Archiv für Juli 2010

Das Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne hat

 

Dass dieser Spruch uns noch verfolgen wir haben wir nicht geahnt als wir voll bepackt in Swakopmund losgefahren sind.
Wir wollen auf eine lange Reise. Fünf Monate ungefähr soll sie dauern. Zuerst mal Richtung Windhoek, dann hoch in den Norden, Kaudum, Caprivi, Botswana ev. Zimbabwe und dann weiter Richtung Süd Afrika. Von da aus wollen wir für drei Wochen in die Schweiz fliegen und anschliessen im Oktober, endlich mal wieder in den Krüger Nationalpark. Dann richtig gemütlich der Küste entlang, zurück nach Swakopmund. So war die Idee. Keine Buchungen, keine Termine, einfach losfahren und schauen wo es uns hintreibet. Das war immer schon unser gemeinsamer Traum.
Um all diese Abenteuer gut zu überstehen müssen wir natürlich das Büssli noch aufrüsten.
Benzinkanister, Ersatzreifen, Wassertank, Gasflaschen kommen mit den richtigen Halterungen aufs Dach. Vorhänge werden massgefertigt. Aufkleber werden ans Büssli angebracht, damit man uns auch von weitem her kennt, dies und das noch nach gekauft und ausgebaut. So können wir dann nach langer Vorbereitung endlich losfahren.

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Der Abschied von zu Hause fällt schwer. Wir haben uns so gut eingelebt und so viele liebe Freunde gefunden. Doch der Wunsch zu Reisen wird wohl immer grösser sein.
Also fahren wir mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge los. Was kann jetzt noch passieren :razz:
Viel, sehr viel sogar! Denn das Büssli will offensichtlich nicht weg. Oder warum meckert es schon nach 80 Kilometer in Form einer Warnlampe. Die Öldruckanzeige. Wir denken noch, ach das fängt ja gut an, hatten wir aber schon mal. Da haben sich nur die Kabel gelöst und wenn wir das wieder zusammenstecken, läuft auch das Büssli wieder. Also alles im Kofferraum auspacken, Kabel zusammen stecken, wieder einräumen und weiter fahren. Doch leider stecken alle Kabel da, wo sie hingehören. Wir sind etwas ratlos, das Buch „VW Bus, so helfe ich mir selber“ bringt uns auch nicht weiter und das Handbuch meint, wir sollen sofort eine Werkstatt aufsuchen. Da wollten wir eigentlich auch hin, nur ist die noch 300 km weit entfernt :cry:
Langsam fahren wir weiter, hören HummelDumm und ignorieren mehr oder weniger das Alarmgeräusch. Nach der Mittagspause können wir sogar fast 100 km fahren ohne dass das Büssli jammert.
Mit 70 Km/h schleichen wir auf der Strasse und werden sogar von den Lorris (Lastwagen) überholt.
Etwas deprimiert kommen wir gegen Abend auch in Windhoek an. Noch schnell das Auto ausladen, morgen geht es in die Werkstatt. Dann wird alles gut, denken wir….
Chrigu war nach einer halben Stunde mit unserem Büssli wieder da. Ernüchternde Antwort; sie können nichts mehr machen :mad: Was genau kaputt ist, weiss ich allerdings immer noch nicht. Irgendetwas mit der Öldruckpumpe. Die sei nicht mehr zu ersetzen, da es keine Ersatzteile mehr gibt. Irgendwann würde der Motor also kein Öl mehr bekommen und wenn kein Öl, Motor kaputt. So wird wohl das Büssli nie mehr eine grössere Fahrt machen. Wir haben mit vielem gerechnet. Aber nicht damit, dass die Reise schon am Anfang beendet ist.

Nun müssen wir also nachdenken :oops:

Geknickte Grüsse aus Windhoek

Mirella und Chrigu

Mirellas neue Leidenschaft

 

Nicht dass ihr denkt, mir wird es langweilig. So habe auch mich nach einem neuen Hobby umgeschaut.

Und eines gefundenDSC00574

 

 

 

 

 

 

Also man kaufe sich ein Brett. Dieses muss beweglich sein und eine glatte Oberfläche haben. Hier besteht es ganz einfach aus einer Schrankrückwand. Was dann ganz wichtig ist, dass man es wachst. So wie wir das von den Skiern her kennen. Natürlich gibt es so was hier NICHT zu kaufen. Ihr wisst aber schon, die Einheimischen sind sehr erfinderisch, wissen sich zu helfen und finden immer etwas das fast genau so gut ist wie das Original.

Das erste Mal sind wir ahnungslos drauflos gegangen. Schon die Düne zu erklimmen war ein Krampf und äusserst anstrengend. Das grösste Elend aber war, dass das Board dann nicht gefahren ist. Keinen einzigen Zentimeter. Wie soll man das nun einem Kind erklären das sich so gefreut hat :cry: Und ich finde das im übrigen auch nicht so toll.

Glücklicherweise ist genau in diesem Moment eine junge, dynamische Gruppe mit Snow- und Duneboards gekommen. Die netten und hilfsbereiten Tourguides haben uns dann gezeigt wie das geht und sogar unser Board gewachst. Die nehmen ganz einfach handelsübliche Holzpolitur (hier schwärmen alle von „Cobra“). Einen Insidertipp erhalten wir später noch. Um das Board noch schneller zu machen muss man es nach dem Wachsen mit Babypuder bestäuben :lol:

Ich bin aber immer noch ein wenig skeptisch. Dass das bisschen wachsen etwas nutzen soll? Kann ich mir einfach nicht vorstellen. Zu zweit setzten wir uns also aufs Board. Mit einer Hand das Brett festhalten, mit der anderen steuern. Wir bekommen noch einen Schubs und  schon sind wir in voller Fahrt. Und plötzlich geht es mir fast zu schnell. Das hätte ich wirklich nicht gedacht. In einem höllen Tempo brettern wir die Düne runter :razz: Zum guten Glück hat das die etwas ängstliche Mama nicht gesehen ;-) Mucki hat sich gekugelt vor Freude. Und weil’s soooo viel Spass gemacht hat, sind wir gleich nochmals hoch gestapft. Leider ist das Vergnügen jedoch noch viel kürzer als beim Schlitteln. Das gute daran ist aber, dass man ordentlich Kalorien verliert und einen knackigen A…. bekommt :lol:

Und weil es wirklich so viel Spass macht, musste sich Chrigu auch „leiden“

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aber irgendwie

macht es ihm

nicht ganz so viel Spass

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denn eigentlich

geht es so :razz:

Nina

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zum Schluss geniessen wir ein

Sundowner

bis dass der Vollmond aufgeht

 

Damit Chrigu aber nicht zu kurz kommt, fahren wir natürlich auch immer wieder zum Fischen. Doch ausser Spesen war die letzten Tage nichts gewesen.

Dennoch, die Hunde waren glücklich und ich um ein paar Steinen reicher :-D :

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Sämi und Shira   Pointi und Chrigu
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  müde nach einem erlebnisreichen Tag  

Sonnige Grüsse aus Swakopmund, wo es leider nicht mehr ganz so warm ist

Mirella und Chrigu