicht nach Windhoek und könnten schon bald die Kaffeemaschine in Empfang nehmen.
Doch wie geht das mit dem Plan A? Ist zwar gut durchdacht und vorbereitet, taugt aber bei namibischer Bürokratie nicht viel. Es war aber ein sehr netter Beamte, der seinen Job auch wirklich verstand und uns kompetent Auskunft geben konnte. Bis vor ein paar Jahren konnten die das auch in Walvis Bay erledigen. Doch das gehe nun leider nicht mehr. Nun laufe alles über das Büro in Windhoek.
Also Plan B umsetzen. Nach einem kurzen Telefongespräch mit Maxi, bin ich allerdings wieder etwas schlauer. Die haben Bekannte, die auch erst kürzlich eingewandert sind und auch nur ein Tourivisa haben. Die haben allerdings ihre Ware schon bekommen. Sie brauchten dafür ein Import Permit und mussten eine Kaution hinterlegen. Und das war’s. Das habe die Spedition für sie erledigt. So einfach. Unser Agent hat gesagt, dass das sehr kompliziert wäre und sehr lange dauern wird und wir das sowieso selber in Windhoek erledigen müssen. Der Hals wird dicker
Da Pünktchen auf dem i ist dann noch, dass uns auch der Fritz von Nonidas versetzt hat. Er haben keine Ersatzteil, die sollen wir besser selber organisieren und ausserdem haben er heute, obwohl der Termin persönlich abgemacht wurde, keine Zeit für unser Büssli. Wir können gut bis Windhoek und wieder zurück fahren. Das wäre gar kein Problem. Jetzt ist der Hals ganz dick
Was lerne wir daraus? Trau keinem, ausser deinem eigenen Partner, auch nicht den Weissen. Denn irgendwie wollen alle aus deiner Situation Profit schlagen.
Nun machen wir uns also auf den Weg nach Windhoek.
Frische aber sonnige Grüsse aus Swakopmund
Mirella und Chrigu
Container angekommen, alles drin?
Heute ist also der grosse Tag. Das Warten hat ein Ende, der Container ist angekommen. Voller Vorfreude und Aufregung machen wir uns auf den Weg nach Walfish Bay.
Das heisst Kurt und ich, denn Chrigu liegt so ziemlich todkrank dar nieder. Zur allgemeine Freunde hat uns Kurt am Abend vorher zum Essen eingeladen und es war auch sehr lecker. Wir waren in Swakopmund im Europahof, ein über all die Jahre ein sicherer Wert. Dummerweise hat Chrigu Austern gegessen. Die werden ja hier gezüchtet und sollen immmmmmmmer ganz frisch sein. Doch wie schon vor Jahren, mögen sich die Zwei einfach nicht. Chrigu leidet und es geht ihm richtig schlecht. Da nützen auch all die Kügeli nichts und so musste er sich nach Walfish Bay fahren lassen. Es war wohl wirklich das letzte mal, dass er Austern gegessen hat. Aber wir werden bestimmt auch ohne diese Delikatesse weiter leben können.
Nun steht er also da, unser Container. Kurt ist schon ganz nervös, ich stelle mich auf ein langes Warten ein und Chrigu hat sich wieder ins sicher Büssli zurückgezogen. Die Geduld wir nur einigermassen strapaziert, denn schon nach kurzer Zeit wird uns geholfen und wir können die Türen öffnen. Und da steht das Crazy Zebra in seiner ganzen Pracht vor uns. Sauber, gut erholt und ohne sichtbaren Schäden. Da kommt auch bei mir etwas Bauchflattern auf und ich freue mich auf all die Dinge, die wir etwas vermisst haben. Kurz schliesst die Batterien an, startet den Motor und fährt heraus. Nun pocht das Herz! Ein kurzer Blick ins Innere und mir bleibt das pochende Herz stehen
Jetzt nur nicht hektisch werden, wird schon alles drin sein, ganz hinten. Ganz bestimmt! Schnell noch ein Foto machen, um Erlaubnis fragen um in den Container zu dürfen und dann auf die Kisten springen. Doch leider bestätigt sich meine Befürchtung, es ist nicht alles im Container
Zwar sind alle 12 Holzkisten da, sogar die von JAW. Aber all das lose Zeugs fehlt. (Das Bett, auf das ich mich am meisten gefreut haben, alle Instrumente, gut hat Chrigu wenigstens ein Banjo mitgenommen und den roten Kühlschrank, denn wir so oft hätten verkaufen können und der so gut in unsere Lapa (wenn wir dann mal eine haben) gepasst hätte).
Der Frust und Ärger
ist um so grösser, weil der Fehler in der Schweiz passiert ist. Es ist unmöglich, dass hier etwas weg gekommen ist. Den Kurt hatte sein Crazy Zebra abgeschlossen und ausserdem war der noch so gut verkeilt, dass niemand hier etwas entwenden konnte. Nun müssen wir also von hier aus versuchen unsere vermisste Ware aufzutreiben. Das wir wohl nicht so einfach sein, denn in der Hitze des Gefechts haben wir vergessen, alles anzuschreiben. So steht nun irgendwo, hoffentlich in der Schweiz, herrenlose Ware herum. Das mit dem Anschreiben kommt uns allerdings auch erst jetzt in den Sinn. Ausserdem entdecken wir auf den Fotos, dass wir auch noch zwei Festbänke und eine grosse Leiter vermissen.
Der kurze Adrenalinstoss hat Chrigu gut getan, er fühlt sich etwas besser. Doch das hält nicht lange an und so fahren wir geknickt zurück nach Gut Richthofen. Kurz vor den Ziel, dem rettenden Bett, streikt mal wieder das Büssli. Es verlangt Kühlerwasser, läuft aber nach dem Auffüllen wieder einwandfrei. Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf ist Chrigu soweit wieder zwäg und kehrt zu den Lebenden zurück. Diese Geschichte geht bestimmt weiter…..
Liebe Grüsse aus dem zur Zeit stromlosen Gut Richthofen
Mirella und Chrigu
Warten auf den Container
Anders kann man unsere momentane Situation auch gar nicht beschreiben. Eine kurzen Trennung kann nie schaden. So war Chrigu zwei Tagein in Windhoek um seinen Dingen nachzugehen, ich war zwei Tage auf der Farm um meinen Dingen nachzugehen. Es war aber auch mal schön, einfach so alleine zu sein. Denn auf der Farm waren keine Gäste und so konnte ich tun und lassen was ich wollte. Das ganze Umpacken und das Waschen hat viel Zeit in Anspruch genommen und dann waren ja noch so viele Berichte zu schreiben.
Nach drei Tagen kamen auch schon Kurt und die Beerlis, mehr oder weniger pünktlich (hatten nur zwölf Stunden Verspätung
) Und dann nicht wie los, ab in den Westen, zum Schiff wo hoffentlich bald einlaufen wird. Bis jetzt hat es erst ca. fünf Tage Verspätung.
Auf Gut Richthofen (20 Kilometer ausserhalb von Swakopmund) haben wir Stellung bezogen und warten also auf den Container. Wir wohnen in einem netten Flat wo es fast alles hat, ausser einen gute Kücheneinrichtung und frieren wieder jeden Tag. Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen und hätte die Winterkleider doch wieder einpacken sollen. Aber in Windhoek war es richtig heiss, 32° und da kam mir das wirklich blöd vor. Hier ist es noch gerade mal, wenn es hoch kommt, 20°. Und das ist schon viel. Wenn die Sonne dann mal scheint, wäre es eigentlich schön warm. Doch leider pfeift uns immer ein kalter Wind um die Ohren. Und so ist wieder nichts mit gemütlich draussen sitzen und den Sundowner geniessen. Aber auch das werden wir überstehen.
Um uns die Zeit zu verkürzen, haben wir uns endlich auf die Living Desert Tour gemacht. Es war sehr spannend und interessant. Der Guide konnte wirklich alle von der Wüste begeistern und die fünf Stunden kamen uns vor wie zwei. Leider hat Chrigu seinen Hut vergessen und so sah er später auch aus
In der Zwischenzeit ist das Rot aber zu einer gesunden Bräune geworden und so sieht er selber schon bald wie ein echter Tourguide aus.
Am Wochenende haben wir uns noch ganz was schönes angeschaut. Wir sind zusammen mit Beerlis nach Wüstenquell gefahren. Für mich ist das wohl eine der schönsten Farmen in Namibia. Die wunderbaren Felsformationen, Höhlen und die Weite der Wüste faszinieren mich immer wieder. Durch die neuen Besitzer wird die etwas heruntergekommene Farm wieder aufgebaut. Sie haben also noch viel vor sich! Aber die ersten Duschen auf der Camp Aussicht werden demnächst fertig und dann hat man mitten in der Wüste ein kleines Paradies. Wir haben wirklich die Begeisterung von Mareike und ihrem Mann für dieses Fleckchen Erde gespürt. Sie stecken all ihre Energie und all ihr Wissen da drein. Die Farmrundfahrt, obwohl wir alles selber hätten fahren können, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir haben viel gelernt und auch viel über die Farm erfahren. Da es doch sehr im Abseits liegt, wird es hoffentlich noch einige Zeit ein „Geheimtipp“ bleiben. Ausser natürlich für die, die nun mein Blog lesen. Zurück sind wir durch das Khan Rivier gefahren. Auch das ein weiteres Highlight. Irgendwie sieht am Anfang jedes Rivier ähnlich aus. Erst wenn man aber ein wenig gefahren ist, lässt sich die ganze Schönheit erblicken. So sieht dann auch jedes Rivier wieder ganz anders. Leider sahen wir ausser ein paar Strausse und einem Springbock keine anderen Tiere. Aufregend war es aber trotzdem, denn wir wussten nie, was uns hinter der nächsten Flussbiegung erwartete. Problemlos könnte man sich irgendwo hinstellen und die Einsamkeit und die Stille geniessen.
Für uns lohnt sich langsam der erzwungene Aufenthalt hier in Swakopmund. Nie wären wir auf die Idee gekommen freiwillig hier zu bleiben. Ich denke, dass man diese Gegend hier kennen und lieben lernen muss. Nur so vom durchfahren bleibt einem viel zu viel verborgen.
Zum Abschluss des Tages durfte ich mich noch mit Rosenquarz eindecken. Ich freue mich schon darauf, dass all die Steine einen Platz in einem Garten bekommen und nicht zu lange in der Kiste 11 verbringen müssen.
Und nun warten wir also auf den Container
Liebe Grüsse aus Swakopmund
Mirella und Chrigu

