Archiv für Februar 2011
Schau mal…
Zur Abwechslung mal ein Video
Im Reich der Elefanten
Manchmal ist man einfach zu falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Wir suchen nun schon seit Tagen Leoparden und Wild Dogs. Und finden sie einfach nicht
Wahrscheinlich wählen wir einfach immer die falsche Strasse. Denn wenn wir ins Camp zurückkommen, können wir immer sehr schön auf der Stecktafel sehen, wo die anderen die Tiere gesichtet haben. Aber wir geben die Hoffnung noch nicht auf. Ein bisschen Zeit bleibt uns auf jeden Fall noch
Aber manchmal ist man auch einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Herzliche Grüsse aus dem Krüger
Mirella und Chrigu
Und das Büssli hat es doch geschafft
Das Büssli und wir haben es also tatsächlich geschafft, wir sind im Krüger
Nach allem was wir nun mit ihn erlebt haben, wir hätten das nie gedacht. Wir haben uns schon Pläne gemacht, wie wir das Büssli von Richards Bay am besten nach Swakopmund schaffen. Da Richards Bay den drittgrössten Hafen von Süd Afrika hat, dachten wir jedenfalls, wäre das eine Möglichkeit. Und einen Flugplatz hätte es auch gegeben. Nun ist das aber ja nicht mehr nötig
Eine grosse Hiobsbotschaft haben wir allerdings noch in der VW Garage erhalten. Das Büssli ist nochmals zwei Jahre älter als angenommen. Das heisst, es hat jetzt stolze 22 Jahre auf dem Buckel. Und somit auch zwei Jahre mehr Rost unter der Karosserie. Da wird wohl noch einiges auf uns zukommen. Der Elektriker, ein Südwester, teilt uns mit, dass der Anlasser kaputt ist und er auf Ersatzteile warten muss. Haben wir den nicht erst machen lassen? Auch sonst sind diverse Kabel lose und brüchig. Die Reparatur konnte leider nicht so ausgeführt werden wie gedacht. Er musste irgendetwas basteln, das aber bis Swakopmund halten soll. Wir hoffen darauf.
In der Werkstatt suchen dann Chrigu und ein Techniker noch das andere Problem. Schon lange war uns eine stakte Vibration aufgefallen und Chrigu konnte den Ganghebel gar nicht mehr loslassen. Nach langer Suche wurden sie fündig. Es ist simpel und einfach die Kardanwelle die locker sitzt. Sie müsste ausgewuchtet werden oder gar eine neue gekauft werden. Mir reicht es langsam, immer neu Teile für das Büssli zu kaufen und deshalb entschliessen wir uns, die Kardanwelle einfach auszubauen. Und siehe da, „alle“ Probleme sind gelöst
Nun wurde also aus dem 4×4 Sinchro, ein Hobo (hohe Bodenfreiheit). Dann musste nur noch das Ölleck gedichtet werden und wir können ganz entspannt weiterfahren. Die ganze Geschichte hat uns vier Tage Zwangsaufenthalt in Richards Bay beschert. In dieser Zeit hat es mehrmals richtig heftig geschüttet und wir waren froh, dass wir eine nette Wohnung hatten. Es war aber die ganze Zeit sehr schwülheiss und wir waren glücklich als wir dann doch wieder losfahren konnten.
Zur Belohnung schenkten wir uns zwei Tage Hluhluwe- iMfolozi wo wir auf viele Nashörner hofften. Leider hat der Park keinen Campingplatz und wir schlugen deshalb unser Zelt in der Bushbaby Lodge auf. Die war sehr nett, aber leider zu weit vom Park entfernt. Den ersten Tag waren wir im Hluhluwe. Da wurden wir sehr unfreundlich empfangen und haben leider auch nicht so viele Tiere gesehen. Das einzige Highlight waren acht Breitmaulnashörer an einem Wasserloch.
Es war im ganzen Park sehr grün, sehr buschig und hatte überall meterhohes Gras. Das hat natürlich die Sicht sehr eingeschränkt. Im Hilltop Restaurant haben wir uns mit einem Milkshake verwöhnt. Auch hier wirkte das Personal recht mürrisch und zum Teil sehr unbeholfen. Wir hatten das ganz anders in Erinnerung.
Am nächsten Tag fuhren wir in den iMfolozi. Da es Sonntag war begegneten wir auf der langen Anfahrt unzählige Kirchengänger, alle in weisser Kleidung. Die Strasse führt durch viele Dörfer mit einer geschätzten Million an Verkehrsbehinderungen in Form von heftigen Hubbeln. Das sind auf die Strasse betonierte Wälle, die ein schnelles fahren nicht erlauben. Und wenn es keine Hubbel hatte, waren Ziegen und Rinder auf der Strasse. Als wir endlich das Gate erreichten, war natürlich das beste Licht schon weg. Trotzdem, wir hatten einen sehr schönen Tag. Der iMfolozi ist viel offener und hat weniger Gebüsch. So sahen wir deutlich mehr Tiere. Ausserdem erzählt uns ein Einheimischer, dass um diese Jahreszeit eh die meisten Tiere in diesem Teil des Parks sind. Und wie wahr das ist, seht ihr auf den Bildern.
Fazit Hluhluwe-iMfolozi: Infrastruktur stark renovationsbedürftig, Personal hätte eine Schulung nötig, aber die Nashörner sind noch immer da.
Da ich unbedingt nochmals an den Strand wollte und Chrigu einiges aufzuarbeiten hatte, entschlossen wir uns nach Sodwana Bay zu fahren. Da sollt das Meer angenehme 25-28° haben und ein Taucherparadies sein. Die etwas mehr als hundert Kilometer zogen sich erstaunlich lange. Wir fahren durch viel Zuludörfer, wo immer mal wieder Ziegen und Rinder die Fahrbahn kreuzen. In Mbazwana wollen wir nur kurz einkaufen. Leider haben wir schon wieder vergessen, dass man das an einem letzten des Monats nicht tun sollte. Vor dem Spar standen sie Schlange. Vor allem Frauen warteten geduldig bis sie eingelassen wurden. Warum sie warten mussten, war uns nicht ganz klar. Drinnen herrschte ein totales Gewusel, dass wir so auch noch nie erlebet haben. Es war praktisch kein Durchkommen möglich, da sich überall Frauen und Einkaufswagen stauten. Milipap, Hühnerbeine und –Innereien waren heute wohl in Aktion. Jedenfalls stürzten sich alle darauf und erzählten sich nebenbei den neusten Tratsch aus dem Dorf. An der Kasse dann das erstaunliche. Alle bekamen viel hundert Randschein in die Hand gedrückt. Nur ich natürlich nicht. Später fanden wir heraus, dass alle sehr geduldig und zufrieden auf einen Zettel mit einer Art von Gehalt warteten. Es war sehr spannend und für uns ein neues Erlebnis.
Nun sind es nur noch dreizehn Kilometer bis zum Strand. Dann die grosse Enttäuschung. Sehr hohe bewachsene Dünen versperrten überall die Sicht auf das Meer. An der Rezeption ist kein Mensch und auf den grössten Campingplatz der südlichen Hemisphäre finden wir uns nicht zu Recht. Es ist zwar alles da, Klohäuschen und Strom, aber der ganze Platz ist verwildert und verwahrlost. Ich bin sprachlos. Einen Zugang zum Meer, obwohl es sehr schön zu hören ist, gibt es auch nicht. Man muss also mit dem Auto ca. fünf Minuten fahren. Für Süd Afrikaner kein Problem, die fahren ihre Frauen sogar zum Klo. Aber für uns Europäer eher unnötig, da wir ja gerne mal auch etwas laufen. Doch für Chrigu das allerschlimmste, es gibt kein brauchbares Handysignal, von Internet ganz zu schweigen. Als wir auf unseren, uns zu gewiesenen Platz fahren, sitzen auch schon die Affen da und warten, was es heute wohl wieder feines zum Essen gibt. Und sie werden nicht enttäuscht, denn wir waren vorher auf einem Markt einkaufen und haben einen ganzen Korb voller leckeren, frischen und reifen Früchte dabei. Schwupp und schon ist die grösste und beste Ananas im Baum verschwunden. Die Affen werden uns die zwei Tage in Atem halten. Wir können es nicht wirklich geniessen. Trotzdem fahren wir noch an den Strand und baden im wirklich sauberen und sehr warmen Wasser. Wir sehnen sogar ohne Taucherbrille sehr viel Fische.
Fazit Sodwana Bay: Das erste und das letzte Mal. Ist wohl wirklich nur was für Süd Afrikaner, Taucher und Angler aber nicht für verwöhnte Schweizer :-l
Wir entschliessen uns jetzt doch sobald als möglich in den Krüger zu fahren und lassen Ithala aus. Wir nehmen den direktesten Weg und der führt uns durch Swaziland. Wieder ist es nur ein Transitland. Eigentlich schade den wir fühlen uns sehr wohl und empfinden die Menschen als sehr freundlich und aufgestellt. Wir glauben, dass es sich wirklich lohnen würde, da mal etwas länger zu bleiben.
Kurz vor unserem Ziel, werden wir leider noch gezwungen, eine Detour durch eine richtige afrikanische Stadt zu nehmen. Das zehrt nach einem langen Fahrtag an den Nerven, es ist sehr lebhaft ist und es gibt viel zu sehen gibt.
Gegen Abend erreichen wir dann unser erstes Camp im Krüger, Crocodile Bridge.
Liebe Grüsse aus dem Krüger NP
Mirella und Chrigu

