Archiv für August 2010
So langsam wird es Zeit …
… die Grossstadt wieder zu verlassen.
Nach einem verregneten und kalten Wochenende können wir den nächsten Freitag kaum erwarten. Dann ist die Schule fertig und wir können endlich für eine kleine Tour aufbrechen. Wir haben uns vier Tage im Addo Elephant NP einquartiert und hoffen, dass das Wetter etwas besser wird und wir viele Elefanten sehen werden.
Chrigu sagt, dass mir die Schule gut getan hat, und dass ich sehr viel gelernt habe. Das freut mich sehr, zumal das auch die Lehrer behaupten. Wir sind nur zu dritt in der Klasse, also drücken geht wirklich nicht. Zurzeit sind auch sehr viel Italiener da, was den Nebeneffekt hat, dass mein Italienisch gratis aufgefrischt wird. Nur mit dem englisch schreiben hapert es immer noch sehr, obwohl ich wirklich sehr viel gelernt habe. Ich werde daher mein Blog weiter in hochdeutscher Sprache schreiben.
Letztes Wochenende haben wir uns ein Auto gemietet und sind Richtung Norden in den West Coast NP gefahren. Der kleine Park ist ca. 180 km von Kapstadt entfernt und hat ausser Blumen eigentlich nicht wirklich viel zu bieten. Er ist auch nur während der Blumensaison geöffnet, das heisst also nur im August und September. Nachdem wir schon fast den ganzen Park abgefahren hatten und ein wenig enttäuscht waren, werden wir in ein spezielles Gebiet geleiten. Und endlich sehen wir sie, die Frühlingsblumen der Kap Region. Blumen soweit das Auge reicht. In allen Farben, von weiss über gelb und rot bis hin zu blau. Es war traumhaft schön
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| Protea | Mit Winterkleider am Strand | Camps Bay mit 12 Apostel |
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| Im West Coast NP | ||
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| Nein das ist kein Schnee, es sind Blumen |
Ausserdem haben wir einige Blessböcke und Elandantilopen gesehen. Das war sehr unerwartet und daher umso schöner. Leider konnte Chrigu „sein“ Foto, Springbock frisst orangefarbige Blumen, nicht machen. Dafür gab es einfach zu wenig Springböcke im Park, oder sie waren viel zu weit weg
So schön es aber war, ohne unser Büssli, wir hatten einen KIA Picanto gemietet, kamen wir uns irgendwie amputiert vor. Da war zum Beispiel ein wunderschöner Picknick Platz direkt am Meer. Alle hatten ihre Grillzeugs, die bequemen Stühle, ein kühles Bier und leckere Steaks dabei. Nur wir nicht, wir mussten uns mit lauwarmes Wasser, Chips und frische Litschis zufrieden geben. Können weder einen Vogel bestimmen (weil kein Bestimmungsbuch dabei) noch einen Wal beobachten (weil kein Feldstecher zur Hand ist). So müssen sich wohl Tourist fühlen die nur 20 kg Gepäck mitnehmen können
Ja wir vermissen unser Büssli wirklich!
Trotz allen, das Flat das wir bewohnen ist nicht wirklich eine Wucht, das Wetter ist europäisch kalt, die Stadt laut und hektisch, wir werden Kapstadt noch einen Chance geben. Irgendwann im Februar oder März, wenn es hier schön und warm ist.
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| Unsere Lieblinge | mit guten Zähnen bewaffnet | auf dem Tafelberg |
Liebe Grüsse aus dem winterlichen Kapstadt
Mirella und Chrigu
Zwischen Flip-Flops und Moon-Boots
Europa hat uns wieder. Zwar sind wir noch in Afrika, aber Kapstadt ist einfach kein Afrika mehr. Hier gibt es keinen Busch, nur botanische Gärten, hier gibt es kaum Tiere, ausser ein paar gut erzogene Hunde und schreiende Möwen, hier gibt es keine ungeteerten Strassen und hier wird auch nicht über Camping gesprochen. Dafür gibt es hier Edelboutiquen, Feinschmeckerlokale, Flaschenweine, Cocktails und viele exotische Menschen. Die einen laufen mit Flip Flops und kurzen Hosen herum, die anderen tragen Moon Boots und Pelzmäntel. Das Wetter ist angenehm warm und bis jetzt hat uns der Winterregen verschont.
Nach tagelangen Diskussionen und immer wieder verworfenen Plänen, haben wir uns entschieden, in Kapstadt einen längeren Aufenthalt zu machen. Ich drücke fleissig die Schulbank und hatte am Montag meine erste echte englische Stunde, Chrigu arbeitet an seinen Projekten.
Wir haben mitten in Kapstadt seine Wohnung gefunden, die sich bezahlen lässt. Sie ist zwar nicht das, was wir unter schöner wohnen verstehen, von gut eingerichtet nicht zu sprechen, aber wir werden es wohl überleben. Es sind ja nur vier Wochen. Eine Woche haben wir uns nämlich gestern gerade weg- und dafür im Addo Nationalpark ein gebucht. So werden wir wohl hoffentlich doch noch zu unseren Elefanten kommen.
Die Schule, die ich besuche, macht einen guten Eindruck und ich hoffe, dass ich auch viel lernen werde. Ich bin in einem Intensivkurs und da wir jeweils nur zu zweit in der Klasse sind, kann ich mich auch nicht drücken. Es macht schon Spass, trotzdem muss ich jeden Tag daran denken, was für eine schöne Tour wir doch eigentlich geplant hatten. Aber eben, das Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne hat.
Wir freuen uns jedenfalls schon auf das nächste Wochenende, wo wir dann ausgiebig Kapstadt erkunden werden.
Herzliche Grüsse aus dem sonnigen Kapstadt
Mirella und Chrigu













