Wer sucht der…
Mitten in der Kalahari, in garantiert löwensicherem Gelände, da gibt es ein Grab zu finden. Wie viele Male schon gesucht wurde, entzieht sich meinem Wissen. Aber es waren schon einige Male, das weiss ich sicher. Doch bisher waren alle Expeditionen zum Scheitern verurteilt. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wenn ich euch die ganze Geschichte von Erkert erzählen würde. Das könnt ihr aber alles bei www.bwana.de nachlesen oder wendet euch direkt an Carsten Möhle. Der ist, soweit ich weiss, immer bereit, über diese Thema zu referieren. Und ganz ehrlich, mich persönlich interessiert diesen Hauptmann Erkert auch nicht wirklich (Sorry Carsten, dass du es auf diese Weise erfahren muss
) Ich bin dabei, weil sonst alles Spass macht.
Wird es dieses Jahr anders werden? Werden wir ihn finden? Das Suchfeld wurde immerhin auf einige hundert km2 eingegrenzt. Verspricht ja geradezu einen Erfolg zu werden.
Deutlich besser vorbereitet als all die letzten Jahre, zieht die Blechkarawane in der hektischen Zivilisation Windhoek los. Doch schnell sind Strom, Computer und warme Duschen nur noch eine blasse Erinnerung und wir fahren durch die Ausläufer der Kalahari Richtung Mata Mata. Unser Ziel ist der Polentswa Wilderness Trail im KTP (Kgalagadi Transfrontier Park)
Und Strom? Wer braucht den so was. Hier gibt es ja nicht mal Handyempfang. Nach Red Dune Camp (wo Maria und Bernd zu uns stossen und die ersten mit Sanddünenfahren ihre Mühe haben) Twee Riviren (wo Erika und Heiko schon auf uns warten) Rooiputs (wo es unglaublich heiss ist) und Polentswa (wo es doch tatsächlich regnet) treffen wir in Sesatswe, unserem Basis Camp ein. Und hier braucht tatsächlich schon der erste Strom. Der Koch, um das leckere Fleisch und natürlich auch das Bier und die Savannas zu kühlen, die anderen um ihre Elektrogeräte wie Navis und Computer zu laden. Wie schon gesagt, wir sind deutlich besser ausgerüstet, denn wir haben einen eigenen Techniker und Helfer in Not dabei. Jeden Tag zaubert Tobias wieder etwas brauchbares aus seinem Toyota. Und da wir das Essen haben, bleibt uns Tobias auch immer dicht auf den Fersen. Reifen flicken, Schattendächer montieren, Feuergrube schaufeln, Buschklos bauen und eben auch Strom machen. Tobias ist ab sofort für weitere Touren gebucht
| Strom | Klo | Feuer, was braucht man mehr |
Und hier, irgendwo im Nirgendwo, sind die Gräber. Täglich fährt die Suchtruppe los um das Gefechtsfeld zu suchen. Denn wenn das Gefechtsfelg gefunden ist, dann finden wir auch die Gräber. Irgendwo da draussen liegen 20000 Gewehrhülsen rum, die müsste man doch eigentlich finden. Was ich vergessen habe zu erwähnen ist die Tatsache, dass Hauptmann Erkert vor mehr als 100 Jahren gefallen ist, und dass es in diesem Gebiet mehr als einmal heftige Buschfeuer gegeben hat.
die einen suchen im Busch nach Gräber
Die andern machen das was sie besser können, nämlich kochen und für das leibliche Wohl sorgen
Leider, und mir tut es auch wirklich leid, finden wir das Gefechtsfeld und damit die Gräber auch am vierten Tag intensiverer Suche nicht. Es macht sich nun doch eine etwas gedrückte Stimmung breit. Etwas geknickt räumen wir das Camp und ziehen weiter. Einen kleinen Erfolg haben wir aber doch zu verbuchen. Wir haben noch mehr Konservendosen gefunden, wir haben wieder ein grosses Gebiet ausgeschlossen und wir haben sehr lecker gegessen.
| so viel Müll, sorry | Carsten, | wertvolle Dosen |
Zusammenfassend können wir sagen, 10 Menschen brauchen im Busch weniger als 10 Rollen Klopapier, essen dafür mehr als 30 Schnitzel an einem Abend, Nutella ist für manche ein Grundnahrungsmittel, was man von Gemüse und Früchten nicht sagen kann, ausser sie kommen aus der Dose. Im Ricoffe hat es überhaupt keine einzige Spur von Koffein drin, Spiegeleier sind weniger beliebt als Rühreier und Geschirrspülen ist die unbeliebteste Tätigkeit im Camp.
Wir hatten fast täglich ein Verletzungsopfer zu beklagen (zweimal verstauchte Knöchel, Brandwunden 1-2 Grades durch übermässige Sonneneinstrahlung, zwei Stichverletzungen verursacht durch Bienen, eine tiefe Schnittwunde wegen Übermüdung des Kochs, eine akute Vergiftungen durch den Genuss von Old Brown Sherry und einen Totalausfall des Kochs, Ursache unbekannt .
Ausserdem habe wir gelernt, Luft ablassen hilft ungemein um eine Sanddüne hoch zu fahren, kurze Hosen sind trotz brütender Hitze unangebracht um durch den dichten Busch zu wandern und zum Abschluss: wir hatten Oryx und Eland sowie Hyäne und Koch in der Pfanne.
Doch alle sind sich einige, bei der nächsten Suche im Jahr 2013 sind wir wieder mit dabei
Herzliche Grüsse aus Swakopmund senden euch
Mirella und Chrigu, der Koch


Ist ein super spannender Bericht geworden.
Ich kann das Abenteuer richtig mitfühlen.
Bitte gerne so weiter schreiben.
Wir lieben das!
Hallo Ihr Zwei,
wir dachten schon es gibt Euch nicht mehr! Und schwupps seid Ihr wieder da.
Mirella, auch wenn Du persönlich kein Interesse an Hauptmann Erkert hast, ist es doch toll von Dir die Truppe so zu unterstützen. Da trinke ich glatt eins meiner letzten Savannas auf Dich.
Ihr beide hattet hoffentlich ein geruhsames Weihnachtsfest, wir wünschen Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und hören und lesen wieder voneinander.
liebe Grüße
Petra und Jürgen
P.S. Chrigu denkst Du noch an das Zebrabild ?
Ein Glück, dass ihr nicht fündig wurdet so könnt ihr weiter suchen. Das ist wie mit einem puzzle wenn’s fertig ist ist die Spannung weg.
Gruss
Emanuel