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Und das Büssli hat es doch geschafft

Das Büssli und wir haben es also tatsächlich geschafft, wir sind im Krüger :lol:

Nach allem was wir nun mit ihn erlebt haben, wir hätten das nie gedacht. Wir haben uns schon Pläne gemacht, wie wir das Büssli von Richards Bay am besten nach Swakopmund schaffen. Da Richards Bay den drittgrössten Hafen von Süd Afrika hat, dachten wir jedenfalls, wäre das eine Möglichkeit. Und einen Flugplatz hätte es auch gegeben. Nun ist das aber ja nicht mehr nötig :grin:

Eine grosse Hiobsbotschaft haben wir allerdings noch in der VW Garage erhalten. Das Büssli ist nochmals zwei Jahre älter als angenommen. Das heisst, es hat jetzt stolze 22 Jahre auf dem Buckel. Und somit auch zwei Jahre mehr Rost unter der Karosserie. Da wird wohl noch einiges auf uns zukommen. Der Elektriker, ein Südwester, teilt uns mit, dass der Anlasser kaputt ist und er auf Ersatzteile warten muss. Haben wir den nicht erst machen lassen? Auch sonst sind diverse Kabel lose und brüchig. Die Reparatur konnte leider nicht so ausgeführt werden wie gedacht. Er musste irgendetwas basteln, das aber bis Swakopmund halten soll. Wir hoffen darauf.

In der Werkstatt suchen dann Chrigu und ein Techniker noch das andere Problem. Schon lange war uns eine stakte Vibration aufgefallen und Chrigu konnte den Ganghebel gar nicht mehr loslassen. Nach langer Suche wurden sie fündig. Es ist simpel und einfach die Kardanwelle die locker sitzt. Sie müsste ausgewuchtet werden oder gar eine neue gekauft werden. Mir reicht es langsam, immer neu Teile für das Büssli zu kaufen und deshalb entschliessen wir uns, die Kardanwelle einfach auszubauen. Und siehe da, „alle“ Probleme sind gelöst :razz: Nun wurde also aus dem 4×4 Sinchro, ein Hobo (hohe Bodenfreiheit). Dann musste nur noch das Ölleck gedichtet werden und wir können ganz entspannt weiterfahren. Die ganze Geschichte hat uns vier Tage Zwangsaufenthalt in Richards Bay beschert. In dieser Zeit hat es mehrmals richtig heftig geschüttet und wir waren froh, dass wir eine nette Wohnung hatten. Es war aber die ganze Zeit sehr schwülheiss und wir waren glücklich als wir dann doch wieder losfahren konnten.

Zur Belohnung schenkten wir uns zwei Tage Hluhluwe- iMfolozi wo wir auf viele Nashörner hofften. Leider hat der Park keinen Campingplatz und wir schlugen deshalb unser Zelt in der Bushbaby Lodge auf. Die war sehr nett, aber leider zu weit vom Park entfernt. Den ersten Tag waren wir im Hluhluwe. Da wurden wir sehr unfreundlich empfangen und haben leider auch nicht so viele Tiere gesehen. Das einzige Highlight waren acht Breitmaulnashörer an einem Wasserloch.

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Es war im ganzen Park sehr grün, sehr buschig und hatte überall meterhohes Gras. Das hat natürlich die Sicht sehr eingeschränkt. Im Hilltop Restaurant haben wir uns mit einem Milkshake verwöhnt. Auch hier wirkte das Personal recht mürrisch und zum Teil sehr unbeholfen. Wir hatten das ganz anders in Erinnerung.

Am nächsten Tag fuhren wir in den iMfolozi. Da es Sonntag war begegneten wir auf der langen Anfahrt unzählige Kirchengänger, alle in weisser Kleidung. Die Strasse führt durch viele Dörfer mit einer geschätzten Million an Verkehrsbehinderungen in Form von heftigen Hubbeln. Das sind auf die Strasse betonierte Wälle, die ein schnelles fahren nicht erlauben. Und wenn es keine Hubbel hatte, waren Ziegen und Rinder auf der Strasse. Als wir endlich das Gate erreichten, war natürlich das beste Licht schon weg. Trotzdem, wir hatten einen sehr schönen Tag. Der iMfolozi ist viel offener und hat weniger Gebüsch. So sahen wir deutlich mehr Tiere. Ausserdem erzählt uns ein Einheimischer, dass um diese Jahreszeit eh die meisten Tiere in diesem Teil des Parks sind. Und wie wahr das ist, seht ihr auf den Bildern.

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Fazit Hluhluwe-iMfolozi: Infrastruktur stark renovationsbedürftig, Personal hätte eine Schulung nötig, aber die Nashörner sind noch immer da.

Da ich unbedingt nochmals an den Strand wollte und Chrigu einiges aufzuarbeiten hatte, entschlossen wir uns nach Sodwana Bay zu fahren. Da sollt das Meer angenehme 25-28° haben und ein Taucherparadies sein. Die etwas mehr als hundert Kilometer zogen sich erstaunlich lange. Wir fahren durch viel Zuludörfer, wo immer mal wieder Ziegen und Rinder die Fahrbahn kreuzen. In Mbazwana wollen wir nur kurz einkaufen. Leider haben wir schon wieder vergessen, dass man das an einem letzten des Monats nicht tun sollte. Vor dem Spar standen sie Schlange. Vor allem Frauen warteten geduldig bis sie eingelassen wurden. Warum sie warten mussten,  war uns nicht ganz klar. Drinnen herrschte ein totales Gewusel, dass wir so auch noch nie erlebet haben. Es war praktisch kein Durchkommen möglich, da sich überall Frauen und Einkaufswagen stauten. Milipap, Hühnerbeine und –Innereien waren heute wohl in Aktion. Jedenfalls stürzten sich alle darauf und erzählten sich nebenbei den neusten Tratsch aus dem Dorf. An der Kasse dann das erstaunliche. Alle bekamen viel hundert Randschein in die Hand gedrückt. Nur ich natürlich nicht. Später fanden wir heraus, dass alle sehr geduldig und zufrieden auf einen Zettel mit einer Art von Gehalt warteten. Es war sehr spannend und für uns ein neues Erlebnis.

Nun sind es nur noch dreizehn Kilometer bis zum Strand. Dann die grosse Enttäuschung. Sehr hohe bewachsene Dünen versperrten überall die Sicht auf das Meer. An der Rezeption ist kein Mensch und auf den grössten Campingplatz der südlichen Hemisphäre finden wir uns nicht zu Recht. Es ist zwar alles da, Klohäuschen und Strom, aber der ganze Platz ist verwildert und verwahrlost. Ich bin sprachlos. Einen Zugang zum Meer, obwohl es sehr schön zu hören ist, gibt es auch nicht. Man muss also mit dem Auto ca. fünf Minuten fahren. Für Süd Afrikaner kein Problem, die fahren ihre Frauen sogar zum Klo. Aber für uns Europäer eher unnötig, da wir ja gerne mal auch etwas laufen. Doch für Chrigu das allerschlimmste, es gibt kein brauchbares Handysignal, von Internet ganz zu schweigen. Als wir auf unseren, uns zu gewiesenen Platz fahren, sitzen auch schon die Affen da und warten, was es heute wohl wieder feines zum Essen gibt. Und sie werden nicht enttäuscht, denn wir waren vorher auf einem Markt einkaufen und haben einen ganzen Korb voller leckeren, frischen und reifen Früchte dabei. Schwupp und schon ist die grösste und beste Ananas im Baum verschwunden. Die Affen werden uns die zwei Tage in Atem halten. Wir können es nicht wirklich geniessen. Trotzdem fahren wir noch an den Strand und baden im wirklich sauberen und sehr warmen Wasser. Wir sehnen sogar ohne Taucherbrille sehr viel Fische.

Fazit Sodwana Bay: Das erste und das letzte Mal. Ist wohl wirklich nur was für Süd Afrikaner, Taucher und Angler aber nicht für verwöhnte Schweizer :-l

Wir entschliessen uns jetzt doch sobald als möglich in den Krüger zu fahren und lassen Ithala aus. Wir nehmen den direktesten Weg und der führt uns durch Swaziland. Wieder ist es nur ein Transitland. Eigentlich schade den wir fühlen uns sehr wohl und empfinden die Menschen als sehr freundlich und aufgestellt. Wir glauben, dass es sich wirklich lohnen würde, da mal etwas länger zu bleiben.

Kurz vor unserem Ziel, werden wir leider noch gezwungen, eine Detour durch eine richtige afrikanische Stadt zu nehmen. Das zehrt nach einem langen Fahrtag an den Nerven, es ist sehr lebhaft ist und es gibt viel zu sehen gibt.

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Gegen Abend erreichen wir dann unser erstes Camp im Krüger, Crocodile Bridge.

Liebe Grüsse aus dem Krüger NP

Mirella und Chrigu

Es könnte noch viel schlimmer sein

 

Das Büssli hat es nicht geschafft. Wir konnten nicht mal 100 km fahren, als es plötzlich einen Ruck gab und wir mitten auf einer Baustelle stehen blieben. Mit aller letzten Kraft konnten wir das Büssli in eine schlammige Ausfahrt lenken. Nichts ging mehr. Der Motor gab nur noch ein jämmerliches Röcheln von sich. Trotzdem versuchen wir mit Hilfe des Buches“ jetzt helfe ich mir selber“ das Problem zu finden. Und Chrigu hat den Fehler ziemlich schnell auch gefunden :evil:

Mindestens ein Kabel ist nicht mehr da wo es hingehört und mit grosser Wahrscheinlichkeit liegt das ganze Problem am Anlasser. Mir kommen ganz spontan Bilder in den Sinn ( Aussenkehr, Rosh Spinas, war das nicht erst gerade :-? )

Aus eigener Kraft kommen wir hier nicht mehr weg. Uns beleibt also nichts anderes übrig, als Hilfe zu organisieren. 20 Minuten müssen wir warten, hiess es am Telefon. Wie viele afrikanische Minuten es tatsächlich waren können wir nicht mehr sagen. Trotzdem müssen wir aber auch sagen, es könnte noch viel schlimmer sein, es könnte nämlich in Strömen regnen :lol:

Da uns immer noch die Worte fehlen, lassen wir Bilder für uns sprechen

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In der VW Garage werden wir sehr freundlich aufgenommen und viele Menschen kümmern sich um uns und um unser Büssli. Diagnose: Nichts für die mechanische Werkstatt, es muss wieder zum Elektriker. Leider hat der heute aber keine Zeit mehr, so müssen wir bis morgen warten. Die VW Garage wird das Büssli gleich am frühen Morgen hinbringen und wir müssen dann nur noch warten. Warten wir langsam aber sicher zur Passion. Warten bekommt eine neue Bedeutung. Wo wir jetzt nicht schon überall gewartet haben. Nur da nicht, wo wir eigentlich wollen, nämlich an einem Wasserloch, wo es Tiere zu beobachten gibt.  Wir versuchen, auch in diesen schweren Stunden, den Humor zu bewahren und über uns selber zu lachen. Dann träumen wir von einem ganz tollen Auto, mit einem ganz tollen Motor der ganz tollen Schublanden und ein ganz tolles Regendach hat und, und, und………

Manchmal sinkt die Moral aber trotzdem auf den Nullpunkt. Kann es sein, dass wir es nicht mal in der Krüger schaffen? Haben wir jetzt nicht alles machen lassen? Oder stimmt es vielleicht wirklich, dass bei einem Syncro immer etwas kaputt ist. Hätten wir vielleicht doch lieber einen Landy kaufen sollen. Da hätten wir jedenfalls gewusst, auf was wir uns einlassen :grin:

In der Zwischenzeit wird uns geholfen ein Mietfahrzeug zu organisieren und wir suchen einen Ort zum bleiben. Da nicht gerade Hochsaison ist, finden wir auch schnell ein Selfcatringflat wo wir bleiben können solange wir wollen in unserem Fall natürlich so lange wir müssen. Auch hier ist die Vermieterin sehr freundlich und zeigt grosses Mitleid mit uns. Genau das was wir jetzt brauchen :wink:

Da wir immer noch total verschlammt sind, müssen wir erst einmal unter die Dusche um wieder wie Menschen auszusehen. Ein kleines bisschen lässt die rote Farbe an Namibia und an die Himbas denken. Leider geht der Schlamm auch nach mehrmaligen waschen nicht ab und unsere Füsse werden uns wohl noch lange an diesen Tag erinnern.

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Zu müde um selber zu kochen machen wir uns mit dem schicken Toyota Carolla auf die Suche nach ein Restaurant. Nach einigem umherirren finden wir ein herziges Lokal, direkt an einem kleinen See. Es giesst wie aus Eimern, das Essen muss nochmals einen Umweg durch die Küche machen und die Moskitos finden uns zum Fressen toll. Dafür schmeckt der Wein ausgezeichnet und der Kellner, wohl ein Lehrling, gibt sich grosse Mühe. Total erledigt fallen wir in die Betten und werden weiterhin als Blutbar von den Moskitos missbraucht.

Herzliche Grüsse aus Richards Bay wo mittlerweilen die Sonne scheint

Mirella und Chrigu

Über Berg und Tal in der ehemaligen Transkei

Nachdem wir die Tage in East London genossen haben und lange am Strand spazieren waren, geht es nun weiter. Uns erwartet eine lange Strecke. Wir fahren weiter Richtung Osten auf der N2 quer durch die ehemalige Transkei. Noch immer wird dieses Gebiet von den weissen Süd-Afrikanern wenn möglich gemieden. Die Transkei war das erste Homeland, das 1963 unter der offiziellen Herrschaft von Kaizer Matanzima, entstand. 1975 akzeptierten die politischen Führer, gegen den Wunsch der Bevölkerung, die nominelle Unabhängigkeit. Die Transkei war ein Produkt der Apartheid-Politik, deren Folgen sich bis heute katastrophal auswirken. Die Region zählt zu den dichtbesiedelten Süd Afrikas und auch zu den ärmsten.

Wir merken das relativ schnell. Es hat kaum noch Weisse und bis auf ein Auto mit Dachzelt begegnen wir keinen anderen Touristen. Für einmal bin ich sehr froh um unser Büssli. Viele Menschen am Strassenrand versuchen uns anzuhalten und hoffen, dass wir sie mitnehmen. Etwas erstaunt sehen sie dann aber, dass wir wohl doch kein Taxi sind. Unzählige Minibusse, meist Toyota Quantums (auch bekannt als HummelDumm Fahrzeug) rauschen an uns vorbei. Die Strasse ist fast durchwegs in einem sehr gutem Zustand. Drei Fahrspuren erleichtern einem das Fahren. Immer da wo es bergauf geht, hat es einen Überholspur. Trotzdem gibt es immer wieder gefährliche Momente. Immer dann nämlich, wenn die Geduld eines Fahrers durch ein langsam fahrendes Vehikel auf die Probe gestellt wird.  Und das passiert öfters mal.

Die Landschaft hat trotz des trüben Wetters ihren speziellen Reitz. Grüne Hügel wechseln sich mit fruchtbaren Tälern ab. Weit verstreut stehen bunte Häuser, fast jede Familie hat einen grösseren Garten, wo Mais und Kartoffeln angebaut werden. Friedlich grasen Rinder, Schafe und Ziegen auf den saftigen Weiden. Trotz der üppigen Vegetation ist nicht zu übersehen, dass hier ganze Wälder gerodet wurden. Ausserdem leidet die ganze Region an Überweidung. Die Folge davon sind tiefe Erosionen.

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Wir passieren mehrere grössere Ortschaften. Und da ist es  plötzlich, das Afrika, wie man es sich vorstellt. Man kann es sehen, man kann es hören und man kann es riechen.

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Das Büssli muss schwer arbeiten. Rauf und wieder runter, rauf und wieder runter. Wir machen fast 1600 Höhenmeter. Dafür läuft das Büssli erstaunlich gut. Nur beim Bergauffahren sind wir fast so langsam wie die Lorrys (Lastwagen) runter geht’s dafür ums schneller. Jedoch fallen uns zwei Dinge auf. Wir müssen viel zu viel Tanken und irgendetwas stimmt mit dem Gas immer noch nicht. Das Standgas ist viel zu hoch. Ausserdem haben wir schon wieder ein Loch im Auspuff. Zurzeit tönt das Büssli wie ein aufgemotzter Käfer.

Bei Nieselregen kommen wir zur Oribi Schlucht und suchen verzweifelt das Restcamp des Parks. Auch nach längerem umherirren finden wir es nicht und steuern nun den Lake Eland an. Dieses entpuppt sich als Tagesausflugsziel für Großstädter. Es hat einen kleinen Gamepark, einen Fischerteich und einen langen Hängebrücke. Es hätte so gar ein Restaurant. Nur leider ist alles fest verschlossen. Es ist erst kurz nach fünf. Die Arbeitszeiten werden aber auch hier sehr gründlich eingehalten. Wir stellen uns einfach auf einen freien Platz und bauen das Zelt auf. Nun muss sich Chrigu mal wieder um das Innenleben des Büsslis kümmern. Das Problem ist schnell gefunden. Die Feder des Gaszuges ist gebrochen, wird geflickt und schon läuft das Büssli wieder einwandfrei.

Nach einer regnerischen Nacht steht Durban auf dem Plan. Ein dumpfes Brummen begleitet uns die ganze Fahrt. Das Wetter ist etwas besser, ab und zu scheint sogar die Sonnen, aber es ist ziemlich schwül und feucht.

Durban ist eine riesige Stadt die wohl auf hunderten von Hügeln erbaut wurde. Auf den einen Hügeln stehen richtig luxuriös Häuser mit Alarmanlagen und Stacheldraht rundherum, auf anderen gleich nebenan, einfache Hütten und gleich dahinter das ganz Elend der Wellblechhüttensiedlungen. Dazwischen dampfen riesige Schornsteine oder stehen gigantisch grosse Industrieanlagen. Eigentlich wollen wir Durban nur umfahren. Auf mehrspurigen Autobahnen passieren wir schon einen Grossteil der Stadt. Trotzdem brauchen wir noch einige Sachen aus einem Outdoorladen und müssen uns wohl oder übel doch hinein wagen. Das war allerding nur Wunschdenken. Nach unserem ersten Einkauf sehen wir unter dem Auto, dass überall Ölspuren sind. Gar nicht gut, das sieht sogar richtig übel aus :twisted:

Und zu allem Überfluss muss Chrigu für einen energischen Kunden sofort und jetzt gleich ein Problem am Computer lösen. Das verbraucht  uns eine Menge kostbarer Zeit. Kostbar deshalb (wir haben ja eigentlich alle Zeit der Welt) weil heute dummerweise Freitag ist. Dank der Erfindung des Androidphone ist eine Werkstatt schnell gefunden. Das Navi leitet uns mitten in die pulsierender Stadt. Und das an einem Freitagabend :roll: Mit allerletzter Kraft schaffen wir es zur VW Garage. Da geht es zu und her wie in einem Bienenhaus. Trotzdem hat ein Mechaniker kurz Zeit uns behilflich zu sein. Vernichtende Worte treffen unsere Ohren. Getriebeöl :cry: Kommt das dumpfe Brummen von Morgen daher? Das kann er uns allerdings auch nicht sagen. Und leider haben sie auch keine Zeit das Büssli genauer zu untersuchen. Wir können aber langsam weiterfahren, in Richardsbay 160 km von Durban weg, wäre eine andere VW Garage. Bloss schafft das das Büssli noch? Was ist wenn es wirklich das Getriebe ist? Wir sind zu deprimiert um uns jetzt darüber Gedanken zu machen. Wir müssen erst einmal ein Platz zum Übernachten finden. Ausserdem passiert vor Montag ja sowieso nichts mehr. Im Dolphin Resort in Ballito finden wir einen schönen Platz zum Bleiben. Fast direkt am indischen Ozean.

Fürs erste werden wir mit einem wunderschönen und schwül, heissen Tag belohnt. Haushalten und Arbeiten ist angesagt und am Nachmittag stürzen wir uns in die grossen Wellen, des herrlichen warmen Meers.

Mittlerweilen giesst es vom Himmel und an das Büssli denken wir erst morgen wieder.

Verregnete Grüsse aus Ballito

Mirella und Chrigu

Büssli Sanierung

Es regnet und wir stehen schon wieder in einer Werkstatt. Der Gaszug ist durchgerostet (muss wohl am Swakopwetter liegen) und wir können keinen Meter mehr fahren. War das Büssli jetzt nicht genug lange in der Sanierung? Unser Mut und die Hoffnung sinken gerade ziemlich schnell. Wir waren so zuversichtlich nachdem wir in Villiersdorp abgefahren sind. Doch zum guten Glück ist das nur eine kleine Sache und nach einer halben Stunde wurde das Problem auf afrikanische Weise gelöst und wir können weiterfahren.

Aber nun der Reihe nach. Mit zwei Zwischenhalten in Vanrhynsdorp und Worcester (einmal der günstigste und einmal der wohl teuerste Campingplatz) sind wir am Montag in Villiersdorp angekommen. Nach einer für uns unendlich langer Wartezeit schaut sich Andrino unser Büssli an uns sagt schon nach einer Minute die erlösenden Worte: es ist nicht der Motor :lol: Also was denn? Die Frage ist schnell beantwortet. Ein einfaches und simples Elektroproblem ;-) Uns fallen Berge vom Herzen und ein klein wenig Wut steigt in uns auf. Hätte damals im Juli die Garage in Windhoek sich nur eine Minute Zeit genommen, hätte unser letztes halbe Jahr wohl anders ausgesehen. Aber jetzt nutzt alle hätten und wenn’s nichts mehr. Jetzt schauen wir vorwärts.

Nachdem das Büssli eine ganzen Tag beim Elektriker war, hat es nun einen Radio der funktionier, eine völlig neue und überdimensional grosse Ladestation für alle elektrischen Geräte und das Büssli gibt keinen Warnton mehr von sich der einem auf die Nerven geht. Nur dann noch, wenn wirklich was mit dem Öldruck ist. Da muss irgendwo im tiefen Innern des Büsslis einen Wackelkontakt gewesen sein. Einen Wackelkontakt, nur einen Wackelkontakt. Man stelle sich das mal vor. All den Ärger den wir hatten, all die Ängste die wir ausgestanden haben. Und das wegen einem Wackelkontakt. Wir sind immer noch fassungslos. Aber auch erleichtert, dass es wirklich nur so was „Kleines“ war.

Dennoch lassen wir Andrino das Büssli durchchecken. Leider findet er doch noch dies und das und ganz so günstig wie erhofft kommen wir nicht weg. Deshalb sind wir nun stolze Besitzer eines total sanierten Büsslis mit neuen Reifen, einen Dekuppler um den permanenten 4×4 ein- und auszuschalten, einen neuen Benzin- und Luftfilter, 4 neue Stossdämpfer und einer neuen Spiralfeder. Zudem wurde noch ein kompletter Ölwechsel gemacht. Dann war Chrigu noch bei der Spureinstellung und ist nun um viel Wissen und viele Erfahrungen reicher.

Von Marius und Kirsten wurden wir in den vier Tagen, die wir in Villiersdorp waren, sehr herzlich aufgenommen. Wir konnten auf ihrer Farm übernachten und haben viel über Obst- und Zitrusfrucht Plantagen, sowie über das Leben in Süd-Afrika erfahren. Wir haben uns da sehr wohl und wie zu Hause gefühlt. Herzlichen Dank :razz:

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Drosty-Hof unser Lieblingskartonwein

Werkstatt

Ladestation

Nun fahren wir also gen Osten, Richtung Krüger. Das Wetter erinnert mich ein wenig an europäische Sommer. Es ist frisch, zum Teil sehr bewölkt und regnerisch und es bläst ein äusserst unangenehmer und heftiger Wind. Trotzdem kommen wir gut voran und übernachten in Wilderness im Nationalpark. Da wir eine Wildcard haben, hat das den Vorteil, dass wir keinen Eintritt mehr bezahlen müssen und das die Campingplätze in der Regel sehr schön und günstig sind.

Nur mit der neuen Plastik-Wildcard tun sie sich noch etwas schwer. Es gibt diese Karte wahrscheinlich noch gar nicht, obwohl überall Werbung dafür gemacht wird. Deshalb versprechen sie einem, die Karte zuschicken, sobald sie dann mal fertig sind. Leise Zweifel machen sich breit und wenn ich an die Kosten für das Porto nach Europa denke, wird mir anders. Jedenfalls ist es jetzt so, dass man ein Blatt Papier mit allen Angaben bekommt und das wird vorerst wohl so bleiben. Wir sind also gespannt wie sich das so weiterentwickelt und wie es sich auf die anderen Parks auswirkt.

Nach einem längerem Abstecher im „Birds of Eden“, erreichen wir am anderen Tag gegen Abend Storms River und können problemlos mit unserer Papierwildcard einchecken. Wir haben einen wunderschönen Platz direkt am Meer und es ist traumhaftes Wetter. Riesige Wellen zerschellen sich tosend an den Klippen und wir können einen grandiosen Sonnenuntergang geniessen. Was will man mehr.

Weiter geht’s zu Addo Elefant NP, wo wir sehr gespannt sind, was uns da erwartet. Wir waren ja im September schon dort, als sie gerade die Zäune zwischen den nördlichen und südlichen Park Teil abmontiert hatten. Damals hatten wir aber noch kaum Tiere auf der südlichen Seite gesehen. Kaum sind wir aber jetzt durch das Gate, sehen wir auch schon viele Elefantenhaufen auf der Strasse. Das lässt uns hoffen. Es dauert auch nicht lange und wir sehen im dichten Gebüsch rote Kugeln, die sich bei näherem hinschauen als Elefanten entpuppen. Eine kleine Familie hat offensichtlich den Weg über Berg und Tal ins Schlaraffenland gefunden. Es ist grossartig, den Tieren beim Fressen zuzuschauen und zu sehen wie zufrieden sie sind. Ausserdem sehen wir noch einige Büffel und Warzenschweine. Die Ursache der roten Färbung all der Tiere finden wir auch bald heraus, ein richtig schönes, matschiges Schlammloch. Die Campsite hat alles was man braucht, nur das Wetter hat sich wieder verschlechtert und in der Nacht setzt Regen ein. Den abschliessenden Gamedrive am Morgen ist etwas ernüchternd. Ich glaube wir sehen keine 5 Elefanten. Dafür viele Schweine und kurz vor dem Gate eine grosse Büffelherde und an die dreissig Elandantilopen. Für die kurze Zeit hat sich aber der Abstecher auf alle Fälle gelohnt.

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Im Addo

   

Ab Grahamstown wird die Strasse sehr mühsam. Sie ist eng, sehr hügelig und stark befahren. Plötzlich meldet sich der Alarm wieder mit einem schrillen Ton. Das darf doch nicht wahr sein oder :mad: Wir halten sofort an, räumen mal wieder das halbe Auto aus und Chrigu schaut sich den Schaden an. Ein Elektrokabel hat sich gelöst. Erleichterung macht sich bereit. Ich bin sehr froh, dass Chrigu das fixen kann und nach dieser Zwangspause geht’s auch wieder weiter.

Nun fahren wir das erste Mal wieder so richtig in „Afrika“. Bunte Häuser säumen den Weg, viele Menschen laufen am Strassenrand, einige halten Randscheine in verschieden Beträge in die Luft und suchen eine Mitfahrgelegenheit. Wenn’s nicht so anstrengend und das Wetter etwas freundlicher wäre, es wäre richtig schön. Müde erreichen wir gegen Abend East London. Wir finden einen netten Campingplatz unweit von wunderschönen und muschelreichen Strand. So sind wir beide für die nächsten Tage beschäftigt.

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Büssli flicken

Arbeiten

Geniessen

Sonnige Grüsse aus East London

Mirella und Chrigu

Mit 66 durch die Namib

Unser Ziel war am ersten Tag weiter zu kommen als bis Sophia Dale. Leider fängt aber das Büssli gleich nach der Ausfahrt von Gut Richthofen schon an zu jammern. Aber zum guten Glück war das Geheul nur so penetrant, weil Chrigu irgendwelche Teile falsch zusammen gesteckt hat. Sonst hätten wir wohl wieder alles abgeblasen. Nachdem wir das gefixt hatten, konnte es endlich losgehen. wir sind auch schon etwas spät dran. Wir wollen es nämlich bis nach Rostock Ritz noch schaffen. Sind gespannt was uns da erwartet und wie sich das Büssli bis dahin meistert.

Nachdem wir Walvis Bay hinter uns lassen, wird es auch warm und bald schon heiss. Die Strassen flimmern vor unseren Augen und im Osten türmen sich dicke Regenwolken. So gern wie wir den Regen dem ausgedorrt Land wünschen, es muss nicht gerade heute sein, deshalb umfahren wir auch geschickt alle Regengüsse. Im Kuisebcanyon müssen wir abrupt einen Stopp einlegen. Noch nie haben wir ein Rivier fliessen gesehen. Wir sind ganz aus dem Häuschen und freuen uns wie kleine Kinder die zum ersten Mal Schnee sehen. Es ist schon gewaltig wie viel Wasser so ein Trockenfluss plötzlich führen kann. Wir sind begeistert und zum ersten Mal fahren wir über eine Brücke, die wirklich nötig ist.

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Die Wüste ist grün

der Kuiseb fliesst

 

Müde kommen wir gegen Abend in Rostock Ritz an. Dass Büssli hat auch keine Lust mehr und jammert mit einem nervigen Signalton. Leider müssen wir einen Umweg über die Lodge von 12 km machen, damit wir den Campingplatz erreichen. Etwas ernüchtern stellen wir fest, dass die Landschaft zwar sehr schön ist, aber der Platz nicht mit  so viel Herzblut und Liebe angelegt wurde. Er ist zweckmässig, fast alles ist vorhanden, ausser Strom, mehr aber auch nicht. Der Preis von 260N$ ist für uns nicht gerechtfertigt. Der gigantische Sonnenuntergang und die absolute Stille in der Nacht, entschädigen uns aber und wir stehen ausgeruht am anderen Morgen wieder auf.

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Chrigu am ausruhen

Sonnenuntergagn

das Büssli fährt

Kaffeepause gibt’s natürlich in Solitäre, da kann man einfach nicht vorbeifahren. Chrigu war schon so lange nicht mehr da, dass er zuerst herumgeführt werden muss. Ausserdem treffen wir Barbara, Laura und ihr Freunde wieder. Es ist immer wieder schön Schweizer zu treffen, vor allem solche, die uns Käsefondue mitbringen. Danke Corinne :lol:

Über Sesriem geht’s weiter gen Süden. Es ziehen immer mehr Wolken auf, überall sieht man wie der Regen fällt. Nur da wo wir hinfahren scheint die Sonne, denn wir bekommen jedenfalls nichts vom Regen ab. Am Morgen ist das Büssli so tapfer gefahren, doch jetzt wo es heiss ist und stetig bergauf geht jammert es wieder. Wenn wir nur mit 60 km/h fahren hört es auf zu Alarmen. Das wird also noch eine langwierige Fahrt bis nach Villiersdorp. Und immer sitzt die Angst im Nacken, dass doch etwas mit dem Motor ist. Und was machen wir dann? Darauf haben wir jetzt keine Antwort. Die werden wir erst haben müssen wenn es dann so weit ist. Noch sind wir zuversichtlich, dass es nur was kleines ist. Aber manchmal ist dieser Alarm so nervig, dass nur laute Musik durch die Stöpsel ein Aushalten erträglich macht. Irgendwo auf der D 707 reicht es dann und wir steuern den nächst besten Campingplatz an. Und der ist Namtib. Aber oh Schreck oh Graus, hier geht es gute 400 Höhenmeter rauf. Das Büssli muss das einfach schaffen, wir haben keine Lust mehr weiter zu fahren. Und das Büssli und wir schaffen es. Die Mühe hat sich gelohnt, wir sind sehr begeistert. So einen wunderschönen Platz habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Die Weite in die Namib ist fantastisch. Unter alten Kameldornakazien sind 5 weit auseinander liegende Stellplätze mit Braiianlage gemacht worden. Wegen des heftigen Windes und der grandiosen Weitsicht entschliessen wir uns, ohne Zelt zu schlafen. Ein herrliches Gefühl :wink: Der Sternenhimmel ist grenzenlos klar und deckt uns wie eine Käseglocke zu. Wäre nicht dieser heftige Wind, es wäre perfekt.

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auf Namtib

 

der Fishriver

Frühmorgens packen wir zusammen und fahren auch schon bald los. Aus bietet es sich für ein spätes Frühstück an und wir wollen eigentlich nur kurz Pause machen. Doch wie das manchmal so ist, aus einer kurzen Pause ein lange. Leider müssen wir das gegen Abend büssen. Das Büssli jammert wieder und je näher wir dem Oranje kommen desto heisser wird es. Hätten wir die Klimaanlage doch nur geflickt, resp. mit neuem Gas gefüllt. Wir müssten nur halb so viel leiden. Als wir ganz unten den Fluss erreichen hat es an die 50 Grad. Es ist schier unerträglich. Wir können noch nicht einmal die spektakuläre Landschaft geniessen. In Norotsama ist die Stimmung auf den Nullpunkt gesunken. Die Campsite ist sumpfig, die Temperaturen schwülheiss und der Preis eine Frechheit. 280N$ Das Personal war auch schon freundlicher und das Restaurant schliesst schon um viertel nach acht. Das einzig positive war der herrlich warme Pool mit den viel quakenden Fröschen.

Nach einer warmen Nacht sind wir schon früh wieder unterwegs und erreichen schon um halb acht die Grenze in Noordover. Kurz und bündig, wir sind also in Süd-Afrika angekommen.

Sonnige Grüsse vom Cap

Mirella und Chrigu

Weihnachten in der Wüste

Schon bald geht ein turbulentes Jahr vorbei. Es war ein spannendes und aufregendes Jahr. Wir haben hier in Namibia sehr viele neue Erfahrungen gesammelt, die sehr lehrreich waren und die wir auf keinen Fall missen möchten. Nun steht bald Weihnachten vor der Tür und die Zeit ist reif für eine Bilanz ;-)

Im Nachhinein würden wir wohl vieles anders machen. Was wir auf jeden Fall wieder tun würden, ist das Abendteuer, aus geraden Bahnen auszubrechen. Was für uns auch immer noch ganz klar ist, Auswandern ist für das, was wir machen, eigentlich nicht das richtige Wort. Auswandern ist so endgültig, so unwiderrufbar. Auswandern ist auch mit Scheitern verbunden, wenn man es nicht schafft. Auswandern hat dank den Medien auch etwas sehr negatives bekommen. Auswandern tun die, die es in Europa nicht geschafft haben oder die, die nur noch unzufrieden waren. So kommt es uns jedenfalls entgegen. Bei uns war das (und ist es noch immer) anders. Wir wollten nach Namibia, weil wir das Land so lieben und weil wir uns da so wohl fühlen. 

Doch wie überall, irgendwann beginnt auch hier der Alltag. Und der sieht im Wesentlichen auch nicht anders aus als in Europa. Jeder geht seinen Arbeiten nach, man bespricht alltägliche Probleme wie, was machen wir heute zu essen, was tun wir am Wochenende, wann fällt denn endlich der erste Regen, ist das Wetter zum Fischen gut oder was ziehe ich heute an, wenn wir ins Dorf fahren ;-)

Unser Alltag wird aber noch durch andere Sachen bereichert oder eben auch belastet. Bereichert dadurch, dass wir hier alle Freiheiten haben die man sich wünschen kann, dass die Sonne fast täglich vom blauen Himmel scheint, dass wir Freunde gefunden haben auf die wir uns verlassen können und dass wir in einem Haus wohnen, wo wir uns sehr wohl fühlen. Und Stress wird langsam aber sicher ein weniger benutztes Wort.

Belastet dadurch, dass wir immer noch auf das Workpermit warten und nicht wissen wie es weiter geht. Namibia ist ein Land mit vielen Farben und noch mehr Facetten. Und Namibia ist im Auf- und Umbruch. Das spüren wir erst jetzt richtig, sozusagen am eigenen „Leib“. Früher hat uns das auch nicht sonderlich interessiert. Da waren wir ja nur im Urlaub und konnten uns einfach an der Schönheit dieses Landes freuen. Wenn man dann aber versucht hier Fuss zu fassen, sieht plötzlich alles anders aus. Da nützen auch alle gut gemeinten Ratschläge nichts, da nützt alles Wissen nichts.

So kann man zum Beispiel das eigentliche, oder sollte ich besser sagen, das wahre Namibia und die dazugehörigen Behörden nur selber erfahren. Es scheint absolut keine Regelmässigkeit zu geben, man erzählt sich die wildesten Geschichten über das Ministerium und jeder glaubt, so wie er es macht, sei der beste Weg. Wir sind ja geduldig, das haben wir gelernt, aber mit so vielen Hürden hätten wir nicht gerechnet.

Ein anderes Beispiel sind die Strassen und deren Zustand. Wenn man die täglich fahren muss, ist es plötzlich anders als im Urlaub. Man wird durchgerüttelt und durchgeschüttelt und hofft immer, dass am Ende noch alles am Büssli dran ist und dass man keinen neuen Splitter in der Frontscheibe hat. Da nützt manchmal nur noch ausrufen und schimpfen, denn dann kommt wunderbarerweise ein Grader bis zu uns und macht die Strasse wieder befahrbar.

Und manchmal ist das Einkaufen ein Spiesrutenlauf, ganz besonders jetzt wo sich fast alle weissen Namibier hier in Swakopmund tummeln. Es gibt kaum was Frisches zu kaufen und wenn man nicht schon morgens um halb acht vor dem Superspar steht bekommt man gar nichts mehr. Alles ausverkauft :mad: Mir kommen dann Bilder aus meiner Kindheit in Erinnerung. Das war doch in St. Moritz auch so. Kommen, machen grosse Partys, sehen die gleichen Menschen wie zu Hause auch und reisen am 3. Januar wieder ab. Dann ist der Spuck vorbei, jedenfalls bis zu den Ostern. Dann wird Swakopmund wieder zu dem etwas verschlafen Dorf und man kann wieder gemütlich von Laden zu Laden laufen bis man seinen Laufzettel abgearbeitet hat.

Leider haben auch Neid und Vertrauen eine neue Bedeutung bekommen. Und von Gerede wird in Namibia keiner verschont, der länger  als drei Wochen hier bleibt. Ob es für uns einen Platz im neuen Namibia geben wird, scheint im Moment ungewiss. Wir würden es uns wünschen, erzwingen werden wir es allerdings nicht. Dafür ist diese Welt zu gross und zu schön. Vielleicht ist es einfach so, dass gerade jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für uns ist.

Doch das allerschlimmste überhaupt, ist, dass unser Büssli nicht so fährt wie wir wollen. Immer mal wieder fällt dem guten Ding was ein, womit es uns ärgern kann. Zurzeit ist es gerade die Öldruckanzeige. Sobald das Büssli die Küste verlässt, meckert es mit einem schrillen und nervenden Alarmsignal, dass es schon wieder genug vom heissen Innlandwetter und dem Fahren hat. Alle sagen, am Motor würde es nicht liegen. Doch nach allem was wir mit dem Büssli schon erlebt haben, sind wir misstrauisch geworden. Aber es bleibt uns keine andere Wahl, wir müssen nochmals nach Villiersdorp in Süd-Afrika fahren. Dort haben wir ja den Motor überholen lassen und von der Werkstatt auch die Zusage bekommen, dass sie sich das Büssli nochmals genau anschauen werden. Wir hoffen jetzt einfach, dass wir das bis dort schaffen, es sind immerhin 1700 km.  Und wir wünschen uns natürlich, dass es nichts Schlimmes, resp. nichts Teures ist. Wir werden es euch auf jeden Fall wissen lassen :lol:

Nun wünschen wir allen erholsame Weihnachten und schicken euch allen in Europa viel Sonne und herzliche Grüsse aus Swakopmund

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Chrigu kocht

mal wieder sehr lekker

Käsefondue an Weihnachten

Mirella und Chrigu

Löwen ohne Ende

Um uns die Zeit, bis wir wieder in Namibia einreisen können, tot zu schlagen :lol: fahren wir wieder mal zu den Augrabies Fällen. Auch hier werden wir recht freundlich an der Rezeption empfangen und können uns auf dem riesigen Campingplatz einen schönen Platz aussuchen. Doch wie so oft, wenn man zu viel Auswahl hat, fällte es einem schwer sich für ein Örtchen zu entscheiden. Also da muss schon Strom und Schatten sein, zum Klo sollte es auch nicht all zu weit sein, die Nachbarn sollten wenn möglich ausser Hör -und Sichtweite sein und, und, und… Aber am lästigsten waren diese blöden Fliegen die einem gezielt in Nase und Ohren dringen.  Irgendwann können wir uns dann aber doch noch entschliessen, es wird auch höchste Zeit, denn es beginnt es doch tatsächlich zu REGNEN :roll: Wären wir jetzt nicht gerade aus der doch etwas verregneten Schweiz zurückgekehrt, würden wir uns glatt freuen. Aber so. Das müsste jetzt nicht gerade sein. Wir sind jedenfalls sehr gespannt wie sich das Wetter entwickelt. Da wir von der langen Fahrt etwas geschlaucht sind, wagen wir es im Restaurant zu essen. Und Wir wurden angenehm überrascht. Es war lecker.

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich den Park erkunden. Vorbei war der Regen und uns brennt die Sonne gnadenlos auf die Häupter. Wir sind es uns noch nicht gewöhnt und schon bald machen wir schlapp und drehen trotz laufender Klimaanlage um. Gesehen haben wir ausser zwei Elandantilopen (das Jahr 2010 ist übrigen unser Jahr der Eland), einigen Springböcken und eine geschätzte Milliarde  Steinen, nämlich nicht viel.

Ein wenig Ruhe tun uns aber auch gut und wir verbringen den Rest des Tages vor dem Computer und arbeiten Liegengebliebenes auf.

Via Upington, wo wir unsere Vorräte nochmals aufstockten und sogar einen Brotbackofen gefunden haben, fahren wir gemütlich zum Kgalagadi NP. Auch hier an der Rezeption läuft alles wie am Schnürchen und dauerte kaum zwanzig Minuten, das inkl. der Zollformalitäten. Wir müssen den SAN Parks ein Kränzchen winden ;-) ausser natürlich, dass die Strasse Richtung Nossob immer noch nicht fertig gebaut ist. Das ist ihnen aber selber sehr peinlich.

Bis zur ersten Wasserstelle auf der Strasse Richtung Nossob, kann aber schon fahren werden und das bietet sich als guter Abend Game Drive an. Aber ausser gähnender Leere war da nichts. Dafür sehen wir auf dem Rückweg die ersten Löwen und es werden nicht die letzten sein.

Irgendwann haben wir aufgehört zu zählen.

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In Nossob gönnen wir uns einen Night Drive. Wir hatten eine sehr junge und kompetente Frau als Guide. Sie konnte uns wirklich noch Dinge erklären die wir alten Hase noch nicht wussten. Schade war eigentlich nur, dass sich alle Tiere irgendwo aufhielten, nur nicht da, wo wir durch fuhren. Ausser ein paar Kalahari Kängurus (Springhasen) und einige Eulen haben wir leider nicht viel gesehen. Aus der Traum von der braunen Hyäne.

Das allergrösste Highlight war aber der Jagdversuch drei Geparden. Schon am Mittag sehen wir die Katzen mehr oder weniger faul unter einem Baum liegen. Gegen Abend bildet sich eine lange Blechlawine bei den Geparden. Es kam mir grad so vor, wie auf den Fotos die aus der Serengeti bekannt sind. Gespannt warten alle mehr oder weniger geduldig. Einige müssen sich immer mal wieder neu positionieren, weil sie das Gefühl offensichtlich nicht los werden, es gibt doch bestimmt irgendwo bessere Plätze, andere können ihren Motor nicht abstellen, weil die Klimaanlage ja bei der Hitze laufen muss. Diese allerdings ernten bitterböse Blicke und irgendwann fügten sie sich in ihrem Schicksal, stellen den Motor ab und schmoren fortan in der Hitze.

Von oben nähert sich, gemütlich grasend, ein nichtsahnende Springbockherde. Leider wird das Licht immer schlechter, und die Zeit immer weniger bis der Park die Tore schliesst. Da Geparden nur tagsüber jagen, haben wir aber gute Chancen, bei der Jagd dabei sein zu dürfen. Und plötzlich geht alles sehr schnell. Die Geparden sprinten aus ihrem Versteck, die Springböcke fliehen und ausser Spesen war nichts gewesen.

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Mir taten die Katzen schon leid, jetzt müssen sie wieder hungrig ein Nacht verbringen. Anderseits haben ich mich auch mit den Springböcken gefreut. Sie sind mit dem Leben davon gekommen und grasen kurze Zeit später wieder friedlich weiter. Auch wenn aus den Kill nichts geworden ist, es war sehr, sehr spannend.

Eine seltsame Begegnungen sahen wir an einem frühen Morgen. Da läuft eine einzelnen Hyäne im Auobrivier, gefolgt von einer ganzen Herde Oryxe. Normalerweise kennen wir das in umgekehrter Reihenfolge. Rennende Antilopen, jagende Raubtiere.  Da war es aber anders. Und es sah wirklich so aus, als ob die Tüpfelhyäne mit den Oryxe am spazieren war. Sie schaute sich auch immer mal wieder um, ob denn noch alle da sind.  Irgendwie kam mir spontan die Geschichte vom Rattenfänger in den Sinn. Minutenlang beobachteten wir das Schauspiel und konnten uns keine Erklärung dafür geben.

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Als Abschluss sahen wir dann am nächsten Morgen noch ein grosses Löwenrudel, dass wohl erst kürzlich eine Eland gerissen hatte. Wohlgenährt und müde lagen sie in den Büschen. Schon hatten sich einige Schakale über den Riss hergemacht. Das liess sich aber der Pascha nicht gefallen und jagte sie wütend davon. An der prallen Sonne zu liegen und das Futter zu verteidigen war aber irgendwie doch unter seiner Würde. So trottete er schon bald wieder in den kühlen Schatten und überliess den Schakalen wieder das Feld. 

Andere konnte den Riss beobachten, wie wir später im Namibia-Forum gelesen haben. Waren wir mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort :cry:

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Und was ich unbedingt auch noch sagen wollte, diesmal haben sie die Strasse wirklich neu gemacht. Wir sahen die Grader (es waren sogar zwei) kurz vor Nossob :razz: Und laut Auskunft der Parkverwaltung werden alle Strassen einmal im Monat gegradet :?: Restzweifel bleiben …

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Es war wieder ein lohnender Abstecher in den Kgalgadi, wir lieben diesen NP immer mehr

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Grenzübergang Mata-Mata. Wir waren für unsere Verhältnisse etwas sehr früh am Zoll. Und wir werden in Namibia empfangen wie wir es vom internationalen Flughafen her bestens gewohnt sind. Nicht gerade herzlich, nicht gerade freundlich. Nachdem wir unsere gesamte Reiseroute für drei Monate auf beteten, inklusive Fish River Canyon und das ganze Ovamboland, wurde uns endlich der ersehnte Stempel gemacht. Nur der nette Herr der uns 200 Rand für die Road Tax abknöpfte, hatte wohl erbarmen mit uns und strahle uns sehr freundlich an.

Nun wünschen wir uns eigentlich nur noch einen positiven Bescheid von Home Affaires.

Herzliche Grüsse

Mirella und Chrigu

Warum Chrigu einen 4×4 braucht

Eigentlich macht sich unser Condor ganz gut. Er fährt und fährt, fast überall hin. Und da wo er nicht hinfährt, lassen wir ihn abschleppen.

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irgendwie ist es doch sehr sandig und sehr steil da hilft nur noch abschleppen
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für den Toyota Hilux war’s eine Kleinigkeit und rückwerts geht dann ohne Probleme

Und eigentlich weiss Chrigu ja auch wie es geht: aussteigen, anschauen, denken und dann erst fahren.Zwischendurch muss er aber immer mal wieder die Grenzen des machbaren erfahren. Auch wenn das mit einem Stundenmarsch in der brütenden Mittagshitze verbunden ist um Hilfe zu organisieren.

Nach dieser körperlichen Herausforderung, wollten wir dann doch lieber den sichereren Weg unter die Räder nehmen und sind gemütlich auf den Gannaga Pass gefahren. Uns empfängt eine wunderschöne Landschaft. Nicht aus zu malen, wie es hier wohl aussehen muss, wenn all die Blumen blühen. Traumhaft :razz:

Oben auf dem Plateau werden wir sehr herzlich auf der Gannagaa Lodge empfangen. Sie ist nicht so eine top gestylte Lodge wie sonst in Süd Afrika, aber mit viel Herz und Lieben aufgebaut. Am besten gefällt uns eigentlich das geschickt verbaute Wellblech, was ja eigentlich so typisch Afrika ist. Wir geniessen ein eisgekühltes Savanna und verbringen einen sehr gemütlichen Nachmittag.

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die gemütliche www.gannaga.com Lodge

Bilanz vom Thanka NP: noch ein junger Park mit sehr viel Potential, hilfsbereite Mitarbeiter, grandiose Landschaft. Fehlen tun eigentlich nur noch die Tiere und ein zentrales Duschhäuschen. Für uns steht fest, wir kommen wieder, das nächstes mal aber wenn die Blumen blühen und wir wieder ein 4×4 Auto haben.

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unser wunderschön und sehr einsames Camp

Herzliche Grüsse, mittlerweilen wieder aus Windhoek

Mirella und Chrigu

Wieder in der Wüste

Nach einem langen Aufenthalt in grüner Umgebung, sehen unsere Augen endlich mal wieder Wüste und das tut gut :lol:

Wir sitzen im Tankwa NP in Süd Afrika und geniessen die Stille und die Ruhe am Lagerfeuer. Wie haben wir daso s vermisst. Es ist endlich mal wieder richtig warm. Erst jetzt merken wir, wie uns die Reise nach Kapstadt und in die Schweiz geschlaucht hat.

Die Schweiz hat uns nicht gerade mit schönem Herbstwetter belohnt. Es war kalt und hat viel geregnet. Umso herzlicher wurden wir dafür von Freunden und der Familie empfangen. Danke an alle die, die uns so herrlich bewirtet haben und bei denen wir so schöne Stunden verbringen konnten. Danke auch an unsere Eltern wo wir immer ein offenes zu Hause haben. Ausserdem waren wir noch an der gemütlichen Hochzeit meines Bruders, der uns zusammen mit seiner Familie ins Engadin eingeladen hat. So habe ich meine alte Heimat wieder einmal gesehen, und die hat sich von der allerbesten Seite gezeigt. Es war sicher der schönste Tag im ganzen Jahr und wird uns allen noch lange in bester Erinnerung bleiben.

Drei Wochen waren aber zu kurz. Wir mussten von Termin zu Termin hechten, so was sind wir uns tatsächlich nicht mehr gewohnt und haben trotzdem nicht alles geschafft, was wir wollten. So werden wir voraussichtlich das nächste mal länger in der Schweiz bleiben, sagen wir jedenfalls jetzt :razz: Aber ihr wisst ja wie das ist, wenn wir Pläne machen.

Nach einer unendlich langen Reise landeten wir dann wieder in Kapstadt um unser Auto für die nächste Zeit zu übernehmen. Ina hat uns einen 2×4 Toyota Condor inkl. Campingausrüstung organisiert. So ein Condor hat schon sehr viel Platz, trotzdem musste ich einen halben Tag umpacken bis alles seinen Platz gefunden hat. Und wie Chrigu später noch merken wird, er hat wirklich nur einen 2×4.

Unser erster Ausflug hat uns nach Villiersdorp verschlagen. Da ist die Garage die unseren Synchro einen neuen Motor eingebaut hat. Wir wollten da unser Leid klagen und hofften, dass er uns ein gutes Angebot macht. Und das hat er. Das wäre gar nicht gut, wenn der Motor nach so kurzer Zeit schon nicht mehr laufen würde, sie würden das anschauen und reparieren. Wir müssten nur den Motor ausbauen und runter schicken, es würde uns nichts kosten aussser das Material, dass sie brauchen und natürlich den Transport. Aber das koste auch nicht alle Welt, sie machen das öfters. Und falls das Getriebe kaputt ginge, das wäre auch kein Problem, das hätten sie an Lager. So jetzt sind wir also wieder da, wo wir schon mal waren. Sollen wir das Geld investieren oder nicht? Was kommt als nächstes? Unser grösstes Problem ist aber wirklich, dass wir unser Büssli lieben und es eigentlich wirklich nicht hergeben wollen. Also werden wir das wohl wieder machen und hoffen, dass es dann wieder fährt.

Als nächstes stand dann Einkaufen auf dem Plan. Mit so einer Basic Ausrüstung ist es nicht ganz einfach. Zuviel was wir gewohnt sind, fehlt uns. So mussten wir ein neues Zelt und neue Matten kaufen. Das was vom Vermieter zur Verfügung gestellt wurde, taugt für zwei ganz verliebte, noch nicht zwanzigjährige. Da wir nicht mehr ganz die Jüngsten und beweglichsten sind, brauchen wir einfach ein bisschen mehr Komfort. Leider hat es auch keinen Kühlschrank, so werden wir unsern Speiseplan dementsprechend anpassen müssen. Nix mit leckerem Filet und Sauce. Kein eisgekühltes Bier oder Savanna. Kein gartenfrischer Salat. Improvisation mit ganz, ganz wenigem ist angesagt. Da merken wir mal wieder, was wir an unserem Büssli haben. Und je weiter wir nach Norden fahren, desto wärmer wird es. Nun können wir endlich die Winterjacken einpacken.

Liebe Grüsse aus dem Tankwa NP

Mirella und Chrigu

Chrigu hat einen Vogel

Aber das wussten wir ja alle schon lange :lol:

Schon früh am Morgen machten wir uns auf den Weg ins Monkeyland. Und wir hatten richtig viel Glück und waren auf der Führung ganz alleine. Das Monkeyland ist eine Auffangstation für kleinere Affen und Lemuren, die hauptsächlich aus Zoos oder aus Laboratorien stammen. Hier werden sie mit viel Liebe aufgepäppelt und können den Rest ihres Lebens in „Freiheit“ verbringen. Ein grosses Stück Wald beherbergt etwa 400 Affen. Hier lernen sie wieder auf Bäume zu klettern und in Gruppen zu leben. Gemütlich laufen wir durch den Wald und sehen immer wieder verschiedene Affen oder Lemuren aus Madagaskar. Es ist irgendwie sehr spannend sich frei im Gehege zu bewegen. Viel zu kurz ist die Führung, wir wären gerne noch ein wenig alleine darin umhergewandert. Da aber viele Affen leider auch geschädigt sind, darf man dort nicht alleine auf Pirsch. Schade, aber auch verständlich.

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Gleich nebenan ist mit Birds of Eden die grösste Freiflug- Voliere der Welt. Wir sind gespannt. Ich bin ja sehr dagegen, dass man Vögel einsperrt. Aber ich will ihnen eine Chance geben. Hier leben vor allem exotische Vögel die keiner mehr wollte oder solche die von ihren Besitzern falsch gehalten wurden. Ist sehr bedrücken das zu erfahren, aber auch sehr schön, dass sie hier eine neue Heimat gefunden haben.

Und wir kommen aus dem staunen nicht mehr heraus. Schon kurze Schritte nach dem Eingang sieht man vom Drahtgeflecht nichts mehr, wir sind mitten in einem Urwald. Von überallher zwitschert oder ruft es. Wir sehen unzählige bekannte und ungekannte, getarnte oder sehr bunte Vögel. Schon lange haben wir vergessen, dass wir in der Voliere sind. Über Stege und eine Hängebrücke laufen wir entlang einem Bachlauf.  Plötzlich wird Chrigu von einem kleinen Papagei angeflogen, dieser macht es sich auf seiner Schulter bequem und knabbert zärtlich am Ohr. Da könnte frau glatt eifersüchtig werden :roll:

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Hier der Beweis, dass Chrigu einen Vogel hat
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Wir verbringen Stunden im Birds of Eden und sehen immer wieder etwas Neues. Es war ein herrlicher Tag der uns bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben wird :razz:

Mittlerweile haben wir das südlichste Ende von Afrika schon hinter uns gelassen und sitzen auf gepackten Koffern. Morgen fliegen wir in die Schweiz und freuen uns, einige von euch zu sehen. Alle andern werden wir hoffentlich zu Hause, in Namibia wieder einmal sehen.

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Am Ende von Afrika

Herzliche Grüsse aus Stellenbosch

Mirella und Chrigu